Ein Mercedes der E-Klasse: Diskussion um den neuen Dienstwagen von Dimitrios Axourgos

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Einen neuen Wagen hatte der Schwerter Stadtrat dem neuen Bürgermeister genehmigt. Es wurde ein Mercedes mit Hybridantrieb. Das gefiel nicht allen Ratsmitgliedern.

Schwerte

, 27.09.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Frage nach dem neuen Dienstwagen beantwortete Bürgermeister Dimitrios Axourgos eher gequält. Sowohl in der Ratssitzung am Mittwochabend als auch zuvor im Internet musste sich das Stadtoberhaupt die Frage nach seinem neuen Dienstmobil gefallen lassen.

Für den Bürgermeister wurde ein neuer Mercedes E 300e geordert. Auch wenn der Wagen hinten ein „e“ in der Typenbezeichnung trägt, handelt es sich nicht um ein reines Elektrofahrzeug, sondern um einen sogenannten Plug-in-Hybrid. Das heißt, der Wagen hat einen Elektromotor und einen Dieselmotor. Der Diesel wird immer dann von dem Elektromotor unterstützt, wenn der Ladestand der Batterie das zulässt.

Grüne: „Das schlechteste aus zwei Welten“

Eine Antriebsart, die der Grünen-Ratsherr Maximilian Ziel als „das schlechteste aus zwei Welten“ betitelte. Man habe hier ja quasi einen ohnehin schon schweren Wagen, um Batterie und Elektro-Motor erweitert. Dieses Auto sei alles andere als umweltfreundlich, so die Kritik. Zudem auch nicht günstig, der Listenpreis beginnt bei 52.000 Euro, ein gut ausgestattetes Modell kostet (laut Auto-Bild) leicht 70.000 Euro.

Nach den Autotestern des Magazins Fokus verbraucht der neue Dienstwagen des Bürgermeisters zwischen drei und vier Litern Diesel, wenn man den E-Motor zuschaltet. Ohne E-Antrieb etwas über sechs Liter. Die Reichweite der Batterie ist mit 50 Kilometern angegeben, im Focus-Test reichte sie aber nur 30 bis 40 Kilometer. Das sei wenig effektiv, so die Grünen, die das Dienstwagenthema als Anfrage an den Bürgermeister formuliert hatten.

Empfehlung für den Mercedes kam von der Klimaschutzmanagerin

Der antwortet auf die Frage nach der Umweltfreundlichkeit der neuen Dienstlimousine: Den Wagen habe er sich von einer Liste umweltfreundlicher Autos ausgesucht, die ihm die Klimaschutzmanagerin zusammengestellt habe.

Auf RN-Anfrage antwortete er detaillierter: „Der aktuelle Dienstwagen steht auf einer Liste des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und gehört zu den uneingeschränkt förderfähigen Plug-in Hybrid-Fahrzeugen (Stand 27.3.2019). Zwei dieser Fahrzeuge werden von deutschen Herstellern produziert. Neben dem Mercedes E300e ist das noch der BMW 530e iPerfomance. Die geringfügigen besseren Werte des Mercedes im Preis, Verbrauch und im CO2 -Ausstoß haben die Entscheidung für dieses Fahrzeug herbeigeführt. Der Umweltbonus beträgt 1500 Euro.“

Das Auto werde jährlich geleast und das zu hervorragenden Konditionen und werde selbstverständlich als geldwerter Vorteil von ihm versteuert.

Im übrigen sei es der Rat gewesen, der den neuen Dienstwagen und auch dessen private Nutzung genehmigt habe, so Axourgos.

Debatte hatte zuvor im Internet stattgefunden

Im Internet hatte sich bereits zuvor eine Debatte entsponnen, ob ein Schwerter Bürgermeister einen Fahrer und einen Dienstwagen brauche. Auch dort hatte Axourgos eingegriffen. Den Fahrdienst für die Bürgermeister und einen Dienstwagen habe es bereits in der Ära Böckelühr gegeben.

Der Dienstwagen damals war ein Benziner (Audi A6), wie Axourgos betonte.

Bei einer Umfrage der Ruhr Nachrichten im Dezember hatten neun von 27 Bürgermeistern der Region angegeben, keinen Dienstwagen zu haben. Darunter auch Bergkamen, Castrop-Rauxel und Lünen.

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