Die ersten Corona-Prämien für Pfleger sind gezahlt - aber nicht an alle

dzAltenheime in Schwerte

1500 Euro Sonderzahlung sind Altenpflegern in Vollzeit versprochen worden. Nicht alle haben das Geld jetzt bei der Auszahlung bekommen. Es geht um längere Fehlzeiten wegen Krankschreibung.

Schwerte

, 20.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kollegen haben die 1500 Euro schon auf ihrem Konto. Aber warum habe ich die Geldspritze nicht bekommen? Ärger über die Auszahlung der sogenannten Corona-Prämie, die den Pflegekräften von Altenheimen versprochen worden war, machte sich in den vergangenen Tagen in der Stadt breit. Bis in die Redaktion drangen die Klagen, dass Mitarbeitern von Einrichtungen in Schwerte diese Sonderzahlung verweigert worden sei, weil sie längere Zeit krankgeschrieben gewesen waren.

Diakonie: „Wir haben keinen benachteiligt“

„Wir haben keinen benachteiligt“, betont Volker Holländer, Geschäftsführer der Diakonie Mark-Ruhr, in deren Richtung die Vorwürfe erhoben worden waren. Das Sozialwerk der Evangelischen Kirche betreibt in Schwerte mit dem Johannes-Mergenthaler-Haus und dem Klara-Röhrscheidt-Haus gleich zwei Seniorenheime. Außerdem gibt es einen ambulanten Pflegedienst, dessen Beschäftigte ebenfalls von der Corona-Prämie profitieren. Diese sei im ambulanten und im stationären Bereich gezahlt worden, sagt Volker Holländer.

Die Auszahlungs-Modalitäten sind gesetzlich festgelegt

Grund für die Irritationen könnten die komplizierten Auszahlungs-Modalitäten sein, die von der Bundes- und Landesregierung sowie den Pflegekassen vereinbart worden sind. Der Diakonie-Geschäftsführer verweist in diesem Zusammenhang auf den Paragrafen 150a, der eigens dafür in das Sozialgesetzbuch eingefügt worden ist. „Beschäftigte, die zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. Oktober 2020 mindestens drei Monate in einer zugelassenen Pflegeeinrichtung tätig sind, erhalten (...) einen Anspruch gegenüber ihren Arbeitgebern auf eine einmalige steuer- und sozialabgabenbefreite Sonderleistung (Corona-Prämie)“, heißt es dort.

Allerdings darf man während dieser drei Monate nicht länger als 14 Tage krank geschrieben worden sein. „Dann entfällt der Anspruch“, erklärt Volker Holländer. Nicht negativ angerechnet werden aber Fehlzeiten wegen Arbeitsunfall, Covid-19-Erkrankung und Quarantänemaßnahmen sowie Urlaub.

Neue Chance bei einem zweiten Auszahlungstermin

Wer die Zahlungsvoraussetzung in den Monaten März, April und Mai bereits erfüllt hat, habe jetzt die Corona-Prämie erhalten, so Volker Holländer weiter. Wer dabei durchs Raster gefallen ist, hat aber bei einem späteren zweiten Zahlungstermin noch eine Chance. Er kann die drei geforderten Beschäftigungsmonate ja noch bis Ende Oktober erfüllen, um sich dann ebenfalls auf die steuerfreien 1500 Euro zu freuen. Diese Summe in voller Höhe erhalten alle Vollzeitbeschäftigten. „Bei Teilzeitkräften wird sie entsprechend runtergerechnet“, sagt der Geschäftsführer: „Auch die Auszubildenden in der Pflege nehmen teil.“

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