Die Schwerter Weihnachtsmarkt- Strickerinnen

SCHWERTE Warme Füße für die Schwerter: Anna und Annerose Dirkschnieder stricken das ganze Jahr über Socken für den Weihnachtsmarkt. RN-Reporterin Hilke Schwidder hat sie besucht - auf der Suche nach dem Geheimnis eines zeitlosen Hobbys.

von von Hilke Schwidder

, 14.07.2008, 19:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Anna (l.) und Annerose Dirkschnieder mit zwei gelungenen Exemplaren.

Anna (l.) und Annerose Dirkschnieder mit zwei gelungenen Exemplaren.

Anna Dirkschnieders Finger bewegen sich wie ein Uhrwerk. In einem fort. Die Stricknadeln klappern rhythmisch aneinander. Klickklick. Klickklick. Masche für Masche wächst die blaue Socke auf Anna Dirkschnieders Schoß. „Stricken ist mein Hobby.“ Die 74-Jährige schmunzelt. Sie hebt kurz den halben Strumpf zwischen ihren Nadeln an. Dann unterhält sie sich mit Schwägerin Annerose (73). Die beiden Frauen genießen die Montagvormittag-Ruhe an der Gottfried-Herder-Straße. Sie schauen in den blühenden Garten hinaus. Halten das Gesicht in die Sonne. – Und ihre Hände bleiben in Bewegung. Arbeiten. Und arbeiten. Klickklick. Klickklick. Anna und Annerose Dirkschnieder stricken für den guten Zweck.

Socken für den Weihnachtsmarkt

Die Mitglieder des Hausfrauenbundes verkaufen seit Jahren auf dem Weihnachtsmarkt Bürger für Bürger, was sie das ganze Jahr über unermüdlich produzieren: Socken. 160 Paar pro Saison. Ein Marathon. Alle Größen. Alle Farben. „Manchmal auch grau.“ Annerose Dirkschnieder zieht ihre Nase kraus. Grau mag sie nicht so gern. Nicht beim Stricken. Ihr gefallen die bunten Socken. Rot, blau, grün. „Da habe ich immer das Gefühl, die werden schneller fertig“, sagt die Schwerterin. Aber die Herren mögen‘s nun einmal dezent am Fuß. Annerose Dirkschnieder hebt die Schultern. Und strickt weiter an Größe 45. In grau.Stricken gegen die Müdigkeit Auf der anderen Seite des Terrassentisches wirft die Schwägerin einen prüfenden Blick auf ihre Maschen. Dann schaut sie auf. „Ich stricke sogar abends vorm Fernseher“, sagt Anna Dirkschnieder. „Damit ich nicht einschlafe.“ Sie lächelt wie ein junges Mädchen. „Doch wirklich, das wirkt.“ Die Nadeln bewegen sich dazu in ihren Händen, als wollten sie diese Feststellung unterstreichen. Klickklick.Viele Kunden tragen gar keine anderen Socken mehr „Es gibt viele Leute, die ziehen gar keine anderen Socken mehr an“, sagt die Schwerterin. „Die wollen nur diese hier, die selbst gestrickten.“ Sie hält kurz inne. Reibt Daumen und Zeigefinger aneinander. „In diesem Garn ist eben ein hoher Anteil Wolle.“ Da fühlten sich Füße wohl. Anna Dirkschnieder nickt noch. Ihre Finger stricken schon weiter.

Lesen Sie jetzt