Diesen Koch hat das „Haseneck“ in Wandhofen vor die Tür gesetzt

dzRestaurants in Schwerte

Seit einem Jahr führen Oliver Fink und Andrea Ulbl die Wandhofener Gaststätte „Haseneck“. Zum ersten Geburtstag wurden sie von einem Gast mit einem besonderen Geschenk überrascht.

Wandhofen

, 08.12.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er kann die Suppe nicht versalzen. Er fällt auch niemandem ins Wort. Absolut pflegeleicht ist der neue Koch im Wandhofener „Haseneck“. Von der Kochmütze bis zu den Fußsohlen aus Kunststoff gegossen und glasfaserverstärkt. Nichts mehr zu sehen ist von den Macken, die das Vorleben an der historischen Figur hinterließ, wie sie früher vor fast jeder Gaststätte um Gäste warb. Der Schwerter Carsten Diederich hat sie restauriert, um das Wirtepaar Oliver Fink und Andrea Ulbl zum „Einjährigen“ im Haseneck zu überraschen.

Ursprünglich stand der Koch mal am „Pappala-Pub“

„Ich habe den Koch mal vor 20 Jahren von meinem Vater geschenkt bekommen“, erzählt Andrea Ulbl. Damals hatte sie die Gaststätte „Pappala-Pub“ im City-Centrum in Schwerte eröffnet. 2006 wanderte die Figur dann, an Ellbogen und Arm lädiert, in die Garage, wo sie beim Aufräumen wieder ans Tageslicht kam. Diederich, der dabei geholfen hatte, wusste sofort: Das muss ein Geschenk für das „Haseneck“ werden. Er verstopfte die Löcher im Korpus mit Papier, arbeitete die Oberfläche mit Gips bei. Den letzten Schliff verlieh ein neuer Anstrich mit Volltonfarbe. In frischem Weiß glänzt jetzt wieder die Kochmütze, in Schwarz die perfekt gebundene Fliege. Und die ehemals weiße Schürze wurde zur Abwechslung mal zu einer roten - wer trägt schon jahrzehntelang dasselbe. Eine Versiegelung mit Klarlack sorgte dafür, dass alles für den künftigen Einsatz wetterfest ist.

Carsten Diederich restaurierte auch schon einen Leuchtturm

„Ich restauriere als Hobby alte Sachen“, sagte Carsten Diederich, der 35 Stunden Arbeit in das Projekt steckte - immer am Feierabend. Denn eigentlich ist er Geschäftsführer der Gastronomie auf dem Campingplatz Lennemündung an der Hohensyburg, die vom Wirtepaar Fink/Ulbl als zweites Standbein betrieben wird. Sein Geschick in der Kellerwerkstatt hat er dort schon an einem alten Leuchtturm-Modell bewiesen. Das wurde nicht nur komplett renoviert, sondern erhielt auch noch eine atmosphärische Beleuchtung. Um ihn zu schützen, montierte er den Leuchtturm anschließend hoch oben auf dem Dach der Hütte an der Gaststätte.

Ein Speisekarte wird der Koch nicht mehr halten können

An die frische Luft gesetzt wird jetzt auch wieder der Koch, der seinen Holzlöffel in der Brusttasche der Schürze versteckt hat. Freundlich aus seinen blauen Augen blickend, soll er die Wandhofener zur Einkehr ins „Haseneck“ einladen. Die Speisekarte wird er - anders als in seinem früheren Leben - aber nicht mehr präsentieren können. Die Halterung für das Papier war kaputt und ist bei der Restaurierung entfernt worden. So kunstvoll, dass es niemand merkt, der es nicht weiß.

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