Das Gymnasium Garenfeld muss schließen

Letzter Schultag im Juli

Schock für rund 120 Schüler und ihre fast zwei Dutzend Lehrer: Das traditionsreiche Gymnasium Garenfeld bei Schwerte gibt auf. In ein paar Monaten ist dort Schulschluss - und zwar für immer. Schüler und Lehrer müssen sich Plätze und Stellen an anderen Gymnasien suchen.

SCHWERTE/GARENFELD

, 10.03.2017, 06:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Gymnasium Garenfeld muss schließen

Das Gymnasium Garenfeld.

Das Gymnasium Garenfeld muss schließen. „Das Gymnasium hat uns mitgeteilt, dass der Schulbetrieb mit Ende des Schuljahres enden soll“, teilte Christoph Söbbeler, Sprecher der Arnsberger Bezirksregierung, am Donnerstag auf Anfrage mit. „Das ist so“, bestätigte auch Olaf Hempel vom Schulträger, der Hermann und Katharina Hille Stiftung.

Grund für die Einstellung des Schulbetriebs seien geringe Schülerzahlen. Die haben sich seit 2009, als die Statistik der Bezirksregierung noch 233 Gymnasiasten auswies, fast halbiert. Zu dieser Entwicklung beigetragen hat auch die Schließung des Internatbetriebs im Jahre 2010.

Jetzt lesen

Letzter Schultag im Sommer 

Die aktuellen Abiturienten sollen ihre Prüfungen noch ganz normal ablegen. Für ihre Entlassfeier und den Abi-Ball nennt der Kalender auf der Internetseite des Gymnasiums den 7. Juli. Als „letzter Schultag“ ist danach der 14. Juli für die Zeugnisausgabe eingetragen – mit nunmehr doppelter Bedeutung.

„Es ist wichtig, dass dieses Schuljahr regulär beendet wird“, so Söbbeler. Für die Zeit danach müssten „kompatible“ Schulen gefunden werden, auf denen die Schüler gemäß ihrer Fächerwahl weiter unterrichtet werden.

„Die Schüler haben die Möglichkeit, entweder direkten Kontakt mit ihrer Wunschschule aufzunehmen oder im Kontakt mit dem Gymnasium Garenfeld“, erklärte Söbbeler. Gesucht werde das „Nächstliegende“, abhängig auch vom Wohnsitz. Die betroffenen Gymnasien seien über die Möglichkeit solcher Anfragen im Bilde. Die Entscheidung müsse der jeweilige Schulleiter treffen.

Hilfe beim Schulwechsel

„Die Schule wird die Schüler beim Wechsel auf andere Gymnasien begleiten“, sagte Söbbeler: „Wenn es Probleme gibt, stehen wir unterstützend zur Seite.“ Dieses Angebot gelte auch im Fall der Lehrer, für die das Gymnasium eine Anschlussbeschäftigung bei einer anderen Schule in freier Trägerschaft suche. Im Gegensatz zu ihren Kollegen an öffentlichen Schulen stehen sie nicht im Dienst des Landes.

Das ist die Vergangenheit der Traditionsschule
1907 gründete der Pfarrer Friederich Höfinghoff auf seinem Bauernhof in Garenfeld ein Landschulheim.
Es sollte die Ideen des Reformpädagogen Hermann Lietz (1868-1919) umsetzen, nach denen sich ein guter Mensch nur in einer natürlichen, gesunden Umgebung entwickeln kann.
1913 wurde das neugebaute Schulgebäude mit 25 Jungen bezogen. Das Landschulheim wurde staatlich anerkannte Privatschule.
1941 wurde die Schule als Gymnasium anerkannt.
Mitte der 1970er-Jahre besuchten rund 200 Schüler die Einrichtung.
2010 wurde das Internat geschlossen.
Seit 2012 sind die Dr. Hermann und Katharina Hille Stiftung Schulträger.

 

Lesen Sie jetzt