Brandgefahr in Schwerter Wäldern: Rauchverbot bis Ende Oktober

dzWaldbrandgefahr

Altes Holz, trockene Blätter, abgestorbene Fichten – In Schwerter Wäldern könnte momentan jeder Funke einen Waldbrand auslösen. Die Feuerwehr und der Forstbetrieb Wald & Holz geben Tipps.

Ergste

, 26.04.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Wenden im Sauerland hat der Wald großflächig gebrannt, kleinere Feuer gab es auch in anderen Wäldern des Landes. Die Ursachen sind unbekannt, unter Verdacht stehen aber weggeworfene Zigaretten-Kippen und der Brennglaseffekt entsorgter Glasflaschen.

Für Schwerte gilt laut Deutschem Wetterdienst (DWD) Stufe 3 von 5 im Waldbrand-Gefahren-Index, also ein Mittelwert. Doch Förster Andreas Weber vom Landesbetrieb Wald und Holz macht sich Sorgen.

„Der Waldboden ist komplett trocken“, berichtet er. Trockenes Laub und alte Äste liegen herum. Er und seine Kollegen haben bereits Waldbrand-Bereitschaft.

In Ergste kommen jene Flächen hinzu, auf denen vom Borkenkäfer abgetötete Fichten gefällt wurden und auf denen jetzt noch große Mengen Rinde und Äste herumliegen.

Erhöhte Gefahr durch große Zahl an Wanderern

Deshalb appelliert der Förster an Waldbesucher, besonders aufzupassen, keine Zigarettenkippen wegzuwerfen oder Glas. Auch das Parken von Autos über trockenem Waldboden oder Gras ist gefährlich. Heiße Katalysatoren können das Material entzünden.

Gerade jetzt in der Corona-Zeit sieht Weber eine erhöhte Gefahr: „Es gehen einfach viel mehr Menschen spazieren, man kann ja sonst nicht viel machen.“

Die Erfahrung hat auch Hendrik Wassermann vom Gut Halstenberg in Ergste, gemacht: „Die Parkplätze für die Wanderer sind voll“, berichtet er. Und er hat beobachtet: „Viele Waldbesucher suchen dann andere Parkmöglichkeiten, zum Beispiel an den Rändern der Waldwege“. Eine fatale Idee, denn im Brandfall behindern diese Autos die Feuerwehr.

Waldboden ist völlig ausgetrocknet

Die Trockenheit und das sonnige Wetter sind gerade in diesen Wochen besonders schädlich für den Wald. Denn die Bäume haben noch keine dichten Baumkronen. Wertvolle Feuchtigkeit geht so schneller nach oben verloren.

Im Winter habe es zwar ausgiebig geregnet und den Boden durchfeuchtet, so Andreas Weber, doch zuletzt habe es Anfang März geregnet, die Oberfläche sei also völlig ausgetrocknet.

Aus diesem Grund hat der Kreis Unna entsprechende Informationen von Kreisbrandmeister Thomas Heckmann herausgeben. Darin heißt es zuerst: „Das Rauchen im Wald ist vom 1. März bis zum 31. Oktober verboten.“

Außerdem ist das Wegwerfen von Zigarettenkippen auch aus fahrenden Fahrzeugen heraus ebenfalls verboten. Es handelt sich zudem um eine Ordnungswidrigkeit. Grillen im Wald, an Waldrändern und in der freien Landschaft ist ebenfalls untersagt.

Holz ist nicht mehr zu verkaufen

Besonders schlecht dran sind die Fichten in den Schwerter Wäldern. Sie konnten bereits in den vergangenen zwei Jahren nicht genug Harz produzieren, um den Borkenkäfer abzuwehren. Deshalb sieht man überall abgestorbene Fichten herumstehen oder große Freiflächen, auf denen Fichten abgeholzt wurden.

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Bleibt das Wetter so trocken, sieht es schlecht aus für die Fichten. „Wenn es nochmal so einen Sommer gibt wie 2018 und 2019, haben wir im nächsten Jahr keine grüne Fichte mehr in Schwerte“, sagt Wassermann, der Fichten eigentlich als Brennholz vermarktet.

Weil es Waldbauern aber in der gesamten Region ähnlich geht und überall Fichten gefällt werden, gibt es ein Überangebot. „Man kann Fichtenholz momentan nicht verkaufen.“

Jetzt werden Eichen gezüchtet

Darunter leiden auch andere Bäume. Mitten zwischen den braunen Fichten stehen knackig grüne Nadelbäume. „Das sind Douglasien“, sagt Wassermann. Die müsste man eigentlich von ihren abgestorbenen Nachbarn befreien. Doch dann sind sie ungeschützt dem Wind ausgesetzt und könnten entwurzelt werden.

Auch deshalb geht das Gut Halstenberg jetzt einen anderen Weg. In dieser Woche werden auf Flächen des Gutes Eichen gesät, mit selbst gesammelten Eicheln eigener Roteichen. So soll eine Art Eichen-Zucht entstehen. Die geernteten Eicheln sollen irgendwann in alle Welt verkauft werden.

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