Freischütz bietet sein Essen für besondere Kunden im Stadtpark an

dzCorona-Pandemie

Nein, es war nicht die Rückkehr des Streetfoodmarkts. Dennoch stand ein Fahrzeug mit Speisen vom Freischütz am Freitag im Stadtpark. Und das hat etwas mit der Coronapandemie zu tun.

Schwerte

, 14.11.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einen Foodtruck suchte man in diesem Jahr im Stadtpark vergeblich. Denn der Streetfoodmarkt fiel der Corona-Krise zum Opfer. Aber am Freitag stand plötzlich doch ein Fahrzeug mit Speisen im Park. Auf der Seite prangte groß das Logo vom Freischütz. Einen kleinen Gartenpavillon und einen Tisch als Ausgabetresen hatte man gleich mitgebracht und auch ein Gericht des Tages. Graupensuppe mit Rindfleischeinlage war im Angebot, dazu frisches Baguette, alkoholfreie kalte Getränke sowie heißer Kaffee und Kakao. Doch anders als beim Streetfoodmarkt war am Freitag alles umsonst.

Küche ist derzeit unterbeschäftigt

Warum der Freischütz jetzt für Obdachlose und Bedürftige kocht und das Essen im Stadtpark verteilt, hat auch mit Corona zu tun. Denn die Küche der Waldgastronomie ist derzeit unterbeschäftigt. „Da uns in der jetzigen Situation wieder etwas die Hände gebunden sind und wir nicht unserer originären Tätigkeit und unserer Leidenschaft nachkommen können, haben wir uns entschieden, wie im Frühjahr diejenigen zu unterstützen, denen es weitaus schlechter geht und die noch mehr betroffen sind von der Pandemie als wir“, erläutert Philip Winterkamp, einer der beiden Geschäftsführer der Muto Heimatgastronomie, die den Freischütz zu Jahresbeginn übernommen hat. Bereits im Frühjahr, während des ersten Lockdowns hatte man mit der Aktion in Dortmund begonnen. Das sogenannte Gasthaus gab an Obdachlose jeden Sonntag bis zu 200 Portionen Essen aus. Andere Gastronomen stiegen schnell ein. Bis weit in den Juni reichte die Aktion.

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Truck im Stadtpark hat jeden Freitagnachmittag geöffnet

Jetzt liegen wieder alle Küchen brach. Und weil der neue Hauptbetrieb der Muto Heimatgastronomie nun der Freischütz in Schwerte ist, wollte man auch hier Bedürftigen helfen. In Absprache mit den Sozialarbeitern des VSI, die sich um die sogenannte Stadtparkszene kümmern, legte man den Freitagmittag als wöchentlichen Termin fest. „Wenn das Angebot angenommen wird, ziehen wir das mindestens über den Winter durch“, kündigt Winterkamp an.

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Und den Kunden, die zur ersten Essenausgabe am Freitag kamen, hat die Hausmannskost geschmeckt. Super lecker sei es gewesen, sagte einer der Männer, der seine Schale zurückgab und sich noch ein wenig Brot mitnahm. Die beiden Freischützchefs, die zum Auftakt der Aktion selbst in den Stadtpark gekommen waren, freut das. Schließlich haben auch sie ihre Sorgen, denn die Großgastronomie im Schwerter Wald leidet nicht nur unter dem aktuellen Lockdown.

Winterkamp (Mitte), Geschäftsführer vom Freischütz, war zum Auftakt der Aktion selber Ort.

Winterkamp (Mitte), Geschäftsführer vom Freischütz, war zum Auftakt der Aktion selber Ort. © Heiko Mühbauer

Freischütz auf Feiern im Saal angewiesen

Im Freischütz wartet man darauf, dass es irgendwann wieder Veranstaltungen im großen Saal geben kann, denn davon lebt das Unternehmen.

Bis dahin freut sich die Stadtparkszene über die gastronomischen Spenden. Nach dem Auftakt mit der Graupensuppe soll es wöchentlich mit einem Schöpfgericht weitergehen. Die angepeilte Speisekarte reicht von Geschnetzeltem bis zum Grünkohl oder deftigen Eintöpfen. Und vielleicht gibt es Richtung Weihnachten auch mal ein Gänseessen, überlegt Winterkamp. Das würde aber einen größeren Organisationsaufwand bedeuten.

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