Gaspreis steigt zu Jahresbeginn kräftig - ohne Zutun der Stadtwerke

dzStadtwerke Schwerte

Wer seine Wohnung mit Gas heizt, muss ab nächstem Jahr kräftig tiefer in die Tasche greifen. Die Preise steigen, ohne dass die Stadtwerke etwas dazu können. Und das ist erst der Anfang.

Schwerte

, 21.11.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Öltanks können noch schnell randvoll gemacht werden, bevor der Staat mit der neuen Klima-Steuer zuschlägt. Wie teuer die Heizenergie geworden ist, merkt man in diesem Fall vielleicht erst im nächsten Sommer. Wer aber - wie die meisten - mit Gas heizt, hat keine Chance, sich zu bevorraten. Ihn trifft die Preiserhöhung sofort, die die Stadtwerke Schwerte zum 1. Januar 2021 ankündigen. Um satte 7,2 Prozent steigt der Gaspreis in der untersten Verbrauchsstufe (bis 2.000 Kilowattstunden im Jahr). Statt 8,155 werden dort künftig 8,697 Cent pro Kilowattstunde berechnet.

Auf die Klima-Steuer wird auch noch Mehrwertsteuer geschlagen

Der Staat kassiert dabei gleich doppelt vom Verbraucher. Denn auf die neu eingeführte Klima-Steuer, die unter dem Namen CO2-Preis läuft, wird noch die übliche Mehrwertsteuer von 19 Prozent fällig. Die Zusatz-Abgabe von 0,455 Cent pro Kilowattstunde führt auf diese Weise zu einer tatsächlichen Mehrbelastung von 0,54 Cent pro Kilowattstunde.

Die neue Klima-Steuer treibt die Gaspreise in den kommenden Jahren kontinuierlich in die Höhe.

Die neue Klima-Steuer treibt die Gaspreise in den kommenden Jahren kontinuierlich in die Höhe. © dpa

Doch das ist erst der Beginn der Klima-Abgabenspirale, an der die Bundesregierung zumindest bis zum Jahr 2025 regelmäßig weiterdreht, wie Michaela Zorn-Koritzius berichtet. Die Berechnung ist kompliziert. Als Maßstab hat Berlin die Menge C02 angelegt, die beim Heizen mit einem fossilen Brennstoff entsteht. „Dabei steigt der Preis bis 2025 kontinuierlich von nun 25 auf 55 Euro pro Tonne CO2“, erläutert die Stadtwerke-Sprecherin. Erdgas schneide bei diesen Kosten noch am besten ab, da der Emissionsfaktor deutlich niedriger sei als zum Beispiel bei Heizöl. Der Aufschlag gilt genauso für den Verkehr - Benzin und Diesel werden zum Jahreswechsel ebenfalls spürbar teurer.

Musterhaushalt hat jeden Monat über 6 Euro Mehrkosten

Die Mehrkosten für eine warme Wohnung kann Michaela Zorn-Koritzius an einem Beispiel verdeutlichen: „Für einen durchschnittlichen Schwerter Haushalt mit drei Personen und einem Jahresverbrauch von zum Beispiel 14.000 Kilowattstunden entstehen hierdurch monatliche Mehrkosten in Höhe von 6,32 Euro...“. Die Mehrwertsteuer von 19 Prozent sei darin inbegriffen.

Ohne die neue C02-Abgabe wäre der Gaspreis stabil geblieben

Ohne die neue Klima-Steuer wäre der Gaspreis bei den Stadtwerken Schwerte stabil geblieben - auch der Grundpreis pro Anschluss, der zusätzlich zu den verbrauchten Kilowattstunden berechnet wird. „Der Grundpreis hat sich nicht geändert“, betont Michaela Zorn-Koritzius. Dass dieser in den Schreiben, die den Kunden in diesen Tagen zugehen, im Jahresvergleich ebenfalls erhöht erscheint, hat einen anderen Grund: In diesem Jahr haben ihn die Stadtwerke verbilligt, weil sie die wegen der Coronakrise für das zweite Halbjahr von 19 auf 16 Prozent gesenkte Mehrwertsteuer sogar für das ganze Jahr an ihre Kunden weitergeben: „Ab dem 1. Januar 2021 gilt wieder der alte Steuersatz von 19 Prozent.“

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Über den gesetzlichen CO2-Aufschlag hinaus möchten die Stadtwerke den Gaspreis stabil halten. „Die Grundversorgungspreise sind nunmehr seit zwei Jahren stabil, und eine weitere Änderung ist derzeit nicht geplant“, sagt die Sprecherin. Auch bei Strom und Wasser seien von den Stadtwerken Schwerte keine Preissteigerungen vorgesehen. Und Vorteile zum Beispiel durch die Ruhrpower-Bündelprodukte blieben bestehen. Außerdem gebe es ein neues Tarifangebot Ruhrpower Gas mit besonders niedrigem Preis und einer Preisgarantie bei etwas längerer Laufzeit.

Bundesregierung will mit Zusatzeinnahmen den Klimaschutz fördern

Von dem neuen C02-Preis behalten die Stadtwerke nichts. Die Bundesregierung will mit diesen Einnahmen den Klimaschutz fördern.

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