Ein neues Projekt für Schwerte: Gemeinsam der Einsamkeit entfliehen

dzBesuchsdienst für Senioren

Die einen sind einsam, die anderen haben Zeit. Im Projekt „Gemeinsam statt einsam“ sollen sich Menschen aus Schwerte mit professioneller Hilfe für gemeinsame Unternehmungen finden.

13.04.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es gibt viele einsame Senioren, die sich über Besuch und Ansprache freuen würden. Gleichzeitig gibt es eine Menge kontaktfreudige Menschen, die eine ehrenamtliche Beschäftigung suchen und ihren Mitmenschen Zeit schenken können. Das Projekt „Gemeinsam statt einsam“ bringt diese beide Gruppen seit dem 1. April zusammen.

Die Idee eines Besuchsdienstes gab es bei der Seniorenunion und in der Pfarrgemeinde St. Marien. Ihre Umsetzung gelang schließlich beim Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), der Fördertöpfe aus dem bundesweiten Caritasprojekt „Menschen stärken Menschen“ anzapfen konnte.

Besucher sind schon da, jetzt fehlen noch die „Gastgeber“

Susanne Hantschel vom SkF hat die Projektleitung übernommen und schon erste Kontakte mit potenziellen Besuchern aufgenommen, die sich gleich beim Projektstart bei ihr „beworben“ haben. Jetzt sucht sie Kandidaten für die „Gegenseite“: Menschen, die nicht mehr allein Haus oder Wohnung verlassen können oder wollen, sich einsam fühlen und nach Kontakt sehnen. „Die können sich gern selbst bei uns melden“, erklärt Susanne Hantschel, „aber auch ihre Angehörigen um den Erstkontakt bitten.“

Gemeinsame Unternehmungen oder Daheim-Bleiben - alles geht

Auch Pflegedienste oder Krankenhaus-Seelsorger sind herzlich eingeladen, Senioren in das überkonfessionelle Projekt zu bringen. Was die Besucher und Besuchte letztlich aus ihrem Kontakt machen, bleibt ihnen selbst überlassen. Michael Kebekus vom SkF nennt Beispiele: „Ob man gemeinsam etwas unternimmt wie Theater- oder Konzertbesuche oder daheim einfach nur ein bisschen zusammensitzt oder vorliest - alles ist denkbar.“ Wie häufig man sich trifft, liegt auch im Ermessen der Ehrenamtlichen.

Wenn die Chemie stimmt, ergibt sich der Rest von selbst

Für Susanne Hantschel ist erst einmal nur wichtig, dass die „Chemie“ zwischen den kleinen Teams stimmt. „Der Rest ergibt sich dann von selbst“, ist sie überzeugt. Am Ende die Klienten miteinander zu vernetzen und so der Einsamkeit ein Schnippchen zu schlagen, das wäre für sie eine Idealvorstellung, für deren Realisierung sie drei Jahre Zeit hat, falls das Projekt die Maximalförderzeit erreicht.

Von der Idee der Seniorenunion, alten Menschen die Zeit nach einem Krankenhausaufenthalt durch ehrenamtliche Hilfe zu erleichtern, ist Vorsitzender Jürgen Paul längst abgerückt. Das sei doch wohl eher etwas für professionelle Pflegekräfte, hat er erkannt, aber dennoch nicht lockergelassen und bei den Gemeindereferentinnen Elsbeth Bihler und Irmgard Paul von St. Marien offenen Türen eingerannt. Auf deren Agenda stand schon längst ein Besuchsdienst, und gemeinsam machte man sich dann an die Umsetzung.

Gemeinsam statt einsam

Sozialdienst katholischer Frauen organisiert den Besuchsdienst

  • Wer ehrenamtlich mitarbeiten oder Besuch von Ehrenamtlichen bekommen möchte, kann sich bei Susanne Hantschel unter Tel. (02304) 16761 melden.
  • Sie beantwortet alle Fragen zur Mitarbeit und stellt den Kontakt her.
  • Der SkF sitzt an der Goethestraße 22.
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