Die Corona-Pandemie in Schwerte in Grafiken dargestellt: von der Bevölkerungsstatistik bis zum Inzidenzwert. © Heiko Mühlbauer
Zusammenfassung und Überblick

Die Corona-Chronologie: Am 11. März jährt sich in Schwerte die erste Infektion

Hamsterkäufe, Schulschließungen, Öffnungsdebatten – und eine Corona-Party, die bundesweit Schlagzeilen machte. Wir zeigen ein Jahr nach der ersten Infektion, wie sich Schwerte in einem Jahr Pandemie entwickelt hat.

Vor einem Jahr – am 11. März 2020 – wurde in Schwerte die erste Person positiv auf das Coronavirus getestet. Seitdem hat sich viel getan. Ein Überblick über die Entwicklung von einem Jahr Pandemie in Schwerte:

31. Januar 2020: Das Coronavirus ist noch weit weg, doch im Schwerter Marienkrankenhaus bereitet man sich vor. Für den Fall, dass Corona-Patienten aufgenommen werden müssen, wird das Personal speziell geschult.

Frühjahr 2020: Die erste Welle

26. Februar: In den Apotheken und Baumärkten sind Atemschutzmasken ausverkauft, selbst Desinfektionsmittel sind rar. Viele Schwerter beteiligen sich an den Hamsterkäufen.

29. Februar: Die Hamsterkäufe in den Supermärkten und Drogerien erreichen ihren Höhepunkt – auch in Schwerte sind Nudeln, Reis, Toilettenpapier und andere Artikel vergriffen. Von Desinfektionsmitteln und Seife ganz zu schweigen.

2. März: Das Gesundheitsamt meldet die erste Corona-Infektion im Kreis Unna. Allerdings nicht in Schwerte.

3. März: Ist das Land gut auf das Coronavirus und die Erkrankung Covid-19 vorbereitet? Minister und Verantwortliche sagen Ja, doch der Schwerter Hausarzt Ingo Barth widerspricht – vor allem wegen mangelnder Schutzausrüstung.6. März: 49 Schüler und sieben Lehrer des Friedrich-Bährens-Gymnasiums starten ihre Ski-Klassenfahrt nach Südtirol. Doch noch während der Bus unterwegs ist, erweitert das Robert-Koch-Institut seine Reisewarnung. Der Bus kehrte auf halber Strecke um.

10. März: Dreiste Diebstähle, auch in den Krankenhaus-Standorten in Schwerte. Im Marienkrankenhaus stehlen Besucher die Flaschen mit dem Desinfektionsmittel gleich reihenweise.

10. März: In der Rohrmeisterei wird die erste Großveranstaltung abgesagt. Ausrichter und Buchhändler Olaf Bachmann ist zu diesem Zeitpunkt noch optimistisch, dass die Ticketinhaber Star-Autor Sebastian Fitzek trotzdem in naher Zukunft zu Gesicht kriegen.

11. März: Die erste Corona-Erkrankung in Schwerte. Wie sich am Folgetag herausstellt, war der Mann erst kurz vorher aus einem Urlaub in Norditalien zurückgekehrt.13. März: Keine Meisterschaftsspiele, keine Turniere, keine Testspiele, keine Wettkämpfe – der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen legt eine Pause ein – vorerst nur bis zum 19. April 2020.

13. März: Keine Besucher mehr in den Zimmern der Patienten, das ordnet das Marienkrankenhaus an. Es gibt allerdings Ausnahmen, etwa bei Geburten oder auf der Intensivstation.

13. März: In Schwerte wie im ganzen Land sollen ab Montag, 16. März bis zu den Osterferien alle Schulen und Kindergärten geschlossen werden.

14. März: Fast alles wird abgesagt. Selbst Spendenabgaben beim Arbeitskreis Asyl sind nicht mehr möglich.

15. März: Dem Kreis-Gesundheitsamt sind zwei neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Beide Personen kommen aus Schwerte. Auch hier handelt es sich um Rückkehrer aus vom Robert-Koch-Institut benannten Risikogebieten.

16. März: Sämtliche Einrichtungen der katholischen Kirchengemeinde St. Marien sind geschlossen. Es gibt keine Gottesdienste mehr.16. März: Noch bevor es einen offiziellen Erlass aus Berlin gibt, machen in der Innenstadt die ersten Geschäfte und Einrichtungen dicht. Unter anderem die Stadtwerke und das „Wunderland“ am Ende der Fußgängerzone.

17. März: Das Marienkrankenhaus bereitet sich auf eine mögliche Corona-Welle vor. Um mehr Kapazitäten zu schaffen, werden planbare OPs verschoben.18. März: Es sind schon niedliche Videos, die in der Corona-Zeit in der Lenningskampschule entstehen. Nur noch sechs Schüler sind derzeit dort. Sie drehen die „LenniNews“, mit denen sie die Mädchen und Jungen informieren, was gerade so geschieht an der fast leeren Schule.

18. März: So leer hat man die Schwerter Innenstadt noch nie erlebt. Wegen der Corona-Krise mussten die meisten Geschäfte schließen. Selbst Geburtstagsfeiern und andere Privatveranstaltungen zu Hause fallen jetzt unter das erweiterte Verbot. Bürgermeister Dimitrios Axourgos kündigt an, dass fortan zudem keine Stühle mehr draußen vor Cafés, Kneipen und Restaurants stehen dürfen – und droht bereits mit weitreichenden Ausgangssperren.

20. März: Keine andere Stadt im Kreis Unna ist so stark vom Coronavirus betroffen wie Schwerte. In der Hausärztlichen Notfallpraxis am Marienkrankenhaus wird eine zentrale Teststelle eingerichtet.

21. März: Nur noch bis 15 Uhr dürften sie öffnen. Deshalb setzen Gastronomen auf andere Wege. Viele von ihnen setzen mehr Lieferdienste ein als vorher.

22. März: Die Zahl der Patienten mit Covid-19-Infektion steigt kontinuierlich an. Keiner weiß genau, wie sich die Situation entwickelt. Deshalb bereitet man sich im Schwerter Marienkrankenhaus auf viele Eventualitäten vor und sucht für Notfälle nach Helfern mit medizinisch-pflegerischem Hintergrund.

23. März: Das Privatleben wird per Verordnung stark eingeschränkt. Im RN-Videointerview erklärt Bürgermeister Dimitrios Axourgos, wie die Stadt Schwerte das Gebot umsetzt, dass sich nicht mehr als zwei Menschen in der Öffentlichkeit treffen dürfen. Die Zahl der Kontrolleure sei deutlich erhöht worden.25. März: Auch in Schwerte wird das Toilettenpapier knapp. Diejenigen, die keins mehr ergattern, müssen sich Alternativen suchen. Für die Stadtentwässerung Schwerte kann das zum Problem werden. Denn Küchenrollen und Feuchttücher verstopfen die Leitungen.

Nur noch zwei Packungen Küchenrolle pro Haushalt: Einige Supermärkte in Schwerte achten wieder genau darauf, was ihre Kunden kaufen. © Aileen Kierstein © Aileen Kierstein

25. März: Die Hausärztliche Notfallpraxis im Pfarrer-Stelzner-Haus bleibt vorerst geschlossen. In die Räume ist die Teststelle für Corona-Infektionen eingezogen.

26. März: In Schwerte gibt es vorübergehend eine Hausarztpraxis weniger. Die Praxis von Dr. Jörg Rimbach und Dr. Folke Rimbach muss wegen eines Corona-Falls schließen.27. März: Erster Corona-Todesfall im Kreis Unna. Ein Fröndenberger (Jahrgang 1935) starb in Folge einer Virus-Infektion. Der Mann hatte Vorerkrankungen und gehörte zur Risikogruppe. Einen Tag später wird aus demselben Pflegeheim ein weiterer Todesfall gemeldet.

3. April: Auch in Schwerte gibt es den ersten Todesfall in Zusammenhang mit Covid-19. Ein Patient starb am Standort Goethestraße des Marienkrankenhauses.

8. April: Mehrere Schwerter Geschäfte starten ein gemeinsames Online-Portal. Über Schwerte.City können Kunden ab sofort ihre Produkte bekommen.8. April: Erster Corona-Fall in einem Schwerter Seniorenheim. Ein Patient des Klara-Röhrscheidt-Hauses hat sich mit dem Virus infiziert.11. April: Das rigide Vorgehen des Schwerter Ordnungsamts sorgt für Aufregung. Der Lo‘Canta-Wirt Hasan soll über 1000 Euro Strafe zahlen. Er habe den Verzehr von Speisen im zu der gastronomischen Einrichtung gehörenden Außenbereich geduldet.

22. April: Auf dem Wochenmarkt dürfen ab sofort keine Speisen mehr gegessen werden. Der Veranstalter ordnet an, dass dies nur mit mindestens 50 Metern Abstand zum Markt geschehen darf.

Hasan Er, Inhaber des Restaurants Lo´Canta am Markt, hatte seine Außenbestuhlung wie gefordert zusammengeräumt und aufgestapelt. Trotzdem wollte die Stadt von ihm ein drastisches Corona-Bußgeld in Höhe von 1000 Euro haben. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

23. April: Die Abiturienten kehren in die Schwerter Schulen zurück.

24. April: Nach einer Hust-Attacke gegen das Ordnungsamt schaltet die Stadt Schwerte das freie WLAN auf dem Postplatz ab.

27. April: Von nun an gilt auch beim Einkaufen eine Mundschutzpflicht – dafür sind in Schwerte wieder mehr Geschäfte offen. Am ersten Tag denken längst nicht alle an die neue Auflage. 2. Mai: Nahezu alle Branchen leiden unter der Pandemie. Um sowohl die lokale Wirtschaft als auch das Ehrenamt zu stärken, wurde der „Schwerter Plan“ entwickelt. Dazu gehört auch der Verzicht auf Gebühren für die Außengastronomie.

Sommer 2020: Aufatmen und Lockerungen

6. Mai: Die Friseure dürfen wieder öffnen. Wer in Schwerte einen Termin haben will, muss aber oftmals lange warten.10. Mai: Die Landesregierung verkündet Lockerungen für den Amateursport. Die Schwerter Vereine sind allerdings irritiert. Denn auch die Sporthallen sollen wieder öffnen.13. Mai: Essen im Restaurant, Trainieren im Fitnessstudio, Maniküre im Nagelstudio – das alles ist nun wieder erlaubt. Bürgermeister Dimitrios Axourgos zeigt sich von den Lockerungen überrascht.

31. Mai: Gute Nachrichten für alle, die ihren Sommerurlaub absagen mussten: Das Schwerter Stadtbad und das Elsebad öffnen wieder – allerdings müssen Hygieneregeln eingehalten werden und es dürfen nur Bahnen geschwommen werden.

Viel los war am Wochenende im Elsebad, aber auch nicht zu viel.
Viel los war am Wochenende im Elsebad, aber auch nicht zu viel. © Laura Schulz-Gahmen © Laura Schulz-Gahmen

23. Juni: Bei der Firma Hoesch Schwerter Extrudes Profiles werden über 30 Mitarbeiter positiv auf Corona getestet. Das Unternehmen will der Unsicherheit mit Massentests begegnen.

27. Juni: Die Corona-Fallzahlen in Schwerte steigen wieder. Bürgermeister Dimitrios Axourgos mahnt, Eigenverantwortung und Solidarität zu zeigen.

6. August: In einer städtischen Flüchtlingsunterkunft bricht das Coronavirus aus. 19 Bewohner müssen in Quarantäne.30. September: Nun hat auch das Schwerter Rathaus seinen ersten Corona-Fall. Die Abteilung Kindertagespflege und Elternbeiträge ist vorübergehend nicht erreichbar.7. Oktober: Im Kreis Unna wird die Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern überschritten. Deshalb gibt es neue Vorschriften für Schule, Kita, Feiern und Sport.14. Oktober: Die zweite Welle ist da – und die Bund-Länder-Konferenz verschärft die Regeln weiter. Besonders Schwerter Gastronomie-Betriebe werden von Sperrstunde und co. hart getroffen.

Ab Herbst 2020: Zweite Welle und Dauer-Lockdown

19. Oktober: Im Kreis Unna steigen die Infektionszahlen gewaltig. Die Stadt Schwerte reagiert mit einer Maskenpflicht für Teile der Innenstadt.

21. Oktober: Im Zuge der zweiten Corona-Welle kehren auch die Gymnasien und Gesamtschulen zur Maskenpflicht zurück. Auch in den Gottesdiensten muss wieder ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

27. Oktober: Die zweite Corona-Welle trifft das Marienkrankenhaus doppelt. Die Patientenzahlen steigen – und Mitarbeiter werden positiv getestet.2. November: Mit Beginn des Novembers geht das Land wieder in den Lockdown – und besonders die Schwerter Gastronomen sind richtig sauer.

9. November: Der lokale Inzidenzwert explodiert – der Kreis meldet bereits den siebten Corona-Toten aus Schwerte.11. Dezember: Die Landesregierung schickt die Schüler vorzeitig in die Weihnachtsferien. In Schwerte sind nicht alle begeistert von der kurzfristigen Ankündigung.

Es war ein holpriger Start für den Distanzunterricht am Montagmorgen.
Es war ein holpriger Start für den Distanzunterricht am Montagmorgen. © Martina Niehaus (Symbolbild) © Martina Niehaus (Symbolbild)

19. Dezember: Kurz vor Weihnachten ist die Nachfrage nach Schnelltests groß. Hausarzt Manfred Hausmann führt deshalb Tests in einem beheizten Zelt durch.

20. Dezember: Schweren Herzens sagen die Evangelischen Kirchen ihre Weihnachtsgottesdienste ab – online gibt es jedoch Alternativen.

6. Januar 2021: Die nächste Lockdown-Verlängerung wird verkündet. Die Schwerter Einzelhändler befürchten langfristige Veränderungen für die Innenstadt.

11. Januar: Die Schüler starten in den Distanzunterricht. An den Schwerter Schulen verläuft der Start holprig.15. Januar: Eine illegale Friseur-Party im Keller eines Geschäftshauses an der Hagener Straße schafft es bundesweit in die Schlagzeilen. Die Polizei hatte dort 20 Personen angetroffen, die sich nicht an die Corona-Regeln hielten. Zudem wurden Drogen sichergestellt. 29. Januar: Ab jetzt können sich Impfwillige einen Termin für das Impfzentrum buchen – und verzweifeln an endlosen Warteschleifen und einem komplizierten Online-Portal.8. Februar: Das Impfzentrum für den Kreis Unna wird eröffnet. Leiter des Impfzentrums ist Theo Spanke. 9. Februar: Die Corona-Mutation ist auch in Schwerte angekommen. Der Kreis Unna meldet zwei Fälle der britischen Variante.11. Februar: Aufatmen bei den Friseuren – sie dürfen ab dem 1. März wieder öffnen. Nach der Ankündigung füllen sich die Terminpläne in den hiesigen Salons rasant.

Seit Anfang Februar können sich Über-80-Jährige in Unna gegen Corona impfen lassen. Die Terminvergabe trieb jedoch viele in den Wahnsinn. © Kreis Unna © Kreis Unna

16. Februar: Die Folgen des Lockdowns fordern ihr erstes Opfer für die lokale Ausgeh-Szene. Im Bistro „Denkmal“ an der Ostenstraße gehen zum 31. März die Lichter aus.

22. Februar: Für Grundschüler und Abschlussjahrgänge startet der Präsenzunterricht wieder. Die Schulleiter in Schwerte zeigen sich mit dem Start zufrieden.

25. Februar: Nachrichten, die Hoffnung machen: Der Inzidenzwert für Schwerte liegt wieder unter 100.

4. März: Die Einzelhändler sollen ab dem 8. März wieder öffnen dürfen. Allerdings nur mit Terminvergabe. Einige Schwerter Händler sind froh, dass sie überhaupt wieder Kunden empfangen dürfen. Die Werbegemeinschaft zeigt sich eher skeptisch, ob so ein System überhaupt funktioniert.6. März: Bei Aldi werden die ersten Corona-Schnelltests verkauft. Es gab allerdings nur wenige Packungen, die schnell vergriffen waren.

8. März: Während die Einzelhändler mit Click & Meet wieder öffnen dürfen, überschattet der Nachweis des ersten Falls der südafrikanischen Virus-Variante in Schwerte die Freude über die Lockerungen.

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