Critical Mass startet wieder – „Die Verkehrswende wartet nicht!“

Aktion der Radfahrer

Im Sinne des Umweltschutzes und der Verkehrssicherheit soll die Aktion „Critical Mass“ mehr Fahrradfreundlichkeit in der Stadt bewirken. Die Teilnehmer fordern ein Umdenken der Politik.

Schwerte

, 20.08.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine Critical Mass in Schwerte.

Eine Critical Mass in Schwerte. © Critical Mass Schwerte

Wahlkampf in der Ruhrstadt, und kaum eine Partei nimmt nicht die Verbesserung des Radverkehrs in den Mund oder ins Programm. Passiert sei in den letzten Jahren in Politik und an der Stadtspitze zu wenig.

Ein Umdenken sei erforderlich, insbesondere im Verkehr und beim Abgasausstoß, heißt es in einer Pressemitteilung der Critical Mass Schwerte. Eine Verkehrswende vor Ort werde benötigt, um die Erderwärmung zu begrenzen.

Ab September wollen die Schwerter Fahrradfahrer wieder geschlossen durch das Stadtgebiet fahren und als Masse ihre Rolle im Straßenverkehr verdeutlichen.

Andere Städte machen es vor

„Klimaziele müssen hier gesetzt werden, jede und jeder ist gefragt und besonders die Kommunalpolitik und die Verwaltung“ heißt es in der Pressemitteilung. Andere Kommunen nehmen beispielsweise trotz und gerade wegen Corona an der bundesweiten Initiative „Stadtradeln“ teil.

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Manche Kommunen setzen ab 25.000 Einwohnern einen Fahrradplaner ein, der nur den Radverkehr in den Blick nimmt. Schwertes Mobilitätskonzept sieht eine Verdoppelung des Radverkehrs bis 2025 vor. Ohne klare Ziel-, Zeit- und Umsetzungsplanung werde das aber nichts.

Die Teilnehmer der Aktion „Critical Mass“ sehen in Schwerte eine ideale Fahrradstadt. Dazu müssten Maßnahmen, die in anderen Städten bereits umgesetzt werden – wie ein durchgängiges Netz für den Alltagsradverkehr, ein sicherer Ausbau der Kreuzungen, sichere Radwege an Hauptverkehrsstraßen und einheitlich gestaltete Radwege – auch in Schwerte umgesetzt werden. Die Sicherheit und Attraktivität für den Fuß- und Radverkehr müsse an erster Stelle stehen.

Kritik an Ausbau der B236

Die B236 werde laut Critical Mass auch nach dem Ausbau eine Katastrophe für den Radverkehr bleiben: „So schaffen es die Straßenplaner nicht, vom Freischütz bis zum Ostentor, den Rad- und Fußgängerverkehr durchgängig auf getrennten und ausreichend breiten Wegen zu führen.“

Schwierig werde es nach wie vor an den zahlreichen Ein- und Ausfahrten auf der B236. „Am Ende holpert es immer für die Radler. Besonders problematisch wird es, wenn eine größere Straße einmündet. Wer mit dem Rad von Villigst kommend nach links in die Karl-Gerharts-Straße einbiegen will, steigt besser ab und geht zu Fuß über die Ampel, wenn er oder sie nicht ernsthaft lebensmüde ist.“ Verkehrsplaner nennen das dann „Sicherheitsdefizite“, heißt es in der Pressemitteilung.

Critical Mass

Das Bedeutet die Aktion

  • Die Critical Mass ist ein zufälliges Zusammentreffen von Fahrradfahrern, die für eine gewisse Zeit gemeinsam dieselbe Strecke - im geschlossenen Verband - fahren.
  • Es gibt keine Organisatoren und keine festgelegte Route. Die Critical Mass organisiert sich spontan selbst.
  • Immer am 2. Freitag im Monat ab 17 Uhr geht’s los am Bahnhof Schwerte (11. September, 09. Oktober, 13. November, 11. Dezember).
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