Nach der Attacke auf ihren Nissan möchte Anja Scheuermann andere Autofahrer warnen. © Anja Scheuermann
Polizei in Schwerte

Gefährliche Aktion: Krähenfuß steckt im Reifen des Familienautos

Glücklicherweise fuhr die junge Mutter aus Schwerte nur durch die City. Unbekannte hatten die Räder ihres SUV attackiert. Sie braucht ihn für ihr schwerbehindertes Kind.

Wer steckt hinter der Aktion? Der Schwerbehindertenausweis für die kleine Tochter hinter der Windschutzscheibe zeigt doch: Die Familie ist wegen medizinischen Geräts auf ihr großes Auto angewiesen.

Trotzdem, so berichtet es Anja Scheuermann aus Schwerte, schreckten Unbekannte nicht vor der Attacke auf ihr Fahrwerk zurück. Wie gut, dass die Fahrt nicht auf die Autobahn, sondern nur durch die Stadt führte.

Auf dem Nachhauseweg machte das Auto komische Geräusche

Nur schnell zum Geldabheben – so berichtet die junge Mutter – war sie am Dienstagmorgen (2.3.) zur Sparkasse gefahren. An der Eintrachtstraße stellte sie ihren Nissan X Trail kurz auf dem Parkstreifen vor dem Ruhr-Nachrichten-Haus ab: „Es hat keine zehn Minuten gedauert.“

Auf dem Rückweg soll das Auto dann komische Geräusche gemacht haben, es klang wie ein Gluckern. Dass das auf das Entweichen der Luft in einem Rad zurückzuführen war, ahnte die Fahrerin zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Der eiserne Krähenfuß hatte sich tief in den Reifen des Nissan von Anja Scheuermann gebohrt.
Der eiserne Krähenfuß hatte sich tief in den Reifen des Nissan von Anja Scheuermann gebohrt. © Anja Scheuermann © Anja Scheuermann

Erst ihr Partner, den sie zu Hause dazu rief, entdeckte die Bescherung: „Das musst du dir mal ansehen.“ In einem Reifen steckte ein Krähenfuß, eine eiserne Kralle, die in jeder Lage mehrere spitze Zacken nach oben streckt. Einer davon hatte sich durch das Gummi gebohrt.

Anja Scheuermann zögerte keinen Moment, die Polizei anzurufen. „Nicht, dass sich das noch andere einfangen“, sorgte sie sich. Denn ältere Leute würden das Geräusch nicht unbedingt hören können – genauso wenig wie junge Leute mit lauter Musik.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen

Der Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Unna, Bernd Pentrop, bestätigt den Fall. Um 11.19 Uhr sei die Meldung auf der Wache eingegangen. Die 33-jährige Fahrerin des Nissan X Trail habe von der Schützenstraße aus angerufen, dass wegen eines Krähenfußes die Luft aus ihrem Reifen entwichen sei.

Sie sei von der Eintrachtstraße durch die halbe Innenstadt bis zur Schützenstraße unterwegs gewesen, wo der Schaden entdeckt worden sei. Die Polizei sagt: An welcher Stelle auf diesem Weg die eiserne Kralle gelegen habe, sei unbekannt: „Sie hat sie irgendwo reingefahren.“

Die Polizei stellte den Krähenfuß sicher, schrieb eine Strafanzeige und nahm die Ermittlungen auf wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Sachbeschädigung. „Wir hatten Glück im Unglück. Es ist kein Personenschaden entstanden“, sagt Anja Scheuermann. 320 Euro musste sie für zwei neue Winterreifen ausgeben.

„Die größte Sauerei war aber, dass der Schwerbehindertenausweis meiner Tochter im Auto lag.“ Jeder konnte sehen, dass die Vierjährige dringend auf den Nissan angewiesen ist. „Wer weiß, was die sonst noch anstellen“, sorgt sich die Mutter, die davon ausgeht, dass Krähenfuß und Größe des Autos in einem Zusammenhang stehen.

Sie habe schon viel Vandalismus erlebt. Erst vor knapp zwei Jahren wurde vor der Garage ihrer Wohnanlage zu Ostern ein Auto in Brand gesteckt. Ein Knall in der Nacht riss die Nachbarn aus dem Schlaf.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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Reinhard Schmitz

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