Celine Meissner weckte die Hausbewohner in der Nacht auf und verhinderte so Schlimmeres. Doch für den Mann, in dessen Wohnung das Feuer ausbrach, kam jede Hilfe zu spät. © Heiko Mühbauer
Wohnungsbrand

Celine (14) warnte Hausbewohner vor dem tödlichen Feuer am Klusenweg

Eine Wohnung am Klusenweg brannte in der Nacht zu Dienstag komplett aus. Der Mieter starb in den Flammen. Die restlichen Hausbewohner konnten fliehen, weil die 14-jährige Celine schnell reagierte.

Der stechende Brandgeruch durchzieht die gesamte Wohnung. Celine und ihre Mutter räumen ihre Sachen von einem ins andere Zimmer, sortieren aus, was kann gerettet werden, was nicht? Mit Gummihandschuhen fassen sie die verrußten Sachen an und putzen Regale und Fensterbänke.

Dass sie auch am Tag nach dem schlimmen Feuer wohlauf sind, verdanken sie der 14-Jährigen. Denn die weckte die übrigen Bewohner des Mehrfamilienhauses am Klusenweg in Schwerte. Doch für den 64-Jährigen, in dessen Wohnung das Feuer ausgebrochen war, kam jede Hilfe zu spät.

Es war gegen 23.30 Uhr am Montagabend (15.2.) als die Jugendliche in ihrem Zimmer im Obergeschoss erst ganz leicht Brandgeruch wahrnahm.

„Erst dachte ich, dass mein Kaninchen eine Leitung angeknabbert hätte“, erzählt sie. Doch binnen kürzester Zeit nahm der Brandgeruch zu. Celine ging die Treppe hinunter Richtung Hausflur, dort war der Qualm schon deutlich zu sehen. „Ich habe dann sofort die anderen geweckt“, erzählt sie.

Celine Meissner und Jens Urban räumten am Vormittag verrußte Gegenstände aus ihrer Wohnung. In dem Haus am Klusenweg hatte es in der Nacht zum 16. Februar gebrannt. Dabei war ein Bewohner des Hauses ums Leben gekommen. © Heiko Mühlbauer © Heiko Mühlbauer

Denn ihre Mutter und deren Lebensgefährte schliefen zu diesem Zeitpunkt schon tief. „Schließlich müssen sie ja morgens immer früh raus“, sagt sie. Gemeinsam retteten sich die drei und flüchteten auf die Straße, benachrichtigten die Feuerwehr. Den Bewohner der unteren Wohnung klopften sie aus dem Bett.

Hausbewohner retteten sich auf die Straße

Als die Feuerwehr eintraf, standen die Hausbewohner in Sicherheit auf der Straße. Celine und ein 49 Jahre alter Bewohner eines Nachbarhauses wurden vorsichtshalber ins Krankenhaus gebracht. Aber das habe sie dann auch schnell wieder verlassen können, erzählt die 14-Jährige.

Für den 64-jährigen Bewohner der Wohnung im Mittelgeschoss kam jede Hilfe zu spät. Er starb an einer Rauchvergiftung in seiner Wohnung. Am Vormittag ist es still in dem Gebäude, nur im Dachgeschoss haben die Aufräumarbeiten begonnen.

In diesem Doppelhaus am Klusenweg kam bei einem Wohnungsbrand in der mittleren Wohnung in der Nacht zu Dienstag (16.2.) ein 64-jähriger Mann ums Leben. © Heiko Mühlbauer © Heiko Mühlbauer

Polizei hat Brandwohnung versiegelt

Die Brandwohnung ist von der Polizei versiegelt worden. Bereits am Vormittag war ein Brandexperte der Kripo vor Ort. „Wir werden aber noch einmal mit einem externen Experten die Wohnung untersuchen“, kündigt Polizeisprecher Christian Stein an. Schließlich will man sicher gehen. Die ersten Ermittlungen deuten allerdings nicht auf einen technischen Defekt hin.

In der Nacht stand die Straße vor dem Haus voll mit Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr und der Polizei. Auch Rettungskräfte aus Unna waren angefordert worden. Als die Feuerwehr eintraf, stand die Wohnung in der mittleren Etage der Doppelhaushälfte bereits voll in Flammen.

Die Feuerwehrleute schafften es zwar, in die Wohnung einzudringen, Doch der Mann, der bewusstlos in seiner Wohnung lag, starb trotz Reanimationsversuchen noch am Einsatzort.

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Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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Heiko Mühlbauer

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