Nach tödlichem Wohnungsbrand: Was ist die Ursache? Wer war das Opfer?

dzFeuer am Beckenkamp

Die Ermittlungen zum Brand am Beckenkamp dauern an und gestalten sich kompliziert. Neben einem Brandgutachter forschen auch DNA-Experten nach der Ursache und der Identität des Opfers.

Schwerte

, 29.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon kurz, nachdem die Feuerwehr am Donnerstag den Brand am Beckenkamp gelöscht hatte, war klar: Die Flammen haben kaum etwas übrig gelassen von dem Raum, in dem sie wüteten. Auch ein Mensch ist ihnen zum Opfer gefallen.

Einige Tage später bleiben noch immer viele Fragen offen. Die Identität des Opfers konnte noch nicht abschließend festgestellt werden. Eine Frau sei es, so viel stand schon am Tag des Feuers fest. Aber auch, um wenigstens diese Frage klären zu können, hatte die Polizei Stunden gebraucht.

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Zwar habe am Montag bereits eine Obduktion stattgefunden, teilt Polizeisprecherin Vera Howanietz mit. Man habe die Tote aber noch nicht identifizieren können, zu stark seien die Verbrennungen am Körper. Mit Gluthitze hatten die Flammen in dem Schlafzimmer gewütet, in dem der Leichnam gefunden worden war. Wegen der Unkenntlichkeit des Opfers - so die Sprecherin weiter - habe man nun Experten hinzugezogen, die die DNA auslesen. „Das dauert und ist kompliziert“, so Vera Howanietz.

Feuer hat kaum Indizien zur Ursachenermittlung übrig gelassen

Und auch zur Brandursache konnten am Dienstag noch keine Angaben gemacht werden. „Die Ursachenermittlung dauert auch noch an. Da muss man wirklich ganz genau hinschauen. Ein Experte war mehrfach vor Ort, natürlich kann der nur anhand der Indizien ermitteln, die er auch vorfindet.“

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Und da gibt es nur noch wenige. Mindestens 800 Grad müssen die Flammen im ersten Obergeschoss des Wohnblocks am Beckenkamp erreicht haben. Das Schlafzimmer war anschließend komplett ausgebrannt, Splitter des dick isolierverglasten Fensters waren mit Wucht bis zu 15 Meter weit geschleudert worden. Später ging die Polizei davon aus, dass wohl Spraydosen die Explosionen verursacht hätten.

Nachbarin sah Frau noch um Hilfe rufend am Fenster stehen

Anwohner der Vonovia-Siedlung hatten erzählt, dass es mehrmals laut geknallt habe und dabei Feuerstöße nach draußen gedrungen waren. Eine Nachbarin, die im selben Haus mit dem Todesopfer gelebt hatte, berichtete davon, wie sie die Frau noch um Hilfe rufend am Fenster gesehen hätte.

Dahinter wurde sie nach Angaben von Feuerwehrleuten bei dem Einsatz später leblos entdeckt, als die Flammen gelöscht worden waren.

In der Wohnung, so wussten Umstehende am Unglücksort beizutragen, solle eine gehbehinderte Frau im Rentenalter gewohnt haben. Ob es sich bei dem aufgefundenen Leichnam tatsächlich um diese Frau handeln könnte, steht aber bis heute nicht fest. Zur Klärung dieser Frage muss die Kriminalpolizei erst die Ermittlungen der DNA-Experten abwarten.

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