Händler im Ungewissen: Wie geht es mit dem Schwerter Markt ab 1. Juni weiter?

dzWochenmarkt

In zwei Wochen endet der Vertrag der Stadt mit der Markthandel Schwerte GmbH. Die Händler wissen noch nicht, wie es am 1. Juni weitergeht. In dieser Woche sollen sie mehr erfahren.

Schwerte

, 15.05.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stromverträge für die Marktstände sind zum 31. Mai gekündigt, die Versicherung ist es auch. Die Markthandel Schwerte GmbH bereitet sich auf ihren Rückzug vor, weil sie nur noch zwei Wochen lang die Traditionsveranstaltung vor der St.-Viktor-Kirche organisieren darf. Doch wie geht es danach weiter?

Offiziell vorgestellt ist ein Nachfolger von der Stadt immer noch nicht. Dabei müsste der eigentlich schon am 1. Juni seinen ersten Samstagsmarkt ausrichten. Die Verunsicherung bei den Händlern ist groß, bei den Kunden nicht weniger. „Der Markt hängt total in der Luft“ sagt Frank Rest, der mit seinem Käsestand einer der Verkaufsmagnete ist und die Geschäfte der bisherigen Markthandel GmbH führte: „Alle Händler fragen mich.“

Nach seinem Kenntnisstand seien im Rathaus noch gar keine Verträge mit einem neuen Betreiber unterschrieben.

Alle Details sollen vor dem 1. Juni vorgestellt werden

Die Stadtverwaltung indes gibt sich gelassen. „Die Gespräche mit dem neuen Marktbetreiber sind im Fluss“, teilte Stadt-Pressesprecher Ingo Rous am Montag auf Nachfrage mit: „Alle Details werden Stadt und der neue Betreiber noch vor dem 1. Juni vorstellen.“

In diesem Zusammenhang ist in Schwerte immer wieder der Name der Deutschen Marktgilde eG gefallen, die nach eigenen Angaben seit 30 Jahren Wochenmärkte professionell organisiert.

Bundesweit - so heißt es in ihrem Internet-Auftritt - betreibe man bereits 200 Märkte in 125 Orten. Darunter ist auch der Donnerstagsmarkt an der Reichshofstraße in Westhofen. Offiziell bestätigt wurde ein künftiges Engagement mittwochs und samstags in Schwerte bislang nicht. Doch im Internet sucht die Marktgilde bereits ab sofort nach einer „Marktaufsicht in Schwerte“. Die leichte Ordnungs- und Kontrolltätigkeit auf 450-Euro-Minijob-Basis sei auch für Rentner geeignet.

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Händlertreffen ist für den 22. Mai geplant

Und Martin Rosmiarek, Niederlassungsleiter bei der Marktgilde, kündigt für Mittwoch, 15. Mai, und Samstag, 18. Mai, seinen Besuch auf dem Wochenmarkt an.

Im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten erklärte er am Dienstag: „Ich werde zu Einzelgesprächen vor Ort sein, die Händler ansprechen, über unsere Pläne aufklären und zu einem Händlertreffen am 22. Mai einladen.“ Vorweg stellt Rosmiarek schon mal fest, dass es der Marktgilde sehr daran gelegen sei, mit allen bisherigen Händlern weiterhin zusammenzuarbeiten. Niemand müsse sich um seine Beteiligung am Wochenmarkt Sorgen machen.

Allerdings sei es wichtig, dass die vorgeschriebenen Rettungswege freigehalten werden. „Sicherheit geht vor Stammplatz“, sagt Rosmiarek, „da müssen wir vielleicht an der einen oder anderen Stelle kleine Veränderungen vornehmen.“ Es sei stellenweise sicher möglich, die Stände ökonomisch sinnvoller anzuordnen und dadurch sogar Platz für weitere Händler zu schaffen.

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Auch den Kleinen Markt will die Marktgilde wieder attraktiver machen. Rosmiarek: „Es gibt bestimmt Geschäfte, die dort gut hinpassen. Und Stellpläne, die den Platz besser zur Geltung kommen lassen.“

Marktgilde wird die Berechnungsgrundlage umstellen

Die Sorge der Markthändler um die künftigen Gebühren zerstreut Rosmiarek. Im Schnitt werde es keine deutlichen Erhöhungen geben. Im Einzelfall könne die Umstellung der Berechnungsgrundlage (Quadratmeter statt laufender Meter) Veränderungen bringen - in beide Richtungen.

Dass die Händler zwei Wochen vor dem Wechsel zum neuen Betreiber immer noch so viele ungeklärte Fragen haben, liege indes nicht an der Marktgilde, betont Rosmiarek, sondern an der Stadtverwaltung. Üblich sei diese Kurzfristigkeit nicht. Aber die Gespräche hätten sich halt hingezogen.

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