Katharina Lange und ihr Lebensgefährte Stefan am Samstag bei der Demo auf dem Postplatz. © Vanessa Trinkwald
Corona-Protest

Erneut Demo auf dem Postplatz gegen Corona-Schnelltest-Pflicht für Kinder

Zwei Tage nach der ersten Demo auf dem Postplatz in Schwerte gab es am Samstag eine weitere. Die Teilnehmerzahl war übersichtlich. Eltern demonstrierten gegen die Schnelltest-Pflicht für Kinder an Schulen.

Wie bereits am Donnerstag demonstrierten Schwerter Eltern auch am Samstag (10.4.) gegen die Corona-Schnelltest-Pflicht für Kinder an Schulen. Um 13 Uhr hatten sich etwa 20 Teilnehmer auf dem Postplatz versammelt – gegenüber an der Ecke zur Eintrachtstraße eine Gruppe, die das Geschehen von Außen betrachtete. „Die einen stehen hier, die anderen da, wir würden hier nicht von Gegendemonstranten sprechen“, sagte Polizei-Einsatzleiter Stefan Jacke.

Und ähnlich wie am Donnerstag blieb es auch zwei Tage später ruhig, Maskenpflicht und Abstände wurden weitestgehend eingehalten. Katharina Lange (35) trug am Samstag keine Maske, sei aber vom Ordnungsamt kontrolliert worden – sie hätte ein Attest, sagte sie im Gespräch.

Im einsetzenden Regen hatten sich am Samstag Eltern auf dem Postplatz versammelt, um gegen die Corona-Schnelltest-Pflicht für Kinder an Schulen zu demonstrieren. © Vanessa Trinkwald © Vanessa Trinkwald

Grundsätzlich verstünde sie sich nicht als Querdenker. „Ich bin kein Querdenker“, sagte Lange, die mit ihrem Lebensgefährten Stefan und den beiden Kindern unterwegs war. Auf einem kleinen Schild, das die beiden um den Hals trugen, bezogen sie sich auf die UN-Kinderrechtskonvention: „Kinder haben ein Recht auf Schutz und Fürsorge durch ihre Eltern.“

Gegen die Schnelltest-Pflicht an Schulen würden sie unter anderem deshalb demonstrieren, weil Lehrer nicht medizinisch geschult seien. „Fragen Sie mal einen Kinderarzt, ob es ok ist, einem Kind ein Q-tip in die Ohren zu stecken“, sagte Lange. Sie übergebe der Schule ihre Kinder, in dem Moment hätte die Schule eine Sorgfaltsflicht. Ähnlich wie eine andere Mutter, die ihren Namen am Samstag nicht nennen wollte, sprach Lange von seelischen Folgen durch das Testen, die man ihrer Meinung nach nicht abschätzen könne.

Katharina Lange sei auch bei der Demo Ende März in Kassel gewesen. „Da sind Leute, die friedlich demonstrieren, und dann sind da ein paar Idioten“, sagte die 35-jährige Schwerterin. Grundsätzlich wünsche sie sich mehr Normalität und einen gelasseneren Umgang. „Wir sind keine Corona-Leugner“, betonte sie, aber man wolle sich auch keine Angst machen lassen.

„Es gibt Kinder, die tatsächlich Angst vor dem Test haben“, sagte die 37-jährige Mutter von drei Kinder, die ihren Namen nicht nennen wollte. Ihr 8-jähriger Sohn sei Autist, reagiere empfindlich auf viele Dinge. „Wenn ich dabei sein dürfte, ok“, sagte die Schwerterin. Eine pauschale Pflicht aber halte sie für falsch.

Gegenüber an der Ecke zur Eintrachtstraße stand eine zweite Gruppe, die das Geschehen von Außen betrachtete. Von Gegendemonstranten sprach die Polizei am Samstag nicht. © Vanessa Trinkwald © Vanessa Trinkwald

Wenig später standen die Demonstranten im einsetzenden Regen, zwischendurch kam es zu kleinen Wortgefechten zwischen ihnen und Passanten. Gegenüber an der Eintrachtstraße ging es derweil weniger um eine pauschale Kritik an den demonstrierenden Eltern, auch wenn man eine Testpflicht an Schulen als weniger dramatisch einstufen würde.

Vielmehr gab es erneut Kritik daran, dass AfD-Ratsherr Sebastian Rühling die Demo angekündigt hatte. Man könne natürlich demonstrieren, lasse sich aber gleichzeitig instrumentalisieren. Der Vorwurf bleibt.

Im Vorfeld hatte Rühling am Samstag in einer kurzen Ansprache darum gebeten, Maskenpflicht und Abstände einzuhalten. „Zeigt, wofür ihr hier steht“, sagte er an an die Eltern gerichtet. „Die Dame ist von den Ruhr Nachrichten, passt ein bisschen auf, mit wem ihr sprecht und bleibt bei euren Aussagen.“

Über die Autorin
Schwerte und Dortmunder Süden
Ist seit November 2020 für Schwerte und den Dortmunder Süden im Einsatz. Mag Nachrichten und nette Geschichten gleichermaßen. Schreibt gern, arbeitet aktuell aber eher im Hintergrund.
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