Ärger um gesperrte Mountain-Bike-Strecke am Ebberg: Lösung in Sicht

dzEbberg

Der Ebberg ist bei Mountain-Biker sehr beliebt. Die rechtliche Situation der Strecke ist aber ungeklärt. Deshalb wurde sie im Juli gesperrt. Jetzt gab es ein Gespräch mit dem Bürgermeister.

Westhofen

, 26.08.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es ist gut, dass wir die Chance erhalten haben, mit den Spitzen der Stadt über diese Strecke zu sprechen“, sagte Constantin Tillmann. Gemeinsam mit Sören und Matthias Kooke sowie Sebastian Aichinger und anderen Downhill-Spezialisten hat er die Strecke regelmäßig genutzt – bis die Stadt Schwerte Mitte Juli die Strecke gesperrt hat.

Stadt kann haftbar gemacht werden

„Stürzt ein Mountainbiker und verletzt sich, kann die Stadt haftbar gemacht werden“, begründet Ordnungsdezernentin Bettina Brennenstuhl die Maßnahme, mit der haftungsrechtliche Konsequenzen ausgeschlossen werden sollen.

Nun werden Möglichkeiten geprüft und Konzepte erarbeitet, um die Strecke wieder zu öffnen. Das kann die Gründung eines Vereins sein oder der Anschluss an einen Verein.

Gründung eines Vereins wäre sinnvoll

Um ihre Strecke zu retten, will das Mountainbike-Quartett alle Hebel in Bewegung setzen, um so neben der Stadt Schwerte auch die Forstbehörde und den Kreis Unna zu überzeugen.

Grundsätzlich positiv steht Bürgermeister Dimitrios Axourgos der Legalisierung der Strecke gegenüber, berichtet Stadtsprecher Ingo Rous, wenn Haftungsfragen geklärt und tragfähige Konzepte unter Einbeziehung der Sicherheit von Spaziergänger sowie der Rücksichtnahme auf Fauna und Flora entstanden sind.

SPD Schwerte begrüßt Gespräche mit Jugendlichen

„Die Schwerter SPD begrüßt Gespräche der Stadtverwaltung zur Legalisierung der Mountainbike-Strecke am Ebberg“, sagte Sigrid Reihs nach dem Treffen. „Für uns ist es eine gute Nachricht, wenn die Stadtverwaltung mit den jungen Mountainbikern spricht“, so die SPD-Stadtverbandsvorsitzende.

Grundsätzlich könne sich die SPD gut vorstellen, die Strecke, die es bereits seit vielen Jahren gibt, zu legalisieren. Damit würde dem Freizeitverhalten gerade junger Leute Rechnung getragen.

Das Naturfreundehaus Ebberg unterstützen

Zudem würde Schwerte in der „Szene“ bekannter werden. damit könnte auch die örtliche Infrastruktur wie z.B. das Naturfreundehaus Ebberg unterstützt werden.

In den Augen der Sozialdemokraten bleiben aber noch Fragen, die geklärt werden müssen:

  • 1. Wie genau soll die Strecke aussehen? Die Belange des Naturschutzes wie auch die der Spaziergänger und Reiter sollen berücksichtigt werden.
  • 2. Wer wird für diese Strecke verantwortlich sein? Die Gründung eines Vereins wäre sinnvoll.
  • 3. Die SPD fordert ein Parkplatzkonzept, denn schon heute sei die Parkplatzsituation am Ebberg angespannt, so Reihs.
  • Die örtlichen Jugendliche sollten eingebunden werden.


CDU schreibt Brief an Bürgermeister

Auch die CDU-Westhofen meldete sich zu Wort. Ihr größstes Anliegen: In ein Genehmigungsverfahren sollte die Westhofener Bevölkerung mit eingebunden werden. In einem Brief an Bürgermeister Dimitrios Axourgos listet Ratsmitglied Guntram Nies-von-Colson auf:

  • Großflächige Veränderungen der Natur sind zu unterlassen.
  • Es ist zu untersuchen, welche Auswirkungen die Strecke auf den Wildbestand am Ebberg hat.
  • Die schleichende Vergrößerung der Strecke hat zu unterbleiben.
  • Die gefährlichen Kreuzungen mit den Wanderwegen sind zu vermeiden.
  • Wenn Kreuzungen nicht zu vermeiden sind, dann müssen sie so gestaltet werden, dass die Radfahrer die Radwege weit vor der Querung einsehen können und auch die Fußgänger die Radler weit im Vorfeld sehen können. Außerdem sind Sprungschanzen vor Querungen zu vermeiden.
  • Vor einer Genehmigung ist die Bevölkerung Westhofens einzubinden. Dies sollte in einer Bürgeranhörung geschehen.
  • Die Waldbesitzer sind in den Genehmigungsprozess einzubeziehen.
  • Die Parkplatzsituation am Naturfreundehaus ist mit zu untersuchen, da dort teilweise an Wochenenden eine erhebliche zusätzliche Belastung durch die anreisenden Radfahrer entsteht.
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