Fast ein Jahr nach tödlichem Unfall: Hagener Straße bleibt dunkel

dzHagener Straße

Nach dem tödlichen Unfall eines Fußgänger an der Hagener Straße vor fast einem Jahr wollte die Politik schnell handeln. Doch was ist aus den Plänen für Beleuchtung und Radweg geworden?

Schwerte

, 28.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im November des vergangenen Jahres ereignete sich an der Hagener Straße auf dem bei Nacht stockfinsteren Abschnitt zwischen dem Ortsausgang von Wandhofen und Westhofen ein tödlicher Unfall. Ein 77-jähriger Fußgänger aus Schwerte wurde damals von einem schwarzen BMW erfasst und starb noch am Unfallort an seinen schweren Verletzungen.

Weder Stadt noch Landesbetrieb fühlte sich zuständig

Zwei Jahre zuvor wurde die fehlende Straßenbeleuchtung schon einmal angemahnt. Die zuständige Autobahnmeisterei Dortmund wies damals bei einer Wartung der Straße darauf hin, dass sie lediglich für Autofahrer zuständig sei - um Fußgänger-Beleuchtung müsse sich die Stadt kümmern. Die Straßenverkehrsbehörde Schwerte entgegnete seinerzeit, es gäbe keine Beleuchtungspflicht für Städte.

Jetzt lesen

Als die Diskussion kurz nach dem tragischen Unfall erneut entflammte, änderte keine der beiden Parteien ihren Standpunkt. In der Schwerter Politik war man sich weitgehend einig: Der Landesbetrieb Straßen.NRW, sei schuld, dass es an der Unfallstelle keine Straßenbeleuchtung gibt. Der Landesbetrieb Straßen.NRW, zu dem auch die Autobahnmeisterei in Dortmund gehört, verwies auf die Aussage zwei Jahre zuvor.

Fußläufige Alternative zur Hagener Straße

Aus der Sicht der SPD und später auch der CDU reichte die Anbringung einiger Laternen zudem ohnehin nicht aus, um Sicherheit zu gewähren. Stattdessen forderten verschiedene Kommunalpolitiker beider Parteien eine sichere fußläufige Alternative als Verbindung zwischen Westhofen und der Schwerter Innenstadt.

Der Antrag der SPD stand übrigens schon vor dem Unfall auf der Tagesordnung des Ausschuss für Stadtentwicklung. Durch den Unfall erreichte er eine traurige Aktualität. Man wollte zu diesem Zeitpunkt, also Mitte November 2019, im Rathaus den Antrag prüfen und sich im Nachgang mit dem Landesbetrieb, der die Hoheit für die Landstraße besitzt, auseinandersetzen.

Jetzt lesen

Der SPD-Sprecher im Planungsausschuss Heinz Haggeney erläuterte damals: „Wir wissen, es ist eine Landstraße. Aber es ist ein Projekt, das aus Sicherheitsgründen absolut notwendig ist. Deshalb müssen wir es im Zweifelsfall selbst in die Hand nehmen.“

Man wollte zu diesem Zeitpunkt lieber als Stadt selbst Geld für die Planung eines Radwegs ausgeben, als sich auf Straßen.NRW zu verlassen.

Als Größenordnung nannte Schwertes Stadtplaner Christian Vöcks 50.000 Euro, die man alleine für die Planung veranschlagt. Für den Bau müsse man sich dann um Fördermittel bemühen. Nicht nur CDU-Mann Marco Kordt, Vorsitzender des Ausschusses, stimmte dem Vorschlag zu. Letzten Endes gab es einen einstimmigen Beschluss: „Die Verwaltung wird beauftragt, zu prüfen, ob ein Rad- und Fußweg zwischen dem neuen Gewerbegebiet Wandhofen und der Margot-Röttger-Rath-Straße zeitnah realisiert werden kann.“

Stadt: Radweg ist noch in der Planung

Passiert ist dann lange nichts. Im Juli diesen Jahres legte die CDU-Fraktion dem Büro von Bürgermeister Axourgos erneut einen Antrag für eine direkte Anbindung von Westhofen nach Schwerte vor. Und heute?

Die ehemalige Unfallstelle ist weiterhin unbeleuchtet. Die Parteien sind sich nicht ganz einig und ein Beschluss zum Bau steht noch aus. Auf Anfrage der Redaktion beim Landesbetrieb hieß es: „Der Standpunkt von Straßen.NRW hat sich nicht verändert. Wenn die Stadt Schwerte Beleuchtung wünscht, können wir die Planung als Landesbetrieb gerne prüfen. Die Stadt muss die Beleuchtung allerdings selbst finanzieren.“ Eine Anfrage der Stadt dazu sei bis heute nicht eingereicht worden.

Jetzt lesen

Auch die Stadt weist die Zuständigkeit für die Beleuchtung der Straße weiterhin zurück und erklärt, man sei dafür aber mitten in den Planungen für den geforderten alternativen Radweg. Der würde das Problem der Beleuchtung für Fußgänger und Radfahrer lösen. Man wolle sich in einer der kommenden Ratssitzungen mit dem Thema auseinandersetzen. Gemeint ist damit wohl der neue Rat, der sich im November konstituiert. Wann und ob der Ende letzten Jahres so vehement geforderte Radweg Realität wird, ist bisher allerdings noch nicht abzusehen.

Lesen Sie jetzt