Corona-Testzentrum: Bis zu 20 Tests täglich, aber rückläufige Zahlen

dzCoronavirus in Schwerte

Seit Mitte März ist das Corona-Testzentrum am Marienkrankenhaus in Betrieb. Dr. Jörg Rimbach, Schwerter Hausarzt und Leiter des Behandlungszentrums, zieht eine Zwischenbilanz.

Schwerte

, 19.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mitte März ist in der Hausärtlichen Notdienstpraxis am Pfarrer-Stelzner-Haus hinter dem Marienkrankenhaus eine Covid-Behandlungsstelle eingerichtet worden. Dr. Jörg Rimbach, der mit seiner Hausarztpraxis an der Haselackstraße tätig ist, hatte damals die Initiative ergriffen und sich mit dem Vorschlag an das Gesundheitsamt sowie die Kassenärztliche Vereinigung gewandt.

Doch allein konnten er und sein Praxisteam den zusätzlichen Aufwand durch die Teststation, die an Wochentagen jeweils von 12 bis 14 Uhr geöffnet ist, nicht stemmen. „Der normale Praxisbetrieb geht bei uns ja trotzdem weiter. Und da ist aktuell auch so viel los, dass wir Ärzte die Mittagspause auch wirklich brauchen, um Pause zu machen“, so der Allgemeinmediziner.

Zwei Ärztinnen teilen sich die Dienste

Deshalb wandte er sich zunächst an die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), um Ärzte aus einem Vertretungspool zu rekrutieren. Mittlerweile habe er jedoch zwei Ärztinnen aus Schwerte finden können, die sich die Dienste aufteilen.

In der vergangenen Woche haben diese pro Tag zwischen jeweils zwischen neun und 20 Personen auf das SARS-CoV-2-Virus getestet. Genaue Zahlen zur Gesamtzahl der untersuchten Personen sowie der Quote an positiv getesteten Patienten konnte die KVLW, welche die Zuständigkeit für das Behandlungszentrum vom Kreis Unna übernommen hat, auf Nachfrage dieser Redaktion nicht nennen. Rimbach zufolge sei die Zahl der Getesteten seit Mittwoch bereits rückläufig gewesen.

Hausärzte müssen Patienten anmelden

Der Ablauf des Untersuchungsverfahren habe sich unterdessen geändert. „Das Gesundheitsamt kann keine Patienten mehr direkt an uns überweisen“, so Rimbach. Und ohne eine Anmeldung sei die Untersuchung im Covid-Behandlungszentrum ohnehin nicht möglich.

Dr. Jörg Rimbach leitet das Covid-Behandlungszentrum in Schwerte.

Dr. Jörg Rimbach leitet das Covid-Behandlungszentrum in Schwerte. © Maximilian Stascheit

„Zunächst muss der Verdachtsfall durch einen Hausarzt geprüft werden“, erklärt Rimbach. Wenn sich dieser bestätige, da der Patient akute Symptome zeige oder er Kontakt zu einer infizierten Person hatte, werde er durch die Hausarztpraxis in der Teststation im Pfarrer-Stelzner-Haus angemeldet. Die diensthabende Medizinische Fachangestellte informiere die Patienten dann per Telefonanruf oder SMS über den konkreten Behandlungstermin.

Auswertung erfolgt in Dortmund

„Der Test funktioniert durch einen tiefen Rachenabstrich. Das ist eine Sache von wenigen Sekunden“, so der Hausarzt. Über den Transportdienst des Marienkrankenhauses werden die Teststäbchen dann zur Auswertung ins Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) nach Dortmund geschickt.

Probleme mit fehlendem Schutzmaterial gibt es in dem Untersuchungszentrum übrigens nicht: „Zu Anfang habe ich mal mit ein paar Masken aus meiner Praxis ausgeholfen, aber mittlerweile klappt die Versorgung problemlos. Da haben diese Praxen bei der KVWL aber auch eine hohe Priorität“, so Rimbach.

Jetzt lesen

Um die räumlichen Kapazitäten für das Covid-Behandlungszentrum zu schaffen, musste die Notfallpraxis am Marienkrankenhaus vorübergehend geschlossen werden. Patienten, die außerhalb der regulären Öffnungszeiten einen Arzt benötigen, können sich ersatzweise an die Notdienstpraxen in Dortmund und Unna wenden:

  • am Katharinen Hospital, Obere Husemannstraße 2, 59423 Unna, montags, dienstags und donnertags 19 bis 21 Uhr, mittwochs und freitags 15 bis 21 Uhr, samstags, sonntags und an Feiertagen 9 bis 21 Uhr
  • am Klinikum Dortmund, Beurhausstraße 40, 44137 Dortmund, montags, dienstags und donnerstags 18 bis 22 Uhr, mittwochs und freitags 13 bis 22 Uhr, samstags, sonntags und an Feiertagen 8 bis 22 Uhr

Lesen Sie jetzt