Corona-Sorge: Drohen Absagen für Großveranstaltungen auch in Schwerte?

dzMinister-Forderung

Aus Sorge vor Corona sollen Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen abgesagt werden, fordert der NRW-Gesundheitsminister. Wie reagieren in Schwerte Rohrmeisterei und Freischütz?

Schwerte

, 09.03.2020, 15:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Veranstaltungen ab 1000 Teilnehmern sollen in NRW abgesagt werden – das kündigte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann an. Im Kreis Unna gab es hierzu eine Lagebesprechung. Welche Auswirkungen sind für Veranstaltungen in Schwerte zu erwarten?

Kreisgesundheitsbehörde noch ohne Anweisung

„Wenn wir jetzt ganz klar sagen, wir wollen in Nordrhein-Westfalen keine Veranstaltungen mehr mit über 1000 Menschen zulassen, dann ist das eine Empfehlung des Landesgesundheitsministers an die unteren Gesundheitsbehörden“, sagte Laumann zuletzt. Und ergänzte: „In Wahrheit ist es wie eine Anordnung.“

Offiziell ist bei der Kreisgesundheitsbehörde aber noch keine Anordnung des Ministeriums eingegangen. Am Montagnachmittag (9. März) gab es eine Lagebesprechung, auf der über das weitere Vorgehen im Kreis Unna entschieden wurde.

Kreis sieht keinen Grund für Absagen

„Der Kreis sieht aktuell keinen Anlass, Veranstaltungen abzusagen oder Einrichtungen zu schließen“, teilt Kreissprecher Max Rolke mit. Wenn ein Erlass der Landesregierung eingeht, werde diesem aber nachgekommen. Bis dahin bleibe es den Veranstaltern überlassen, ob sie ihre geplanten Veranstaltungen durchführen.

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Lesung mit 800 Gästen ausverkauft

In der Rohrmeisterei sollen alle Veranstaltungen wie geplant stattfinden. Ohnehin wären Events mit über 1000 Gästen nur theoretisch möglich.

Die Lesung von Sebastian Fitzek in der kommenden Woche (17. März) ist mit 800 Personen ausverkauft, also auch nicht von einer Absage bedroht, wenn es eine Anordnung des Landes gibt. Auch andere Veranstaltungen in der Rohrmeisterei würden nicht an die erlaubte Grenze heranreichen.

Außer der Rohrmeisterei gibt es in der Stadt nur einen weiteren Veranstaltungsort, der in nächster Zeit von einer Absage betroffen sein könnte: der Freischütz.

Freischütz vorerst nicht von einer Absage bedroht

Auf seiner Internetseite wirbt der Freischütz mit Veranstaltungen für bis zu 1000 Personen im historischen Festsaal. „Das Freischütz bietet viele Möglichkeiten, Veranstaltungen mit einer großen Personenzahl durchzuführen“, sagt Geschäftsführer Philip Winterkamp auf Anfrage. Von einem möglichen Verbot einzelner Veranstaltungen sei man aber nicht betroffen. „Wir haben derzeit keine Veranstaltungen über 1000 Zuschauer in der Pipeline.“

Er gibt an, dass bei den Unternehmern aktuell jedoch Unsicherheit herrscht: „Die Firmen sind sehr zurückhaltend mit Buchungen. Anfragen über 1000 Personen würden wir derzeit nicht zusagen.“

Eine Aussage zum geplanten Tanz in den Mai zu treffen, wäre laut Winterkamp zu früh und unseriös. Er erhofft sich bei der Veranstaltung am 30. April jedoch deutlich mehr als 1000 Gäste.

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