Die Immobilienpreise in Twente gehen durch die Decke. Nicht nur Neubauten sind gefragt, sondern alles. © picture alliance / Armin Weigel/dpa
Immobilienpreise

Häuser im Kreis Unna werden immer teurer – besonders in zwei Orten

Die Preise für Immobilien steigen so rasant, dass die professionellen Marktbeobachter gar nicht mehr hinterher kommen. Was teure Häuser angeht, stechen besonders zwei Kommunen im Kreis Unna heraus.

Wer heute im Kreis Unna eine neue 100-Quadratmeter-Eigentumswohnung kauft, bezahlt im Schnitt 50.000 Euro mehr als vor zwei Jahren. Die Preise steigen rasant, und so wird es wohl auch weitergehen auf dem Immobilienmarkt.

Entwicklung zu rasant für Jahresbericht

Der Kreis-Gutachterausschuss für Grundstückswerte gibt jährlich einen Grundstücksmarktbericht heraus. Er bezieht sich auf das Marktgeschehen in allen kreisangehörigen Kommunen außer Lünen und Unna, die jeweils eigene Ausschüsse haben. Grundlage sind alle Immobilienverkäufe, die getätigt wurden. Nach dem ersten Halbjahr 2021 nun wurde schon fast so viel Geld umgesetzt wie im gesamten Jahr 2020 – und das, obwohl die absolute Zahl der Immobilienverkäufe in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegt. Die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses geht deswegen jetzt dazu über, neben dem jährlichen Bericht zusätzlich im Sommer einen Trendbericht zu veröffentlichen. Hintergrund: Da die Preise so rasant ansteigen, ist der im Januar herausgekommene Bericht schon nicht mehr aktuell.

Schwerte und Holzwickede an der Spitze

Besonders verteuern sich bebaute Grundstücke. Freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser sind im Kreis-Durchschnitt seit 2020 um 15 Prozent teurer geworden. Schwerte ist demnach aktuell das teuerste Pflaster: Der Durchschnittspreis für ein freistehendes Haus liegt bei rund 420.000 Euro. Es folgt Holzwickede mit rund 380.000 Euro. Die Preissprünge sind im nördlicheren Kreisgebiet noch interessanter – beziehungsweise schmerzhafter für Käufer. Bergkamener Häuser beispielsweise verteuern sich um 29 Prozent, Kamener um 31 Prozent. Fallende Durchschnittspreise wurden nur für Bönen und Werne ermittelt.

Ist ein Haus zu verkaufen, dann ist das Interesse derzeit meist groß. Entsprechend steigen die Preise. © picture alliance/dpa/dpa-tmn © picture alliance/dpa/dpa-tmn

Ein ähnliches Bild zeichnen die Marktbeobachter für Doppelhaushälften beziehungsweise Reihenendhäuser. Holzwickede (Immobilien verkauft im Schnitt für 340.000 Euro) und Schwerte (325.000 Euro) liegen vorn.

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Viel Nachfrage, wenig Angebot

Eigentumswohnungen sind im Kreis Unna nur um 2,1 Prozent teurer geworden. Dies gilt aber nur für Weiterverkäufe. Wohnungen in Neubauten sind um knapp 15 Prozent teurer als im Jahr 2020. Der Kreis betont, dass der nun vorgelegte Bericht eine Tendenz abbilde und die Daten vorsichtig zu interpretieren seien. Das liegt auch daran, dass noch recht wenige Kaufverträge ausgewertet wurden. Bei den neuen Eigentumswohnungen sind es 25 für das erste Halbjahr 2021. Auch für noch freies Bauland ist die Datenlage relativ dünn: Zahlen aus 54 Verträgen flossen in die Auswertung ein. Einmal mehr sei dies aber auch ein Beleg dafür, dass in den Kommunen zu wenig Baugebiete zur Verfügung stünden, so Martin Oschinski, Leiter des Bereichs Geoinformation und Kataster beim Kreis Unna. Die Nachfrage ist groß, das Angebot gering: So steigen Preise. Zusätzlich wird in Immobilien investiert, denn mangels Zinsen gibt es weniger andere attraktive Anlagemöglichkeiten.

Immobilien objektiv zu teuer

Immobilien wechseln zu immer höheren Preisen die Besitzer, und es geschieht schnell. Die Makler im Gutachterausschuss hätten teils schon Schwierigkeiten, überhaupt etwas anzubieten, hieß es nun von der Ausschuss-Geschäftsstelle. „Ich prognostiziere, dass die Preise weiter steigen“, sagte Oschinski. Und offenbar werden Immobilien nicht nur teurer, sie sind auch zu teuer. Der Kreis berechnet nach Kriterien wie Lage, Baujahr und Ausstattung nach einem bestimmten Modell den eigentlich angemessenen Preis der Immobilien. Ergebnis: Im mittleren Preissegment (300.000 Euro) werden Objekte 20 Prozent teurer verkauft als objektiv richtig wäre. Bei 100.000-Euro-Immobilien liegt der Kaufpreis sogar im Schnitt 50 Prozent über dem behördlich errechneten. Auch hier ist die Tendenz steigend.

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