Darum hat Fröndenberg fast so viele Feuerwehrleute wie Unna und Lünen

dzFeuerwehr

Die Feuerwehrleute haben im Kreis Unna derzeit ganz schön viel zu tun, ein Feldbrand jagt den nächsten. Freiwillige Feuerwehren gibt es in jeder Kommune – mancherorts sogar in erstaunlich großer Zahl.

Kreis Unna

, 08.08.2019, 15:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sage und schreibe 281 Aktive zählte die Freiwillige Feuerwehr in Fröndenberg Ende 2018 – fast so viele wie die Kreisstadt Unna mit 313. Und deutlich mehr als etwa Holzwickede mit 80 oder die 50.000-Einwohner-Stadt Schwerte mit 167. Sogar Lünen, die mit rund 86.000 Einwohnern einwohnerstärkste Stadt des Kreises Unna, hat 15 freiwillige Feuerwehrleute weniger als Fröndenberg.

Zwar kommen in den größeren Städten Kamen, Schwerte, Unna und Lünen noch hauptamtliche Kräfte hinzu. Trotzdem sorgt die Statistik, die der Kreis Unna am Donnerstag auf Anfrage unserer Redaktion zur Verfügung stellte, für eine gewisse Verwunderung.

Mehr Fläche und mehr Ortsteile

Kreisbrandmeister Thomas Heckmann hat freilich eine Erklärung dafür, warum es in Fröndenberg trotz vergleichsweise geringer Einwohnerzahl so viele Feuerwehrleute gibt. Es liege an der Struktur der Kommune. So sei Fröndenberg etwa flächenmäßig deutlich größer als etwa Holzwickede. Das Landesamt für Statistik weist in den Kommunalprofilen für Fröndenberg eine Fläche von 56,23 Quadratkilometern aus, für Holzwickede nur 22,36 Quadratkilometer. Zum weiteren Vergleich: Lünen ist zwar wesentlich dichter besiedelt, hat aber nur unwesentlich mehr Fläche (59,39).

Verwurzelung in der Bevölkerung

Da Fröndenberg über 14 Ortsteile verfügt, die zum Teil sehr weit auseinander liegen, gibt es auch zwölf verschiedene Löschgruppen, die im jeweiligen Dorf verwurzelt sind. Letzteres belegt auch die Zahl von 60 aktiven Jungen und Mädchen in vier Gruppen der Jugendfeuerwehr, die die Fröndenberger Feuerwehr auf ihrer Internetseite veröffentlicht.

Intensivere Zusammenarbeit bei Großlagen

Bei zukünftigen Großeinsätzen werden die Wehren aus dem ganzen Kreis Unna noch intensiver zusammenarbeiten. Wie Kreisbrandmeister Thomas Heckmann erklärt, zieht der Kreis damit die Lehren aus dem Großbrand bei der GWA in Bönen vor gut einem Jahr, der über 1000 Feuerwehrleute aus der Region über mehrere Tage beschäftigt hatte.

Darum hat Fröndenberg fast so viele Feuerwehrleute wie Unna und Lünen

Kreisbrandmeister Thomas Heckmann bekommt bei künftigen Großeinsätzen Unterstützung von Führungsgruppen, die aus weiteren erfahrenen Feuerwehrleuten wie den Wehrleitern aus dem Kreis Unna bestehen. © Udo Hennes

„Damals“, so Heckmann, „hatten wir Defizite in der Kreiseinsatzleitung“, die „Führungsunterstützung“ im Einsatzleitwagen habe gefehlt. Es seien zu viele Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen gewesen, ergänzt Kreissprecherin Constanze Rauert, und führt als Beispiele den Nachschub von Kraftstoff, die Verpflegung der Einsatzkräfte und die Ablösung durch „frisches“ Personal an.

An einer Neuaufstellung der Kreiseinsatzleitung seien nach dem größten Brand der jüngeren Kreis-Geschichte alle Feuerwehren aus dem Kreisgebiet beteiligt worden. Mit dem Ergebnis, dass es nun zwei jeweils zwölfköpfige Führungsgruppen unterhalb des Einsatzleiters gibt, die diesen entlasten und unterstützen sollen.

Führungsgruppen für den Nord- und Südkreis

Die Führungsgruppe Nord besteht aus den Feuerwehrchefs und benannten Führungskräften der Wehren in Kamen, Bergkamen, Lünen, Werne und Selm. Die Führungsgruppe Süd bilden Vertreter der Wehren aus Unna, Bönen, Holzwickede, Fröndenberg und Schwerte.

Kommunikation und Koordination sollen bei Einsätzen wie dem GWA-Großbrand damit verbessert werden. „Es geht darum“, so Rauert, „dass nicht mehr jede Feuerwehr für sich in der Leitstelle anruft, wenn sie neuen Diesel braucht, sondern die Führungseinheiten das bündeln, und es geht dabei auch um den Faktor Zeit.“ Binnen 30 Minuten sollen die Führungsgruppen im Bedarfsfall einsatzfähig sein.

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