Glasfaserkabel: Auf Jahre vertröstet

Stadtwerke Schwerte

Erst war ihm der Glasfaseranschluss bis Ende 2010 versprochen worden. Jetzt soll er noch jahrelang warten. Kai Reinke ist stinksauer auf die Stadtwerke.

SCHWERTE

von Von Reinhard Schmitz

, 26.02.2011, 07:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Leerrohr für den Glasfaseranschluss ist im Keller von Manfred Prinz in der Reichshofstraße 68 schon längst vorbereitet. Was fehlt, ist das Kabel.

Das Leerrohr für den Glasfaseranschluss ist im Keller von Manfred Prinz in der Reichshofstraße 68 schon längst vorbereitet. Was fehlt, ist das Kabel.

Trotzdem – so berichtet Reinke – habe er Anfang Dezember den Termin erhalten, dass er am 27. Dezember an das Netz angeschlossen werden sollte. Daraufhin habe er die Stadtwerke darauf aufmerksam gemacht, dass dies ohne Kabel wohl ein vergebliches Unterfangen sei. Gleichzeit bat er darum, den bisherigen Telefonanschluss bei der Versatel nicht vom Netz zu nehmen. "Wenn er sich nicht gemeldet hätte, hätten sie meinem Schwiegersohn das Telefon mit Sicherheit schon abgeklemmt", ärgert sich Manfred Prinz: "Die Informationspolitik ist gleich Null." Die Mitarbeiter im Kundenbüro seien zwar immer freundlich und nett, ergänzt Reinke: "Aber man kriegt keine Informationen." Anfang der Woche aber dann doch die Aussage, dass der Anschluss noch anderthalb bis zwei Jahre dauere.

Eine Zeitspanne, auf die sich Stadtwerke-Geschäftsführer Michael Grüll gestern nicht festlegen wollte. "Der Kunde hat versehentlich ein Angebot bekommen", bedauerte er. Denn die untere Reichshofstraße zähle zur zweiten Ausbaustufe des Glasfasernetzes in Westhofen, für die am anderen Ende eine weitere Kopfstation zum Einspeisen der Signale gebaut werden müsse. Ursprünglich andere Vorhaben hätten sich bei der Feinplanung als nicht praktikel erwiesen. Aber dieser Ausbau sei derzeit wirtschaftlich nicht umzusetzen. Hintergrund ist laut Grüll die Forderung der Stadtwerke-Gesellschafter, die investierten Mittel schneller durch Einnahmen wieder auszugleichen. Um das ganze Stadtgebiet mit Glasfaser zu versorgen, seien rund 35 Millionen Euro nötig. Auch Wandhofen, wo der Geschäftsführer wohnt, ist noch längst nicht an das zukunftsweisende Datennetz angeschlossen.

Lesen Sie jetzt