Rettungsplan für insolvente Gießerei Hundhausen gerät ins Wackeln

dzInsolvenzen in Schwerte

Die Erleichterung war groß, als im Sommer ein Käufer für die insolvente Gießerei Hundhausen präsentiert wurde. Eigentlich sollte der Übergang zum 1. Oktober erfolgen. Doch es gibt Probleme.

Schwerte

, 19.11.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Euphorie vom Sommer ist verflogen aus den Gesichtern. Das Schicksal vom Nachbarbetrieb Hoesch Schwerte Profile, wo der Insolvenzverwalter mit der Ausproduktion das letzte Kapitel eingeläutet hat, lässt auch in den Mitarbeitern der Walter Hundhausen GmbH wieder die Angst hochkommen. Der Rettungsplan für die ebenfalls im Insolvenzverfahren befindliche Gießerei ist ins Wackeln gekommen. Eigentlich sollte sie schon zum 1. Oktober von einem Investor übernommen worden sein.

Ein Knackpunkt soll die Grundstücksfrage sein

„Es ist nicht mehr so sicher, wie wir es verkündet haben“, sagt Betriebsrats-Vorsitzender Reinhard Pilk auf Nachfrage. Es seien immer noch Randbedingungen für den Kauf zu klären. Ein Knackpunkt, so wollen Gerüchte in der Stadt wissen, soll die Grundstücksfrage sein. Tatsächlich gehören die Flächen, auf denen sie steht, der Fabrik nicht mehr selbst, wie Reinhard Pilk bestätigt: „Die Grundstücke sind vor zwei Jahren von uns verkauft worden.“ Innerhalb des Georgsmarienhütte-Konzern, zu dem Hundhausen gehört, hätten sie damals den Besitzer gewechselt. Von der Gussgruppe des Unternehmens gingen sie auf die Grundstücks-Sparte Real Estate über, was dem Betrieb kurzfristig eine Finanzspritze brachte.

Betriebsrat: „Alles noch in der Schwebe“

„Das Grundstück wird mit verkauft“, ist sich Reinhard Pilk aber für den Übergang von Hundhausen an einen Investor sicher. Er habe kürzlich noch darüber mit der Konzernleitung gesprochen: „Sie legt keine Hörner in den Weg.“ Man habe erst gedacht, bei den noch offenen Fragen für den Gießerei-Verkauf handele es sich bloß um Formalien, aber offensichtlich sei es doch mehr geworden: „Das ist dadurch alles noch in der Schwebe.“

Belegschaft ist schon um 130 Mann reduziert worden

Wie wahrscheinlich ist der Verkauf an den Investor noch? „Da kann ich nichts zu sagen“, erklärt der Betriebsrat. Die Arbeitnehmer jedenfalls hätten ihren Teil zu einem erfolgreichen Übergang getan. 130 Kollegen wechselten zum 1. August in eine Transfergesellschaft, sodass derzeit noch 408 Mitarbeiter an Bord seien. Alle seien jetzt „ein bisschen demotiviert“.

Antrag für Belegschaftsversammlung am Freitag gestellt

Sollte der Verkauf im ersten Anlauf tatsächlich nicht zustande kommen, so versucht der Betriebsrat, einen Plan B in der Hand zu haben: „Es könnte dann sein, dass ein neuer Investorenprozess gestartet werden muss.“ Es gebe nach wie vor Interessenten, darunter „mindestens einen, der hohes Interesse hat“.

Ein bisschen mehr Klarheit erhofft sich der Betriebsrat bei einer Belegschaftsversammlung, die für Freitag (20. November) geplant ist. Natürlich unter Coronabedingungen mit mehreren Veranstaltungen hintereinander, so dass die Teilnehmerzahl jeweils nicht zu groß wird. Ob die Versammlung in dieser Form stattfinden kann, muss die Stadt entscheiden. Ein Antrag sei gestellt.

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