Feuer am Altenheim: Feuerwehr fordert Unterstützung vom Kreis an

dzFeuerwehr in Schwerte

Fast die gesamte Schwerter Feuerwehr rückte am Dienstagabend zum Großeinsatz am Klara-Röhrscheidt-Haus aus. Ein Brandmelder des Altenheims hatte ausgelöst, ein Anrufer Feuerschein gemeldet.

Schwerte

, 28.10.2020, 11:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Geballtes Blaulicht-Gewitter an der Schützenstraße, Blaulicht-Gewitter an der Ostberger Straße. Alle Einheiten der Feuerwehr - bis auf den in Reserve gehaltenen Löschzug Ergste - wurden am Dienstagabend rund um das Klara-Röhrscheidt-Haus in Stellung gebracht. Um 21.37 Uhr hatte die Brandmeldeanlage des Seniorenheims bei der Rettungsleitstelle des Kreises Unna Alarm ausgelöst.

Anrufer meldete Feuerschein auf dem Balkon

Wie Einsatzleiter Dietmar Spaenhoff berichtet, eilten umgehend die Retter der Hauptamtliche Wache und ein erster Löschzug zum Unglücksort. Diese Einsatzstärke reiche normalerweise, weil die Alarmanlage als Früherkennungsmittel für Brände gilt. Als jedoch zwei Minuten später telefonisch die Nachricht von Feuerschein auf einem Balkon einging, wurde der Alarm unverzüglich um zwei Stufen erhöht. Zusätzlich wurden dadurch die Löschzüge aus Geisecke, Villigst, Westhofen und Wandhofen angefordert, außerdem ein Einsatzleitwagen des Kreis-Fernmeldedienstes und der Kreisbrandmeister. Außerdem wurde die Einsatzlage „Massenanfall von Verletzten“ ausgelöst, weil mit vielen Patienten gerechnet werden musste. Drei Rettungswagen, ein Notarzt und ein leitender Notarzt rückten an.

Auch die Drehleiter wurde vor dem von dem Brand betroffenen Balkon in Stellung gebracht. Die Polizei war ebenfalls vor Ort.

Auch die Drehleiter wurde vor dem von dem Brand betroffenen Balkon in Stellung gebracht. Die Polizei war ebenfalls vor Ort. © Reinhard Schmitz

Das erste Fahrzeug, das um 21.41 Uhr vor Ort war, bestätigte das Feuer. Glücklicherweise beschränkte es sich aber auf einen großen Balkon auf der zweiten Etage an der Südseite des Gebäudes. „Zimmer waren nicht in Mitleidenschaft gezogen“, sagt Dietmar Spaenhoff. Über eine Außentreppe konnten die Feuerwehrleute den Brandherd schnell erreichen und mit Wasser aus ihrem Schlauch löschen.

Terrassenscheibe zur Küche war schon geplatzt

Weil die Hitze die Terrassenscheibe zum angrenzenden Küchen- und Speisezimmer des Altenheim-Wohnbereichs zum Platzen gebracht hatte, war der Rauch in diesen Raum gezogen. „Er war aber nur im Bereich der Küche“, erklärt Dietmar Spaenhoff. Das erst kürzlich umgebaute und modernisierte Gebäude sei technisch gut gegen ein Weiterziehen des Rauchs abgeriegelt. Um den Qualm aus der Küche zu vertreiben, öffneten die Einsatzkräfte die Terrassentür und die gläsernen Türen am Haupteingang im Erdgeschoss. Dort stellten sie einen Hochleistungslüfter auf, der den Rauch per Durchzug ins Freie drückte. Schon um 21.54 Uhr konnte die Entwarnung gegeben werden, alle noch auf der Anfahrt befindlichen Fahrzeuge drehten wieder ab.

Polizei: Terrasse wurde wohl häufig zum Rauchen benutzt

Die Ermittlungen nach der Ursache des Feuers hat die Kriminalpolizei aufgenommen, wie Polizei-Pressesprecher Christian Stein (Unna) berichtet. Die Beamten hätten die Brandstelle auf der Außenterrasse, wo eine Plastikbox für Stuhlauflagen vollkommen ausgebrannt sei, erst einmal beschlagnahmt. Es werde geprüft, ob es sich um vorsätzliche oder fahrlässige Brandstiftung handele. „Die Terrasse wird wohl anscheinend häufiger als Raucherterrasse genutzt“, sagt Christian Stein.

Durch die Hitze sind laut Polizeiangaben mehrere Fenster beschädigt worden. Scheiben seien geborsten. Der entstandene Sachschaden liegt nach ersten Schätzungen bei rund 10.000 Euro.

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