CDU glaubt an Schüsse auf Bushaltestellen - Das sagt die Polizei dazu

dzCDU-Vermutung

Zwei CDU-Ratskandidaten haben sich die Situation an den beschädigten Bushaltestellen angesehen. Sie kommen zu einer gewagten Vermutung. Die Polizei hätte sich Kommunikation gewünscht.

Schwerte

, 20.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Sachbeschädigung an Schwerter Bushaltestellen hat vielerorts Zorn verursacht. Im Sozialen Medium Facebook gibt es hitzige Diskussionen und vor allem eines: Unverständnis für solche Taten.

Die CDU Schwerte Mitte wagt jetzt eine Vermutung, die bisher allerdings nicht bestätigt ist.

Auffällige Auswahl der Bushaltestellen

Entsetzt sei man bei der CDU über den anhaltenden Vandalismus im ganzen Stadtgebiet von Schwerte. An zwei Bushaltestellen an der Schützenstraße sehe man zerstörte Glaswände. Die Vermutung der CDU-Ratskandidaten Sascha Enders und Nicole Schelter: Schüsse auf die Glasscheiben.

In einer Pressemitteilung der CDU Schwerte-Mitte heißt es: „Da braucht es schon eine Menge Kraft und bösen Willen, oder Geschosse, die die Scheiben zersplittern lassen können.“

Die Ratskandidatin des Wahlkreises an der Schützenstraße, Nicole Schelter, habe sich die Situation mit dem Ratskandidaten des Nachbarwahlkreises Gänsewinkel, Sascha Enders, angesehen. Es sei auffällig, dass an der Schützenstraße nur Bushaltestellen betroffen sind, hinter denen sich keine Wohnhäuser befinden.

CDU fordert schusssicheres Material

„Unsere Kandidaten dürfen nun gerne Agatha Christie und Hercule Poirot genannt werden, wenn sie mit ihrer Annahme recht haben, dass es sich vermutlich um Schüsse handelte, die aus dem vorbeifahrenden Auto abgegeben wurden“, schreibt die CDU in der Pressemitteilung.

Sascha Enders scheint beruflich fachliche Kompetenz im Bereich von Kunststoffen zu besitzen. Diese veranlassen ihn, Empfehlungen für die Reparatur der Bushaltestellen auszusprechen. Er empfiehlt schusssicheres Material wie Polycarbonat.

Sascha Enders plädiert für schusssicheres Material bei einer Reparatur der Bushaltestellen.

Sascha Enders plädiert für schusssicheres Material bei einer Reparatur der Bushaltestellen. © CDU Schwerte

Auch sei erkennbar, dass bereits häufiger Reparaturen vorgenommen worden seien. Dies soll ein Anwohner bestätigt haben. Die CDU wird dazu einen Antrag einbringen und will so für eine dauerhafte Lösung sorgen.

Polizei hätte sich Kommunikation gewünscht

Jörg Deubner von der Kreispolizei Unna sah auf Bildern keinen Hinweis auf Schüsse. Die Polizei sei an allen Bushaltestellen vor Ort gewesen. Die Bushaltestellen seien zum Teil komplett entglast worden.

Nach Jörg Deubners Kenntnis seien keine „Einschusslöcher“ gefunden worden. Allerdings konnte er am Sonntagnachmittag, 19. Juli, das Vorhandensein von Löchern in den Glasscheiben weder bestätigen noch dementieren. „Auf den Bildern sind jedenfalls keine Löcher erkennbar“, sagte Jörg Deubner. Aber das heiße nicht, dass es vor dem Entfernen der Glasscheiben keine gegeben habe.

Insgesamt wurden Glasscheiben an zehn Bushaltestellen zerstört, hier an der Letmather Straße in Ergste.

Insgesamt wurden Glasscheiben an zehn Bushaltestelle zerstört, hier an der Letmather Straße in Ergste. © Laura Schulz-Gahmen

Er hätte sich jedoch gewünscht, dass die CDU Schwerte sich offiziell vor der öffentlichen Vermutung bei der Polizei danach erkundigt hätte. Dies sei nicht der Fall gewesen. Solch eine Behauptung, gerade vonseiten der Politik, würde schnell die Runde machen - egal ob wahr oder falsch.

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