Waldi ist sehr zutraulich, deshalb schlug er auch nicht Alarm, als er mitgenommen wurde. © Privat
Hund ist wieder da

Frau hatte Waldi mitgenommen: Polizei prüft Diebstahl oder Unterschlagung

Der verschwundene Familienhund Waldi aus Dortmund-Hörde ist seit Silvester wieder bei seinen glücklichen Haltern. Was geschieht nun aber mit der Frau, die ihn mitgenommen hat?

Am Silvestertag hatte eine Zeugin den verschwundenen Familienhund Waldi in Hörde vor einem Drogeriemarkt entdeckt. Das Tier war Mitte Dezember von einem heimatlichen Grundstück verschwunden. Und mithilfe der Hundesuchhilfe Schwerte und Umgebung aufwändig gesucht worden. Eine Frau hatte ihn offensichtlich vom Grundstück mitgenommen. Wie es jetzt weitergeht, erklärt die Polizei.

Vorab: Waldi ist wieder da, bestätigte Polizeisprecher Sven Schönberg. Erkannt wurde er übrigens an seinem Geschirr, das er immer noch um hatte: eine Kombination aus Brustgurt und Halsband mit der Aufschrift „Mamas Liebling“. Die Bilder von Waldi mit dem auffälligen Geschirr hingen überall, von Hörde bis Schwerte, als der Hund noch gesucht wurde.

Die Zeugin benachrichtigte nicht nur die Angestellten des Drogeriemarkts und die Polizei, sondern auch die Besitzerin von Waldi. Die identifizierte den Hund einwandfrei.

Diebstahl oder Unterschlagung?

Und was ist mit der Frau, die kurz darauf kam und das Tier losbinden wollte? „Deren Personalien haben wir festgestellt“, sagt Schönberg. Hier müsse aber jetzt noch ermittelt werden. Vor Ort habe die Frau gesagt, sie habe den Hund gefunden. Ob das stimmt, wird die Polizei nun prüfen.

Anna Meltzer mit Waldi. Nach zweieinhalb Wochen Suche tauchte der kleine Mischlingshund wieder auf. © privat © privat

Denn zum einen befand sich Waldi auf einem privaten Grundstück, als er verschwand. Zum anderen hatte er ein Geschirr um. Es sei also davon auszugehen, dass man erkennen konnte, dass der Hund jemandem gehört. In Betracht kommen Diebstahl oder Unterschlagung, wenn es tatsächlich ein gefundenes Tier war. Dabei kommt es sehr auf die Situation an, und darauf, was die Frau in diesem Moment dachte.

Tiere sind strafrechtlich eine „fremde Sache“

Tiere gelten in Deutschland rechtlich als Sachen, somit wäre auch der Hund hier als bewegliche Sache einzuordnen. Das Strafrecht definiert eine Sache als „fremd“, wenn sie im Eigentum eines anderen steht. Da der Hund offensichtlich nicht „herrenlos“ war, gilt die Tat zunächst als Diebstahl.

Wenn man einen Hund findet, muss man in Deutschland in der Regel davon ausgehen, dass er jemandem gehört. Wer den Fund dennoch nicht meldet und das Tier behält, könnte sich deshalb der Unterschlagung schuldig machen. Beide Fälle werden in Deutschland meist mit Geldstrafen geahndet.

Tiere auf jeden Fall chippen und registrieren

Hundediebstahl sei in Deutschland gar nicht so selten, sagt die Tierschutzorganisation Vier Pfoten auf ihrer Homepage und rät Hundebesitzern, ihre Tiere immer chippen und in einem Haustierregister registrieren zu lassen. Damit kann das Tier, wenn es gefunden wird, schnell seinen Besitzern zugeordnet werden.

Außerdem warnen die Experten davor, Hunde nie unbeaufsichtigt vor Geschäften zurückzulassen. Hunde sollten beim Einkaufsbummel zu Fuß möglichst zuhause bleiben.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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Heiko Mühlbauer

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