Vor der Westseite der Rohrmeisterei sollte ein Hotel entstehen. Doch die Pläne dafür werden nicht weiterverfolgt. © Manuela Schwerte
Tourismus

Doch kein Hotel mit 60 Betten in Schwerte: Rohrmeisterei zieht die Pläne zurück

Ein Hotel für Schwerte: Davon träumen die Tourismusförderer schon lange. Aber es wird vorerst ein Traum bleiben. Denn auch für die Rohrmeisterei kam 2020 alles anders. Sie zieht die Pläne nun zurück.

Im November 2018 präsentierten Rohrmeisterei-Vorstand Tobias Bäcker und der Vorsitzende des Kuratoriums der Bürgerstiftung Rohrmeisterei Philipp Halbach gemeinsam mit Bürgermeister Dimitrios Axourgos die Pläne für ein Gästehaus neben der Rohrmeisterei. Westlich des historischen Baus mit dem Tonnendach sollte ein Kulturhotel in Schwerte gebaut werden. Doch dieser Traum ist vorerst geplatzt.

Bereits im Sommer schrieb Tobias Bäcker an die Stadtverwaltung: „Vielen Dank für Ihren Brief vom 5. Juni in Sachen ‚Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses des Vorhabenbezogenen Bebauungsplans Nr. 30 Gästehaus Rohrmeisterei‘. Ich bestätige Ihnen die Aufhebung des Verfahrens und die Beendigung des Projekts.“

Der neue Bauausschuss soll nun am 10. Februar den Bebauungsplan Nr. 30 Gästehaus Rohrmeisterei auch formell aufheben.

Ein Kulturhotel mit 60 Betten

Im Juni 2019 hatte der damalige Planungsausschuss einen Bebauungsplan für das Gelände eingeleitet. Denn das Gästehaus sollte neben dem Rohrmeisterei-Gebäude neu entstehen und die Senfmühle und das Künstlerhaus mit einbeziehen. Für so ein großes Vorhaben reichte ein einfacher Bauantrag nicht aus. Ein eigener Bebauungsplan musste her.

Ein Haus mit 60 Betten hatte man geplant. Die einzelnen Zimmer sollten Literaten gewidmet werden. Auch Raum für Ausstellungen wollte man schaffen, und das ganze dann noch als gemeinnützige Firma, die Menschen mit Integrations- und Qualifizierungsbedarf Chancen bietet, betreiben. Ein möglicher Baubeginn war bereits für den späten Sommer dieses Jahres angepeilt.

Im Frühjahr 2020 kam alles anders

Doch dann kam auch für die Rohrmeisterei alles anders. Das Jahr 2020 begann mit einem Lockdown und schon da wurde offensichtlich klar, dass man sich nicht mehr um eine zusätzliches Geschäft kümmern könnte. „Nach dem Corona-Sommer und den damit verbundenen Belastungen wurde klar, dass wir das Projekt nicht weiter verfolgen können“, erklärte Rohrmeistereichef Tobias Bäcker am Dienstag (2.2.) auf Anfrage.

Kurz darauf entschied man sich, die Gastronomie von der Bürgerstiftung und ihren Förderzielen zu trennen, um eine wirtschaftliche Basis zu schaffen, auf der es weiter gehen kann.

Idee war nicht neu

Die Idee, die Kultur- und Gastronomie-Einrichtung Rohrmeisterei um ein Gästehaus zu ergänzen, ist nicht neu. 2012 gab es einen studentischen Workshop, bei dem sich die Teilnehmer mit einer Neugestaltung des Rohrmeistereiumfeldes beschäftigten. Bereits damals tauchte ein Gästehaus auf einigen Plänen auf.

Der Ausschuss für Planen, Bauen und Wohnen tagt am Mittwoch, 10. Februar, um 17 Uhr in der Aula des Friedrich-Bährens-Gymnasiums.

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Heiko Mühlbauer

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