Corona-Krise erschwert Tierschützern das Kröten-Sammeln

dzKrötenwanderung

Viele Tierschützer helfen in Schwerte normalerweise den Kröten während ihrer Wanderung an Schutzzäunen über die Straße. Das Kontaktverbot der Corona-Krise verhindert das in diesem Jahr.

Schwerte

, 04.04.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aufgrund der milden Temperaturen begann die Krötenwanderung in diesem Jahr schon Ende Februar. Vier Wochen später ist Zeit, Bilanz zu ziehen. Weit gefehlt. Die Kröten in Schwerte haben ihre Laichgewässer noch nicht erreicht.

In Schwerte organisiert die Arbeitsgemeinschaft für Ornithologie und Naturschutz (Agon) den Schutz der Kröten während ihrer Wanderung. Seit 34 Jahren organisiert Renate Neuhaus (79) die Aktionen der Tierschützer.

Jeden Abend sperrt sie die Lichtendorfer Straße auf Höhe des Gehrenbachstausees für den Verkehr und an jedem Morgen gibt sie den Verkehr wieder frei. Der Gehrenbachstausee ist neben dem Teich am Wannebach das wichtigste Laichgewässer in Schwerte.

Weg zum Laichgewässer

Besonders viele Kröten haben die Agon-Mitglieder bislang nicht aufgesammelt und auf die andere Straßenseite gebracht. Und das lag nicht daran, dass die Sammel-Gruppen Corona-bedingt nur Sammel-Duos waren.

„Die Kröten haben den Weg einfach noch nicht geschafft“, erklärt Renate Neuhaus das Phänomen. Zwar sei das Wetter durchweg sonnig, aber warm genug für Kröten war es nur vor etwa zwei Wochen.

In dieser Zeit haben nur wenige Paare den Weg von ihrem Winterquartier zum Laichgewässer geschafft. Paare, weil es meist die größeren Weibchen sind die wandern. Die Männchen klammern sich auf dem Rücken der Weibchen fest.

Leichter Frost stoppt die Kröten

Der leichte Frost, den es momentan fast jede Nacht gibt, hat viele Kröten, Lurche und Frösche unterwegs ausgebremst. „Die Tiere graben sich unter dem Laub in die Erde und fallen wieder in ihre Winterstarre“, berichtet Renate Neuhaus.

Aus dieser Starre kommen sie erst wieder heraus, wenn es wärmer und vor allem feuchter wird. „Was wir brauchen ist Regen“, so Renate Neuhaus. Durch den Regen wird es in der Erde kuschelig warm und die Tiere ziehen weiter.

Die geringe Zahl der bislang gewanderten Kröten führt Renate Neuhaus ausschließlich auf das Wetter zurück. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Amphibien in Schwerte andere Probleme hätten.

Auch Blüten sind frostempfindlich

Die Naturschützer, nicht nur in Schwerte, hoffen aus einem weiteren Grund auf Wärme in den kommenden Tagen. Die Pflanzen sind bereits ziemlich weit mit dem Blütenstand. „Wenn es jetzt nochmal richtig Frost gibt, gehen die Blüten kaputt“, so Renate Neuhaus und mindestens bis Ostern müsse man immer mit Frost rechnen.

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