Eine Baustelle verengt die Hörder Straße auf eine Spur - aber die Deges ist es noch nicht

dzAusbau B236

Die Deges hat den Straßenbau immer wieder verschoben. Aber andere Beteiligte machen ihre Hausaufgaben planmäßig. Open Grid Europe erweitert jetzt den Schutz für eine querende Ferngasleitung.

Schwerte

, 09.06.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rot-weiß-rote Warnbaken verengen die Hörder Straße gegenüber vom Gartencenter Augsburg auf eine Spur. Und auf der gerät der stadtauswärts fließende Verkehr immer wieder ins Stocken, wenn Autofahrer zum Rechtsabbiegen in die Heidestraße auf die Bremse treten müssen. Hier können die Schwerter schon mal einen kleinen Vorgeschmack darauf erleben, was ihnen bei der bevorstehenden Großbaustelle zum vierspurigen Ausbau der B236 blüht.

Schutzrohr bis hinter die künftige Lärmschutzwand

Zur Vorbereitung der Maßnahme muss der Ferngasleitungs-Betreiber Open Grid Europe derzeit den Schutz für seine Südwestfalenleitung erweitern, die in diesem Bereich die Hörder Straße unterquert. Durch das Rohr mit einem Durchmesser von 70 Zentimetern fließt russisches Erdgas von Dortmund über Iserlohn bis nach Altena und Werdohl. Unter der Hörder Straße ist es nicht einfach im Erdreich verbuddelt, sondern durch ein zusätzliches Schutzrohr geschoben, wie Unternehmenssprecher Helmut Roloff erläutert. Und das muss um acht Meter verlängert werden, um die Straße verbreitern zu können. „Bis weit hinter die künftige Lärmschutzwand“, sagt Roloff.

Eine Baustelle verengt die Hörder Straße auf eine Spur - aber die Deges ist es noch nicht

Kurz vor der Heidestraße quert die Ferngasleitung Dortmund-Werdohl die B236. Vor deren Ausbau erhält sie jetzt ein neues, verlängertes Schutzrohr. © Berkenbusch

Auf beiden Seiten der Hörder Straße haben Arbeiter damit begonnen, die Leitung Nr. 7 - wie sie offiziell bei den Technikern von Open Grid heißt - freizulegen. Auf den Brachflächen neben den Gruben sind massive Eisenplatten verlegt, auf denen sich die Bagger und andere Arbeitsmaschinen bewegen können. Warnschilder weisen Passanten auf ein Rauchverbot hin. Auch rote Feuerlöscher sind vorsorglich griffbereit aufgestellt. Die eigentliche Baustelle werde nach dem Pfingstwochenende am Mittwoch, 12. Juni, beginnen, kündigt Roloff an. Dann wird der betroffene Abschnitt gasfrei gemacht, um 60 Meter des Rohrs zu kappen und aus der Grube zu holen. Nach der Verlängerung des Schutzrohrs wird ein Stück neue Gasleitung hindurchgeschoben und mit dem Rest verbunden.

Open Grid plant insgesamt sechs Wochen Bauzeit ein

Die Fahrbahnen müssen für die Arbeiten nicht aufgerissen werden, sagt der Open-Grid-Sprecher. Auch die Gaskunden werden nichts bemerken. Für sie wird der Brennstoff über andere Leitungssysteme umgeleitet: „Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet.“ Insgesamt sechs Wochen sind für die Baustelle kalkuliert, davon aber allein zwei Wochen für das spätere Verfüllen der Gruben. Der Fernleitungsbetreiber arbeitet planmäßig. Er kann dem Straßenbauer, der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau Gmbh (Deges) also nicht als Begründung dienen, falls der den schon für diesen Sommer angekündigten Baubeginn noch weiter verschieben sollte.

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