Gründerin des Kessen Landtheaters im Alter von 84 Jahren gestorben

Ingrid Rietig

Im Februar 1989 gründete Ingrid Rietig in ihrer Nachbarschaft das Kesse Landtheater Rheinermark. Drei Jahrzehnte später ist die leidenschaftliche Theatermacherin gestorben.

von Maximilian Stascheit

Schwerte

, 01.08.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gründerin des Kessen Landtheaters im Alter von 84 Jahren gestorben

Ingrid Rietig, die Gründerin des Kessen Landtheaters Rheinermark, ist im Alter von 85 Jahren verstorben. © Kesses Landtheater Rheinermark

Das Kesse Landtheater Rheinermark trauert um seine Gründerin. Am vergangenen Samstag ist Ingrid Rietig im Alter von 84 Jahren verstorben.

Auf einer Gartenparty am 5. November 1988 hatte sie damals ihre Idee bekannt gegeben. Sie wollte noch einmal Theater spielen und rief alle auf, sich daran zu beteiligen. Zu den ersten Proben versammelte sie das Laienschauspielensemble in ihrem Wohnzimmer. Doch dass aus dem ursprünglich einmalig geplanten Vorhaben eine gestandene Theatergruppe entstehen würde, welche das Publikum mit den Aufführungen ihrer Luststücke auch drei Jahrzehnte später noch zu begeistern weiß, hätte zu diesem Zeitpunkt wohl niemand gedacht.

Ein glückliches Händchen bei Stückauswahl und Rollenbesetzung

Dem unermüdlichen und leidenschaftlichen Einsatz der Gründerin, Schauspielerin und Darstellerin war es zu verdanken, dass sich das Kesse Landtheater in Hennen und Umgebung schnell einen Namen machte. Als Vereinsvorsitzende und Organisatorin zog Ingrid Rietig die Fäden hinter den Kulissen und bewies stets ein glückliches Händchen bei der Auswahl der Stücke sowie der Rollenbesetzung.

„Wir spielen, weil wir das Publikum erfreuen möchten, weil wir auch selber Spaß daran haben und weil wir Gutes tun, indem wir kranke und hilfsbedürftige Kinder unterstützen“, wurde die Regisseurin, die sich selbst als „Mädchen für alles“ bezeichnete, 2006 in einem Bericht der Ruhr Nachrichten über eine Premiere des Landtheaters zitiert. Den Mitgliedern der Schauspielgruppe, von denen sie liebevoll „Tante Ingrid“ genannt wurde, erlebten sie über drei Jahrzehnte als leidenschaftliche Theatermacherin, die mit Herzblut bei der Sache war. Als lebensfrohe Nachbarin, Kollegin und Mitstreiterin, deren Unterstützung man sich zu jedem Zeitpunkt gewiss sein konnte.

Auch nach ihrer aktiven Zeit blieb Rietig eine wichtige Ansprechpartnerin

2008 übergab sie den Vorsitz des Theatervereins nach 18 Jahren aus gesundheitlichen Gründen an Michael Zihn und wurde zur Ehrenvorsitzenden ernannt. Doch auch den Regiestuhl wusste Ingrid Rietig nach ihrer aktiven Zeit in guten Händen: Er wurde von ihrer Tochter Heike Straub übernommen, die dem Vereinsvorstand außerdem als zweite Vorsitzende angehört.

Doch auch nach ihrer aktiven Zeit blieb sie dem Verein als wichtige Ansprechpartnerin erhalten, die den Aktiven stets mit Rat und Tat zur Seite stand. So lag es ihr auch während ihrer Erkrankung am Herzen, die Aufführungen der Theatergruppe mitzuerleben. Auch die letzte Vorstellung im März dieses Jahres bekam sie trotz schwerer Krankheit nachträglich per Videoaufnahme zu Gesicht.

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