Hagener Theater schneidert Schutzmasken für das Marienkrankenhaus in Schwerte

dzSolidarität

Nach wie vor ist der Mangel an Schutzkleidung ein großes Problem der Krankenhäuser. Doch im Marienkrankenhaus bekämpft man den Mangel mit Ideen und vielen Unterstützern.

Schwerte

, 27.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Grau und bunt, statt grün und blau sind die Mundschutzmasken, die viele Beschäftigte des Marienkrankenhauses derzeit tragen. Das liegt daran, dass die Schutzmasken nicht aus den Beständen der professionellen Anbieter stammen, sondern aus der Kostümwerkstatt des Stadttheaters Hagen.

Statt aufwendigen Ausstattungen für die Oper, werden dort jetzt Mundschutze für das Krankenhaus genäht.

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„Die Verbindung kam über Daniel Guillin Vieites, unseren stellvertretenden pflegerischen Leiter der Intensivstation, zustande“, erzählt Krankenhaussprecher Detlev Schnitker. Der hatte Kontakt zum Theater und fragte an, ob die Kostümschneiderei so genannte Mund-Nasen-Schutz-Masken nähen könne. Die Schneider, die derzeit ja nichts für das Theater zu tun haben, stimmten zu.

Schnittmuster stammt aus dem Internet

Die Vorlage, beziehungsweise das Schnittmuster, entnahm man einer Internetvorlage, die von der Stadt Essen erstellt wurde. Dann klärte man ab, welcher Stoff möglich sei, denn man muss die Masken abkochen können.

Schon am Freitag lieferte das Theater 500 Masken an die Krankenhausapothekerin Dorothea Wolfgart aus. Die Textilien wurden gewaschen und im Haus ausgegeben. Weitere 500 Masken sind avisiert.

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Die selbst genähten Schutzmasken sind natürlich kein Medizinprodukt und dürfen nur im Haus als Schutz getragen werden. 100 professionelle Schutzmasken, so genannte FFP-2 Masken erhielt die Klinik von der Iserlohner Firma für Autolackierbedarf L.C.S. „Nicht umsonst, aber zu einem sehr günstigen Preis“, so Schnitker. Weitere 120 dieser FFP-2-Masken bekam man von der Firma Delker GmbH aus Essen.

Nur 50 Masken vom Bund kamen in Schwerte an

Nach wie vor sind Schutzkleidung und Schutzmasken auch im Krankenhaus ein rares Gut. Wir waren zwar gut ausgestattet, aber es mangelt am Nachschub, so Schnitker.

Von den vielen Masken, die von der Bundesregierung angekündigt waren, erhielt die Schwerter Klinik exakt 50 Stück. Auch wenn man nur zwei Verdachtsfälle hat, reichen die nicht lange. Hinzu kommt, dass die Masken ja auch im Umgang mit Patienten mit anderen Infektionskrankheiten genutzt werden müssen.

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Manche Hilfe kam auch aus gänzlich unerwarteter Richtung. Das Schwerter Kulturbüro hatte einst Einweg-Schutzanzüge für das Welttheater der Straße geordert. Damals wurden die genutzt, damit man die Spendensammler gut erkennen kann. 40 Stück davon blieben ungenutzt und konnten jetzt ans Marienkrankenhaus geliefert werden.

Die Firma Heroprint aus Schwerte konnte 60 Gesichtsschutzvisiere beisteuern. Das technische Hilfswerk baute ein Zelt vor dem Eingang zur Notaufnahme der Klinik auf, die Stadtwerke stellten Zubehör für Pavillons bereit.

Die Liste der Hilfe

Personen und Firmen, die das Marienkrankenhaus unterstützen

  • 103 freiwillige Helfer und Unterstützer (Einzelpersonen);
  • Theater Hagen (1000 genähte Mund-Nasenschutz-Masken);
  • Heroprint, Schwerte (60 Gesichtsschutzvisiere);
  • Autolackierbedarf L.C.S., Iserlohn (100 FFP-2-Masken)
  • Flughafen Dortmund (Absperrmaterial)
  • Stadtwerke Schwerte (Pavillon-Zubehör)
  • THW (Zelt)
  • Blumen Seefeld, Schwerte (Gestecke)
  • Marienapotheke, Schwerte (Alkohol zur Herstellung von Desinfektionsmittel)
  • Haus Villigst, Schwerte (Übernachtungsmöglichkeiten)
  • Friedrich Delker GmbH, Essen (120 FFP-2-Masken)
  • Kulturbüro der Stadt Schwerte (40 Schutzanzüge).
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