Lehrerin ist Corona-positiv: Massentest am Gymnasium in Schwerte

dzFriedrich-Bährens-Gymnasium

40 Schüler und Lehrer des Friedrich-Bährens-Gymnasiums in Schwerte sind am Dienstag auf Corona getestet worden. Noch ist man davon überzeugt: Das Virus dürfte sich nicht verbreitet haben.

Schwerte

, 18.08.2020, 16:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die Kollegin war das auch ein Schock“, sagt Heiko Klanke. Am Montagnachmittag hatte es der Schulleiter des Friedrich-Bährens-Gymnasiums (FBG) in Schwerte erfahren: Eine Lehrerin ist Corona-positiv.

Daraufhin griffen die Abläufe, die in solchen Fällen vorgeschrieben sind: Klanke informierte das Gesundheitsamt des Kreises Unna, die Bezirksregierung in Arnsberg, die Stadt Schwerte als Schulträger und natürlich die anderen Lehrer. Dann stand die große Frage im Raum: Wer könnte sich eventuell angesteckt haben und wie wahrscheinlich ist das?

Alle betroffenen Familien wurden am Montag angerufen

„Die Hygieneregeln wurden immer eingehalten“, unterstreicht Klanke. Maske über Nase und Mund, Abstand von 1,50 Meter oder mehr – darauf achte man penibel. „Und auch die betreffende Lehrkraft hat sich vorbildlich verhalten.“

Etwa 40 Schüler und Lehrer sollten dennoch getestet werden, entschieden Gesundheitsamt und Schule in Abstimmung. Die betreffenden Familien wurden direkt am Montag angerufen und für Dienstag in die Aula bestellt. Betroffen waren nur Schüler der Sekundarstufe 1, offenbar aus den jüngeren Jahrgängen.

Mobiles Testteam nahm Abstriche von 40 Schülern und Lehrern

Viele kamen am Dienstagmittag mit Mama oder Papa zur Aula, wo das mobile Testteam des Gesundheitsamtes einen Tisch aufgebaut hatte.

Die Schutzkleidung wurde erst im Gebäude angezogen. Die Materialien für den Test hatte man in einem eher unscheinbaren Koffer mitgebracht.

Was sich wiederum gut mit dem Wunsch nach Sachlichkeit harmonierte, mit dem sich die FBG-Verantwortlichen dem Thema widmeten.

Am Montagabend gegen halb acht war eine E-Mail an alle knapp 800 Schüler und deren Eltern geschickt worden, auch das nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt, wie Heiko Klanke betonte: „Die Kommunikation funktioniert sehr gut.“

Bleibt es bei einem Corona-Fall am Friedrich-Bährens-Gymnasium?

Bleibt es bei einem Corona-Fall am Friedrich-Bährens-Gymnasium? © Björn Althoff

Ergebnisse der Tests soll es am Mittwoch geben

Einige wenige Nachfragen von Eltern habe es am Dienstag gegeben. Mit denen, die sich große Sorgen machen, habe man telefoniert. Allgemein sei es aber ruhig in der Schüler- und der Elternschaft geblieben, so Klankes Eindruck.

Schon am Mittwoch habe man wohl Klarheit, ob Corona größere Kreise gezogen hat im FBG oder ob es bei der einen Infektion bleibe. Im Regelfall habe man die Testergebnisse über Nacht, bestätigte Birgit Kalle auf Anfrage, eine der Sprecherinnen des Kreises Unna.

Wie es zur Infektion gekommen sei – Klanke sagt nur: „Es kann eben auch so passieren, ohne dass man ein großes Risiko eingeht.“ Die Kollegin, über die der Kreis Unna am Montag verraten hat, sie wohne nicht im Kreis Unna, „hat im Sommer weder Mannschaftssport getrieben noch ist sie in den Urlaub gefahren oder ist bei einer größeren Veranstaltung gewesen.“ Symptome habe die Kollegin ebenfalls nicht.

Leereres Lehrerzimmer, Online-Konferenzen, frühes Lüften

Dazu die Situation am FBG im Schuljahr 2020/21: „Im Lehrerzimmer stehen derzeit nur die Hälfte der Stühle“, unterstreicht Klanke. Konferenz hätten online stattgefunden. Zwischen den einzelnen Plätzen im Lehrerzimmer stehen Plexiglasscheiben. Und die betreffende Kollegin habe erklärt, während des Unterrichts permanent Maske getragen zu haben. Klanke weiter: „Die Hausmeister fangen zurzeit sogar noch früher an, um früher durchzulüften.“

Dass nur die Jüngeren betroffen sein könnten, habe immerhin ein Gutes: Einige Oberstufenkurse teile man sich mit dem Ruhrtal-Gymnasium. So aber wurden aber nur FBG-Schüler und -Lehrer als Kontaktpersonen ermittelt und getestet.

Als Reaktion auf den Coronafall gab Klanke eine Dienstanweisung ans Kollegium heraus: Bitte alle Klassen und Kurse erneut sensibilisieren, wie wichtig die Hygiene- und Abstandsregeln sind. Verbunden mit dem Appell, „gerade in der Freizeit vorsichtig zu sein“.

Kreis: „Nicht alles, was erlaubt ist, ist auch gut“

Auch Kreis-Sprecherin Birgit Kalle warnt: „Wir beobachten, dass sehr viele Menschen wieder mehr Kontakte haben und dass es eine größere Sorglosigkeit gibt.“ Dabei lasse sich der aktuelle Anstieg an Coronafällen im Kreis Unna nur zu rund einem Fünftel durch Urlaubsrückkehrer erklären. Kalle verdeutlicht – und das nicht nur in Richtung Schüler: „Nicht alles, was im Moment erlaubt ist, ist auch angemessen und gut!“

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