2014 ging das ehemalige Hotel Landhaus Syburg insolvent. © Jörg Bauerfeld
Corona-Krise

Ehemaliges Hotel ist jetzt eine Corona-Quarantänestation

Das Landhaus Syburg gehörte einmal zu den besten Häusern in der Region. Seit mehr als 6 Jahren gibt es hier keinen Hotelbetrieb mehr. Dafür übernachten hier jetzt Menschen mit Corona-Verdacht.

Es ist eine durchaus wechselvolle Geschichte, die das ehemalige Hotel in Syburg hinter sich gebracht hat. Einst zu den besseren Adressen in der Region gehörend, schlidderte das ehemalige Mercure-Hotel 2015 in die Insolvenz. Der Hotelbetrieb wurde eingestellt und die Stadt Dortmund mietete die Immobile, um dort geflüchtete Menschen unterzubringen.

Vor fünf Jahren als Flüchtlingsunterkunft genutzt

2016 wurde die Einrichtung erstmals belegt. 2017 war dann aber schon wieder Schluss, denn die ehemals mehr als 20 Übergangseinrichtungen in Dortmund wurden im Laufe des Jahres auf elf reduziert.

Der Trakt mit den Zimmern: Hier werden zurzeit Obdachlose in Quarantäne untergebracht.
Der Trakt mit den Zimmern: Hier werden zurzeit Obdachlose in Quarantäne untergebracht. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

So stand das Gebäude zunächst einmal wieder leer. Eine weitere Nutzung des ehemaligen Hotels wurde vonseiten der Stadt immer mal wieder angedacht. Beispielsweise als Unterkunft für Obdachlose oder als „Frauenhaus“. Doch durchgesetzt hat sich keiner der Vorschläge. Zu weit von der Innenstadt entfernt, zu schlechte Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel.

Stadt ist noch bis 2025 Mieter des Gebäudes

Seit April 2020 tut sich aber wieder etwas in dem Gebäude, das die Stadt Dortmund noch bis 2025 angemietet hat. Und der Grund dafür ist die Corona-Pandemie.

„Seit April letzten Jahres dient die ehemalige Übergangseinrichtung zur Unterbringung zugewiesener Flüchtlinge im Landhaus Syburg obdachlosen Menschen dazu, sich in die angeordnete häusliche Quarantäne zu begeben“, sagt Anke Widow, Pressesprecherin der Stadt Dortmund.

Auch obdachlose Menschen, bei denen der Verdacht bestehe, dass sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben könnten, müssen in Quarantäne. Bis zur Klärung können sie dann dort untergebracht werden. Das Landhaus Syburg unterstütze auf diese Weise auch den Infektionsschutz in Bezug auf die Männer- und Frauenübernachtungsstelle, so Anke Widow.

Quarantäne-Quartier für Obdachlose

Aber besteht für die Anwohner in Syburg keine Ansteckungsgefahr? „Während der gesamten Quarantänezeit dürfen die Betroffenen die Einrichtung nicht verlassen. Das Sozialamt nutzt die Zeit vor allem dazu, für eine weitere Begleitung und Unterbringung einen verbesserten oder neuen Zugang zu den Menschen aufzubauen“, sagt Anke Widow.

Wäre denn das ehemalige Hotel kein Ort, um Obdachlosen im Winter eine Schlafmöglichkeit zu geben? Die Stadt Dortmund scheint das nicht so zu sehen. Diese Einrichtung würde für die Unterbringung von Obdachlosen nicht benötigt.

Ach ja, bleibt da noch die Frage nach den Mietkosten für das Landhaus Syburg. Die sind auf jeden Fall nicht ohne. Bis 2025 muss die Stadt Dortmund 27.500 Euro an den Besitzer zahlen. Für die gesamte Laufzeit von zehn Jahren bedeute das eine Gesamtsumme von 275.000 Euro.

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Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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