Der digitale Impfpass soll spätestens ab Montag, 14. Juni, in den teilnehmenden Apotheken im Kreis Unna ausgegeben werden können. Es handelt sich um einen QR-Code. © Marcus Land
Corona-Schutzimpfung

Digitaler Impfpass: So bekommen Geimpfte den QR-Code

Der digitale Impfpass kommt rechtzeitig zur Urlaubssaison. Ab dem offiziellen Start am Montag, 14. Juni, bekommt man den Nachweis aber womöglich noch nicht von allen bislang gewohnten Stellen.

Der Nachweis der vollständigen Impfung in elektronischer Form soll alles einfacher machen: Künftig wird der alte Impfpass aus Papier nicht mehr benötigt. Eine Apothekerin im Kreis Unna und der Apothekerverband Westfalen-Lippe erläutern das Prozedere.

Wo erhalten Geimpfte ihren digitalen Impfpass?

Der QR-Code, der praktisch als digitaler Impfnachweis dient, soll zunächst von den Apotheken ausgegeben werden.
Außerdem ist laut Bundesgesundheitsministerium geplant, dass die QR-Codes künftig von den Impfzentren per Post an die Geimpften versendet werden, sofern entsprechende Kontaktdaten vorliegen.
Damit Nichtberechtigte bei der Ausgabe der QR-Codes ausgeschlossen werden, müssen sich Apotheken über einen verschlüsselten Kommunikationsweg beim Robert-Koch-Institut anmelden.
Nina Grunsky, Sprecherin des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe, verweist dazu auf das Portal www.mein-apothekenmanager.de. Hier wird hinterlegt, ob und welche Apotheken den QR-Code ausgeben. Es wird um Geduld gebeten.
„Der Anmeldeprozess läuft aber gerade erst an“, so Grunsky. Es sei wahrscheinlich, dass zum Start am 14. Juni noch nicht alle Apotheken auf dem Portal registriert sind.

Was müssen Geimpfte in die Apotheke mitbringen?

Notwendig sind: der eigene Impfpass oder die Impfbescheinigung aus dem Impfzentrum sowie der Personalausweis zur Identifikation. Oft ist in Impfzentren auch ein neuer Impfpass mit einer oder zwei Covid-Impfungen ausgestellt worden.

In welcher Form erhalten die Geimpften den QR-Code?

Die Mitarbeiter in den Apotheken tragen die Daten aus dem Impfpass und die Personaldaten in eine Eingabemaske ein und senden alle Angaben an das Robert-Koch-Institut. „Das RKI verifiziert diese Daten“, erläutert Apothekerin Dr. Anke Lochmann aus Fröndenberg.
Die Apotheken erhalten als Rückmeldung vom RKI dann den QR-Code, der verschlüsselt alle persönlichen sowie die Impfdaten enthält. Der Apothekerverband nennt als zwei mögliche Varianten, den QR-Code auszuhändigen: ein Ausdruck in Papierform oder das Abscannen mit dem eigenen Smartphone vom Bildschirm des Computers in der Apotheke.

Wie lange dauert die Übermittlung des QR-Codes?

Das wird erst die Erfahrung ab dem 14. Juni zeigen. Zunächst müssten die Daten fehlerfrei übertragen werden. Ärzte haben die Chargennummer des Impfstoffs häufig handschriftlich in der Impfbescheinigung eingetragen und nicht das Klebeetikett verwendet. „Ist das immer leserlich?“, fragt Dr. Anke Lochmann zweifelnd.
Daher sei es wahrscheinlich, dass im Einzelfall auch darum gebeten wird, die Dokumente zeitweilig zu überlassen und den QR-Code bei einem zweiten Besuch in der Apotheke abzuholen.
Lochmann will in ihren Apotheken daher vorzugsweise auch einen ausgedruckten QR-Code mitgeben. Denn der Code kann auf dem Bildschirm nur kurze Zeit abgescannt werden. „Es werden also auch keine Daten gespeichert“, so Lochmann.

Was muss der Geimpfte mit dem QR-Code machen?

Der Code kann mit der Kamera des Handys eingescannt werden, wenn die Corona-Warn-App auf dem Handy installiert und geöffnet ist. Alternativ stellt das Robert-Koch-Institut die ebenfalls kostenlose Cov-Pass-App bereit; sie dient ausschließlich dem Impfnachweis und hat nicht die weiteren Funktionen der Warn-App. Der QR-Code jeder einzelnen Impfung kann danach von der App angezeigt werden. Bei Bedarf zeigt man den QR-Code vor, der von der prüfenden Person wiederum gescannt und in einer eigenen Prüf-App kontrolliert wird. Seinen Impfstatus kann man weiter auch mit dem Impfausweis in Papierform nachweisen.

Wozu wird der digitale Impfpass überhaupt benötigt?

Die Impfbescheinigung, die man auf seinem Smartphone abspeichern kann, erleichtert den Nachweis, vollständig geimpft zu sein. Es gilt in vielen Bereichen noch die „GGG“-Regel; man muss also auch bei niedrigen Inzidenzwerten geimpft, genesen oder getestet sein, um etwa an Kultur- oder Sportveranstaltungen ab einer bestimmten Größenordnung teilnehmen zu dürfen.
Auch viele Urlaubsländer verlangen für die Einreise einen Impfnachweis oder einen negativen Coronatest. Steigen Inzidenzwerte erneut, wird auch der Impfnachweis wieder häufiger gefordert.

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Redaktion Fröndenberg
Geboren 1972 in Schwerte. Leidenschaftlicher Ruhrtaler. Mag die bodenständigen Westfalen. Jurist mit vielen Interessen. Seit mehr als 25 Jahren begeistert an lokalen Themen.
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Marcus Land

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