Corona-Reaktionen: Gottesdienste ja, Abendmahl nein, kaum Besuche in Seniorenheimen

Evangelische Kirche Schwerte

Gottesdienst ja, aber kein Abendmahl mehr. Eine feste Besuchszeit in Seniorenheimen, nur für eine Person. Die evangelische Kirchengemeinde Schwerte und die Diakonie reagieren auf Corona.

Schwerte

, 12.03.2020, 16:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
In St. Viktor und den anderen Schwerter Kirchen wird das Abendmahl bis auf weiteres ausgesetzt.

In St. Viktor und den anderen Schwerter Kirchen wird das Abendmahl bis auf weiteres ausgesetzt. © Kirchengemeinde Schwerte/Harmata

„Weder Panik noch Ignoranz helfen weiter“, schreibt Stadtkirchenpfarrer Tom Damm stellvertretend für alle Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Schwerte. Wenn es um Corona gehe, rate man zu Besonnenheit.

Die Gemeinde reagiert: Gottesdienste sollen auf weiterhin stattfinden, denn „zurzeit brauchen viele Menschen Trost und seelische Vergewisserung“, so Damm: „Wir setzen allerdings die Abendmahlsfeiern vorerst aus und geben uns an der Kirchentür nicht mehr die Hand.“

Konfirmandenunterricht ja, Veranstaltungen für Senioren fraglich

Zudem müsse man unterscheiden: „Bei Seniorenveranstaltungen sehen wir sehr genau hin und werden manche von ihnen absagen, weil gerade ältere Menschen gefährdet sind, wenn sie sich infizieren.“

Die Konfirmandenarbeit hingegen werde weiterlaufen, so lange die Schulen geöffnet sind.

Die St.-Viktor-Kirche bleibe mittwochs und samstags von 10 bis 13 Uhr für alle Menschen geöffnet. Auch das St. Viktor-Kino finde statt. Über Tagespresse und eigene Internetseite werde man aktuelle Absage-Infos geben.

Nur noch ein Besucher pro Bewohner und Tag – für eine Stunde

Die Diakonie Mark-Ruhr hat unterdessen „die Situation rund um das Corona-Virus mit Blick auf die stationären Pflegeangebote heute neu bewertet und Entscheidungen zur Vorsorge getroffen“, wie sie am Donnerstag mitteilte.

In Schwerte betreibt die Diakonie Mark-Ruhr das Klara-Röhrscheidt-Haus und das Johannes-Mergenthaler-Haus, dort auch die Tagespflege Liethstraße.

Schon ab Donnerstag, 12. März, gelte für die Altenpflegeeinrichtungen eine eingeschränkte Besuchszeit: am Wochenende gar nicht, unter der Woche von 16.30 bis 17.30 Uhr, das auch nur für jeweils eine Person pro Bewohner. Die Besucher müssen sich in eine Liste eintragen.

Keine Fußpflege, keine Friseurtermine, kein Besuch zum Essen

Die Cafés in den Einrichtungen werden vorübergehend geschlossen.

Physio- und Ergotherapie-Termine, sowie Friseur- und Fußpflegetermine und ähnliches werden abgesagt. Auch finden vorerst keine Veranstaltungen in den Einrichtungen mehr statt. Mieter der Altenwohnungen, die sonst zum Essen in die Einrichtungen gekommen sind, bekommen das Essen in die Wohnung geliefert. Die Tagespflegen werden ab Montag geschlossen. Alle Neueinzüge in den Einrichtungen müssen den Nachweis erbringen, dass sie keine Corona-Infektion haben.

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