Das Gymnasium Garenfeld ist für einen Preis von knapp unter 1 Million Euro an einen Investor aus der Schweiz verkauft worden. © Reinhard Schmitz (A)
Meinung

Gymnasium Garenfeld: Rassistische Hetze gegen Käufer ist unerträglich

Vier Jahre lang fand sich keiner, der das leerstehende Gymnasium Garenfeld kaufen wollte. Jetzt gibt es einen Investor. Wie der Mann rassistisch verunglimpft wird, ist mehr als verstörend.

Ein paar Bauernhöfe, Eigenheime, drumherum nichts als Felder und Wiesen. In Garenfeld müssten Glück und Zufriedenheit zu Hause sein, sollte man glauben.

Doch seit das aufgegebene Privatgymnasium verkauft ist, offenbart sich eine ganz andere Sicht. Die rassistischen Anklänge, mit denen die Meinung angeheizt wird gegen den Investor aus der Schweiz, wirken mehr als verstörend. Wer im Internet googelt, stößt auf puren Rassismus und Diskriminierungen, die in „Roma-Clan“ gipfeln. Hätte sich irgendjemand solche Hetze erlaubt, wenn Amerikaner, Chinesen oder Russen den Zuschlag für das Objekt halten hätten? Wohl kaum.

Und selbst, wenn die Gerüchte um die Familien-Zugehörigkeit des Investors stimmen sollten: In welchem Jahrhundert leben wir denn, um ihn allein deswegen in Zweifel zu stellen? Fakt ist, dass er unterschrieben und bezahlt hat.

Dazu fällt mir eine Folge vom „Krankenhaus am Rande der Stadt“ ein, der tschechischen Mutter aller Krankenhausserien. In den neu gedrehten Folgen gab es eine Krankenschwester, die ängstlich verbarg, dass sie aus einer Roma-Familie stammte. Ihrem Vater wurde einmal Böses unterstellt. Doch dann zuckten alle zusammen, als sich herausstellte, dass der ein angesehener und schwerreicher Bauunternehmer war. Vielleicht sollte man diese Episode für die Garenfelder mal im Fernsehen wiederholen.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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Reinhard Schmitz

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