Doppelmord am Bahnhof Iserlohn: Mutiger Zeuge bewegte den Täter wohl zum Aufgeben

dzDoppelmord in Iserlohn

Erst die Ex-Frau, dann den neuen Partner erstochen: Im Prozess um den Doppelmord am Bahnhof Iserlohn vernimmt das Hagener Schwurgericht weitere Zeugen. Einer bekommt Lob von allen Seiten.

Iserlohn/Hagen

, 21.02.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der mutmaßliche Doppelmörder von Iserlohn schweigt vor dem Hagener Schwurgericht weiterhin zu den Vorwürfen. Die Staatsanwaltschaft legt ihm zur Last, im vergangenen August seine von ihm getrennt lebende Ehefrau und deren neuen Lebensgefährten kaltblütig erstochen zu haben.

Und das unter anderem vor den Augen einer Hochzeitsgesellschaft, die diese schrecklichen Momente wahrscheinlich nie wieder vergessen wird.

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Einer der Augenzeugen der Bluttat fasste sich allerdings damals ein Herz und verfolgte den mutmaßlichen Täter. Immer wieder rief er dem Flüchtigen zu, er solle endlich sein Messer wegwerfen und sich auf den Boden legen, bis die Polizei komme. „Ich weiß aber nicht, ob er mich immer verstanden hat“, sagte der Zeuge am Freitag im Prozess.

„Ihr Verhalten lässt auf jede Menge Mut schließen“

Tatsache ist, dass es dem Mann zu verdanken ist, dass der mutmaßliche Täter damals wiederstandslos festgenommen werden konnte. Möglicherweise wurde so weiteres Unheil verhindert. Entsprechend fiel am Freitag die Verabschiedung des Zeugen aus. „Ich habe keine Fragen mehr und möchte mich für Ihr umsichtiges und engangiertes Einschreiten bedanken“, sagte Staatsanwalt Michael Burggräf.

Und Richterin Heike Hartmann-Garschagen ergänzte: „Ihr Verhalten lässt auf jede Menge Mut schließen. Wir können froh sein, wenn wir Mitmenschen wie Sie haben.“

Dass der Angeklagte der Täter ist – daran gibt es keinen Zweifel. Das hatte der 44-Jährige schon im Vorfeld bei der Polizei gestanden. Außerdem gibt es zahlreiche Videos von Überwachungskameras.

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