So bereitet sich der Einzelhandel auf den kommenden Montag vor

dzEinkaufen in Schwerte

Schutzwände, Desinfektionsmittel, Abstandsmarkierungen: Die Schwerter Einzelhändler bereiten sich darauf vor, ihre Länden am Montag wieder zu öffnen. Teilweise mit einem mulmigen Gefühl.

Schwerte

, 16.04.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Atemschutzmasken aus der Apotheke hat Eva Stapper bereits besorgt. Wenn die Inhaberin der Ruhrtal-Buchhandlung die Pforten des Geschäfts in der Innenstadt am Montag wieder öffnet, werden die Mitarbeiter ihre Kunden mit Mundschutz in Empfang nehmen.

Nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwochabend nach einer Telefonkonferenz mit den Regierungschefs der Länder verkündet hatte, dass Geschäfte mit einer maximalen Größe von 800 Quadratmetern ab der kommenden Woche wieder öffnen dürfen, bestückte das Team der Ruhrtal-Buchhandlung am Donnerstag bereits die Regale mit neuer Literatur, die in den vergangenen Tagen eingetroffen war.

„Ich denke, dass es vielleicht zu früh sein könnte“

Auch eine Schutzwand an der Kasse sowie Spender für Desinfektionsmittel sollen bis Montag noch Einzug in das Buchgeschäft erhalten. Außerdem warte Stapper noch darauf, welche konkreten Vorgaben die Einzelhändler einzuhalten hätten - und richtet sich dabei auch vor allem an den Bürgermeister: „Am Ende kommt es natürlich darauf an, welche Ansagen Herr Axourgos uns macht, und was durch das Ordnungsamt dann genau kontrolliert wird.“

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Doch trotz aller Sicherheitsmaßnahmen - das gibt Stapper offen zu - hat sie ein etwas mulmiges Gefühl, wenn die Kunden nach der dreiwöchigen Zwangsschließung am Montag wieder in den Laden kommen. „Als Geschäftsfrau freue ich mich natürlich, dass wir wieder öffnen dürfen, aber persönlich als Mensch denke ich, dass das vielleicht zu früh sein könnte.“

Kunden nutzten die lokalen Serviceangebote

In den vergangenen Wochen hätten viele Kunden das Serviceangebot genutzt, ihre Bücher von der lokalen Buchhandlung nach Hause liefern zu lassen. „Wir sind in der gesamten Zeit quasi Versandbuchhandlung gewesen“, so Stapper.

Wie groß der Andrang in der kommenden Woche sein wird, ist für die Geschäftsfrau schwer einzuschätzen. „Die älteren Kunden bleiben wahrscheinlich vorsichtshalber zu Hause“, vermutet sie: „Aber die jungen Leute werden wahrscheinlich alle wieder rausströmen.“

Peter Rienhöfer, Vorsitzender der Schwerter Werbegemeinschaft, rechnet für die ersten Tage mit weniger Kundschaft in den Länden der Innenstadt: „Die Besucherfrequenz wird zu Anfang wahrscheinlich erst einmal gering bleiben.“ Trotzdem spricht der Inhaber des gleichnamigen Augenoptik-Geschäfts an der Kleppingstraße mit Blick auf die Entscheidung vom Mittwochabend von einem „positiven Signal“. Die Einzelhändler hätten nun noch Zeit, sich bis Montag auf die veränderte Situation einzustellen.

Bei Bachmann sollen Barrierebauten für Abstand sorgen

Damit begann auch Olaf Bachmann bereits am Donnerstagmorgen. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern, die er in Kurzarbeit geschickt hatte, beriet er in einer Telefonkonferenz über die Wiedereröffnung für den Publikumsverkehr. In seiner rund 50 Quadratmeter kleinen Buchhandlung möchte er durch Barrierebauten dafür sorgen, dass der Mindestabstand eingehalten wird. Auch dürften die Kunden das Geschäft lediglich einzeln oder zu zweit betreten. „Die Distanz wird auf jeden Fall groß genug sein“, versichert der Buchhändler.

Bedenken, dass es bei der Einhaltung der Hygienevorschriften zu Problemen kommen könnte, hat er jedoch nicht. „Ich habe in den letzten Tagen und Wochen selber beobachtet, dass es bei den Bäckern und Metzgern in der Innenstadt sehr gut läuft. Die Leute achten von sich aus schon auf den Mindestabstand, und der ist in den Warteschlangen meistens sogar noch größer als zwei Meter.“

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