Klaus Stemkowicz, Inhaber der Fahrschule Schürmann in Schwerte, darf wie seine Kollegen seit Dienstag wieder Fahrschüler ausbilden. © Beneke (Archiv)
Fahrschulen in Schwerte

Für die Fahrschulen ist Schluss mit Lockdown – und der veralteten Fahrprüfung

Die Fahrschulen dürfen wieder mit dem Unterricht starten. Zumindest für manche Schüler und nur mit Maske. Seit Jahresbeginn gibt es eine geänderte Fahrerlaubnisprüfung. Was bedeutet das?

„Seit heute dürfen wir wieder Fahrschüler ausbilden”, das ist die gute Nachricht, die Klaus Stemkowicz, Inhaber der Fahrschule Schürmann, am Dienstagmorgen (12.1.) verkünden kann. Jetzt ist er dabei, die Fahrschüler anzurufen, die die Voraussetzungen erfüllen.

Laut der neuen Corona-Schutzverordnung dürfen „praktische Ausbildungen einschließlich der Prüfung fortgesetzt werden, wenn bereits mehr als die Hälfte der verpflichtenden Ausbildungsstunden absolviert wurde”. Während der Fahrten müssen Fahrlehrer, Fahrschüler und gegebenenfalls auch der Fahrprüfer Masken tragen.

Die Erleichterung bei Fahrlehrer Klaus Stemkowicz ist entsprechend groß. „Alles hat tot gelegen. Bis März hätten wir das noch durchgehalten und dann wäre Schluss gewesen. Das war ja jetzt schon das zweite Mal und irgendwann sind die Rücklagen aufgebraucht.”

Besonders für die Fahrschüler eine Erleichterung

Auch Dirk Eichmann, der seine Fahrschule an zwei Standorten in Schwerte betreibt, ist erleichtert und freut sich besonders für die Fahrschüler. „Es geht endlich ein bisschen weiter. Das ist besonders für die Schüler schön, dass sie jetzt wieder Anschluss finden. Die hängen ja auch in der Luft.”

Jetzt startet bei ihm wieder der Praxisunterricht für alle, die „mehr als die Hälfte der gesetzlich vorgeschriebenen Stunden schon haben”. Diejenigen, die schon die Theorieprüfung bestanden haben, dürfen dann auch die praktische Prüfung machen.

„Wir dürfen auch die unterrichten, die die theoretische Prüfung noch nicht bestanden haben. Die können nur im Moment dann noch keine praktische Prüfung ablegen.”

Optimierte Praktische Fahrerlaubnisprüfung

Und was sagen die Fahrlehrer zu der Optimierten Praktischen Fahrerlaubnisprüfung (OPFEP), die es seit Anfang Januar gibt? Sie soll dazu beitragen, das hohe Unfallrisiko von Fahranfängern zu vermindern. Unter anderem wird Verlauf der Prüfung jetzt elektronisch in einem digitalen Prüfprotokoll genau festgehalten. Der Fahrschüler kann sich das Protokoll nach der Prüfung ausdrucken.

Für die praktische Fahrprüfung gibt es jetzt ein digitales Prüfprotokoll.
Für die praktische Fahrprüfung gibt es jetzt ein digitales Prüfprotokoll. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Klaus Stemkowicz sieht in einem solchen Protokoll durchaus Vorteile. „Das ist eine gute Sache, weil ein Prüfling, der durch die Prüfung gefallen ist, genau sieht, warum er durchgefallen ist. Es wird greifbarer”, so Stemkowicz. Und auch für die Fahrlehrer biete es einen entscheidenden Vorteil. „Der Fahrlehrer kann so genauer erkennen, woran noch gearbeitet werden muss.”

Auch Dirk Eichmann sieht durchaus Vorteile in dem neuen Verfahren. „Für den Schüler ist es ein Anhalt, anhand dessen er hinterher nachvollziehen kann, was er falsch gemacht hat.” Sonst habe es immer Diskussionen gegeben wie „Das habe ich gar nicht gemacht” oder „Das stimmt so nicht”. „Deswegen ist so ein Protokoll nicht schlecht”, so Eichmann.

Für den Ablauf hinderlich

Doch mit dem neuen Verfahren dauert die Prüfung nun auch zehn Minuten länger. Ein Problem? Klaus Stemkowicz sieht die verlängerte Prüfungsdauer zunächst als „nicht kriegsentscheidend”.

Dirk Eichmann dagegen findet sie hinderlich. „Es ist für den Ablauf der Prüfungen hinderlich, weil viel Zeit verloren geht. Statt neun können wir nur noch sieben Prüfungen am Tag machen.” Besonders in Zeiten, wo es aufgrund der ausgefallenen Prüfungen ohnehin schon einen Stau gebe.

„Ich hätte das noch zurückgestellt auf einen Zeitpunkt, wenn wieder alles annähernd normal läuft”, so Eichmann. Denn jetzt arbeite man zunächst den Überschuss an Prüflingen auf. Wegen des Defizits an Prüfungsterminen gehe das noch langsamer. „Wir sind dann diejenigen die dazwischenstehen. Wir bekommen weniger Prüfungstermine vom TÜV und müssen dann die Fahrschüler vertrösten. Jetzt haben wir wieder eine Bremse da drin”, ärgert sich der Fahrlehrer.

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