Im Marienkrankenhaus in Schwerte werden derzeit insgesamt fünf Personen mit Covid-19 auf der Intensivstation behandelt. © Heiko Mühlbauer (Archiv)
Covid-19-Pandemie

Corona auf der Intensivstation im Marienkrankenhaus: „Wir sind an der Grenze“

Im Kreis Unna werden Stand Montag 166 Corona-Patienten stationär behandelt. Auch im Marienkrankenhaus in Schwerte werden Patienten mit Corona behandelt. Noch reichen die Kapazitäten aus.

Trotz „Lockdown light“: Die Zahl der Corona-Infizierten steigt weiter. Immer wieder ist die Rede davon, dass die Zahlen zurückgehen müssen, damit die Krankenhäuser nicht überlastet werden. Stand Montag (7.12.) werden im Kreis Unna 166 Personen mit Covid-19 stationär behandelt.

Doch wie sieht die Situation derzeit im Marienkrankenhaus in Schwerte aus? Wir haben am Montag (7. Dezember) bei Detlev Schnitker, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit im Marienkrankenhaus, nachgefragt:

Wie viele Intensivbetten haben Sie in ihrem Haus?

Am Standort in der Goethestraße haben wir elf Intensivbetten, in der Schützenstraße sieben.

Wie viele davon sind mit Beatmungsgeräten ausgestattet?

In der Goethestraße sieben und in der Schützenstraße drei. Wobei wir hier auch noch Beatmungsgeräte in Reserve haben, die noch nicht registriert sind, aber im äußersten Notfall zum Einsatz kommen können.

Wie viele Intensivbetten sind derzeit mit Corona-Patienten besetzt?

In der Goethestraße werden derzeit zwei Patienten mit dem Covid-19-Virus auf der Intensivstation behandelt, in der Schützenstraße sind es drei.

Wer liegt sonst noch auf den Intensivstationen? Werden immer noch Operationen verschoben, um möglichst viele Betten freizuhalten?

Im Moment haben wir das Operationsprogramm so angepasst, dass wir am Tag nicht mehr als ein bis maximal zwei Operationen durchführen, wo wir wissen, dass die Patienten anschließend auf der Intensivstation beobachtet werden müssen. Natürlich gibt es zusätzlich auch noch Notfälle. Das Problem ist, dass Corona-Patienten, die einmal an das Beatmungsgerät angeschlossen wurden, meistens sehr lange auf der Intensivstation bleiben müssen. Deswegen müssen wir versuchen hier Kapazitäten freizuhalten. Das klappt aber nur dadurch, dass wir den OP-Plan angepasst haben und auch Patienten verlegt werden.

Wie viele Patienten könnten sie auf ihrer Intensivstation noch aufnehmen?

Wir sehen schon zu, dass die Intensivstationen gefüllt sind, das ist auch ein wirtschaftlicher Faktor. Denn wir bekommen für freigehaltene Betten keine Ausgleichszahlungen mehr, wie es noch im Frühjahr der Fall war.

Haben Sie Probleme mit dem Pflegepersonal auf den Intensivstationen? Man hört ja immer wieder, dass es zwar genug Betten gibt, es aber an Personal mangele.

Tatsächlich bewegen wir uns hier derzeit an der Grenzbelastung. Die Situation ist für das Personal körperlich wie psychisch belastend. Hinzu kommt, dass immer wieder Personal ausfällt, weil jemand in Quarantäne muss oder selbst positiv getestet wurde. Hier ist dann natürlich zu klären, ob die Ansteckung aus dem privaten oder dem beruflichen Umfeld kommt. Der Pflegedienst muss derzeit schon schauen wegen dem Dienstplan. Da muss teilweise Personal von Station zu Station geschoben werden bzw. auch von Standort zu Standort. Es ist zwar noch händelbar, aber wir sind an der Grenze.Derzeit steht aber zumindest ausreichend Schutzmaterial für das Personal zur Verfügung, was bei der ersten Welle im Frühjahr nicht der Fall war.

Wie hoch ist der Altersdurchschnitt der Patienten, die mit Corona bei Ihnen auf der Intensivstation liegen?

Der Altersdurchschnitt liegt derzeit bei 70 Jahren.

Wie viele Corona-Patienten werden bei Ihnen behandelt, die nicht an ein Beatmungsgerät bzw. auf die Intensivstation müssen?

Im Moment werden 16 Corona-Patienten an der Goethestraße behandelt, zwei davon eben auf der Intensivstation. An der Schützenstraße sind es 15 und drei davon auf der Intensivstation.

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