Deutsche Nickel: Weniger Geld und Freizeit - so sollen die Mitarbeiter der Firma helfen

dzBesonderer Tarifvertrag

Schwierigkeiten bei der Deutschen Nickel in Schwerte. Die gute Nachricht: Die Arbeitsplätze sind gesichert. Die schlechte Nachricht: Die Beschäftigten müssen einige Einbußen in Kauf nehmen.

Schwerte

, 02.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Ein Flugblatt lag am Montag bei der Deutschen Nickel aus. Der Inhalt hatte es in sich. Sowohl in guter, als auch in schlechter Hinsicht. Für die Mitarbeiter brechen harte Zeiten an, dafür sind ihre Arbeitsplätze vorerst sicher.

Aktuell geht es dem Unternehmen nicht gut, wie der Erste Bevollmächtigte der IG-Metall, Jens Mütze, am Montag auf Anfrage erklärte. Die Gründe dafür seien in der aktuell schwierigen Lage der Branche und in der Vergangenheit der Firma zu finden, so Mütze. Der neuen Geschäftsführung könne man jedenfalls keinen Vorwurf machen. Das Unternehmen war im vergangenen Jahr durch einen Management-Buy-Out an die Geschäftsführung gegangen.

Aber nach einem schlechten Jahresabschluss 2018 und erneut roten Zahlen für das erste Quartal 2019 hatte man die IG-Metall früh mit ins Boot geholt. In der vergangenen Woche wurde dann ein Beschäftigungssicherungsvertrag für die Firma ausgehandelt. Im Kern beinhaltet der, was die Beschäftigten und was die Unternehmensführung leisten müssen, um das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen.

Darauf müssen die Mitarbeiter verzichten

Die Mitarbeiter verzichten auf ihr Weihnachtsgeld. Sollte allerdings 2019 mit einer schwarzen Null abgeschlossen werden, wird zumindest 50 Prozent des Weihnachtsgeldes ausgezahlt.

Auch vom Urlaubsgeld werden 50 Prozent einbehalten.

Außerdem sollen die Mitarbeiter auf Errungenschaften der vergangenen Tarifrunden verzichten. Dazu gehören 400 Euro, die es als Pauschale in diesem Jahr geben sollte und einen Freizeitausgleich aus der vergangenen Tarifrunde. Der umfasst immerhin acht Arbeitstage.

Das gilt nicht nur für die tariflich Beschäftigten. Auch außertariflich Angestellte und Führungskräfte müssen einen gleichwertigen Beitrag für die Firma bringen. Insgesamt würden die Mitarbeiter so mit einer Millionen Euro an den Sanierungsplänen beteiligt.

Das will die Unternehmensleitung im Gegenzug leisten

Die Unternehmensleitung verpflichtet sich im Gegenzug auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Und vor allem notwendige Investitionen umzusetzen. Deren Volumen beziffert die IG Metall auf 1 bis 1,5 Millionen Euro.

Auch wenn es sich für die Mitarbeiter um Einschnitte handelt: „Die Akzeptanz in der Belegschaft ist gut“, betont Mütze.

Aktuell verhandele man noch um den so genannten Besserungsschein. In dem wird eine Kompensation für den Verzicht festgelegt, wenn es der Firma wieder besser geht. Und dass dies so sein wird, davon ist der Gewerkschafter überzeugt.

Dieser spezielle Tarifvertrag gilt rückwirkend ab dem 1. Januar und ist bis zum 31. Dezember gültig. Die Tarifkommission der IG-Metall hat ihm bereits mit 85 Prozent zugestimmt.

Die Geschäftsführung war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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