Kripo fahndet nach Farbschmierern – schon 75 Tatorte in der Innenstadt

dzVerwüstungen in Schwerte

Die Geschädigten werden immer mehr. Nach der Farbschmierer-Serie spricht die Polizei schon von 75 Tatorten. Der anfangs auf über 100.000 Euro geschätzte Schaden könnte sich weiter erhöhen.

Schwerte

, 04.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht einmal vor dem denkmalgeschützten, historischen Fleitmann-Brunnen am Rathaus hatten die Farbschmierer Respekt. Auch auf seinem Naturstein-Aufbau hinterließen sie ihre Sprühereien, als sie in den frühen Morgenstunden des Sonntags ihre Verwüstungstour durch die Innenstadt von Schwerte unternahmen.

Von der Bahnhofstraße bis hinunter zum Markt zog sich die Spur des Rowdytums.

Polizei zählte bislang schon 75 Tatorte

Insgesamt 75 Tatorte zählte die Polizei nach einer Bestandsaufnahme am Montagmorgen, wie Polizei-Pressesprecher Christian Stein (Unna) auf Anfrage mitteilte: „Es ist nicht auszuschließen, dass noch weitere dazukommen.“ Beispielsweise von Hausbesitzern, die nicht in Schwerte wohnen und die Beschädigungen erst später bemerken.

Dadurch könnte die Schadenshöhe noch weiter in die Höhe schnellen. Schon in einer ersten Meldung der Polizei direkt nach der Aufdeckung der Sprayer-Serie am Sonntag war die Rede von mehr als 100.000 Euro gewesen. Unter den Klägern ist auch das Rathaus. „Die Stadt Schwerte verurteilt die Sachbeschädigungen aufs Schärfste und wird diese selbstverständlich zur Anzeige bringen“, kündigte Stadt-Pressesprecher Alexander Nähle an.

Fachkommissariat hat die Ermittlungen aufgenommen

Mit Farbschmierereien hat die Kreispolizeibehörde zwar immer wieder in den verschiedenen Städten und Gemeinden ihres Einzugsbereiches zu tun, aber derzeit nicht in dieser Größenordnung. „In der Form ist das nur in Schwerte“, sagt Christian Stein.

Seine Behörde verfügt über ein Fachkommissariat, das Erfahrungen mit dieser üblen Form der Sachbeschädigung hat. Die Ermittlungen laufen. Aber es erfordere Zeit, alle Schmierereien anzusehen und miteinander zu vergleichen. Ob es für den Abgleich vielleicht eine polizeiliche Sammlung von „Signaturen“ gibt, die die Täter schon anderswo mit ihren Sprühdosen hinterlassen haben, mochte der Sprecher nicht verraten.

Aus taktischen Gründen soll nicht öffentlich bekannt werden, mit welchen Methoden die Kriminalpolizei den Vandalen auf die Schliche kommen will.

Überwachungskameras könnten die Täter überführen

Möglicherweise könnten aber die Aufnahmen von Überwachungskameras helfen, da von den Sachbeschädigungen zahlreiche Geschäftshäuser betroffen waren. „Das wird geprüft“, erklärt Christian Stein. Man hoffe, dass unter den Bildern dann auswertbare Ergebnisse gefunden würden.

Hausbesitzer hat schon einen Verdacht

„Die Polizei muss die doch fangen“, sagte ein Immobilienbesitzer, der gleich bei mehreren Objekten von den Schmierereien betroffen war. Schließlich sei doch jedesmal dieselbe Buchstabenkombination erkennbar. Meist war sie quer, an schmalen Objekten aber auch senkrecht aufgesprüht.

Ein anderer Hausherr, der verschont geblieben war, hatte sogar schon einen Verdacht. Es könnte ein Täter sein, der aus früheren Verfahren wisse, dass er eine Videokamera montiert habe und deshalb sein Gebäude ausgespart habe.

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