Mit ihrem Karnevalssong "Mädels aus dem Pott" waren Susan Kent und Michael Blaschzyk im Radio. © Michael Blaschzyk
Jahresrückblick 2020

Das Jahr 2020 in Schwerte: Karnevals-Schlager aus der Ruhrstadt

Schwerte kann ja viel. Aber ein Karnevals-Schlager aus der Ruhrstadt? Das gibt es nicht? 2020 schon mit „Mädels aus dem Pott“.

Der Karneval mit lachenden Kindern und lustigen Verkleidungen war eines der ersten Opfer der Corona-Pandemie. Doch zumindest im Radio gab es 2020 Karneval. Man brauchte nur WDR 4 aufzudrehen. „Hömma, samma, kannsse ma“ mischt es sich zwischen die kölschen Schunkellieder.

Die Zeile im besten Ruhrgebietsslang ist nur der Refrain des Stimmungssongs made in Schwerte, der „Mädels aus dem Pott“ heißt. Im Rekordtempo von 14 Tagen hatte er sich ins Musikprogramm des Senders katapultiert.

Entstanden im Dachbodenstudio

Entstanden ist der Hit für die närrische Jahreszeit am Rande der Innenstadt, nur einen Steinwurf vom Hoesch-Presswerk entfernt. Dort, wo schon die Ortsteil-Hymne „Hallöchen aus Ergste“ komponiert wurde: im Dachbodenstudio von Michael Blaschzyk. Nur, dass diesmal den Text nicht Operettenbühnen-Direktor Gunther Gerke beisteuerte, sondern die berühmte Susan Kent.

Mit der Profisängerin hatte der 45-Jährige schon beim Pannekaukenfest und beim Weihnachtsmarkt am Wuckenhof auf der Bühne gestanden. In diesem Jahr klingelte sie plötzlich an seiner Tür: „Ich brauche einen Karnevalsschlager“, soll sie gesagt haben. Also setzten sich die beiden ans Keyboard.

An einem Abend entstanden

Musikalisch war alles klar. Es sollte ein Schlager werden, der ins Ohr geht, bei dem jeder spätestens beim zweiten Refrain mitsingen kann. Aber textlich, worum sollten die Strophen kreisen? „Es sollte dem Hörer im Ruhrgebiet gefallen“, hatten Blaschzyk und Kent ihre Zielgruppe im Blick: „Wir wollten herausarbeiten, was dort schön ist.“

Herausgekommen ist ein Loblied auf die Menschen, die zusammenhalten. Die sich streiten, aber dann auch schnell wieder vertragen.

„Alles ist an einem Abend entstanden“, erzählt Michael Blaschzyk. Nicht in der Autorenzeile des Songs aufgeführt ist ein geistiger Beistand, der für das Gelingen eine nicht unerhebliche Rolle spielte: Zwei Gläser Gin Tonic machten dem närrischen Geniestreich Beine. Aufgenommen wurde der Schlager anschließend in einem Profi-Studio von Susan Kent. Wer ihn auf Spotify sucht, sollte ihr Pseudonym Pia Pottrose eingeben. „Es kann sein, dass wir öfter mal zusammen was machen werden“, sagt Michael Blaschzyk hoffnungsvoll.

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Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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