Briefmarkenverein: Bunte Welten unter der Lupe

SCHWERTE Briefmarkensammler gibt es in jeder Generation. Einige Briefmarkenkundige sind darunter, viele Interessierte. Tatsächlich gibt es sogar einen Verein, bei dem die bunte Welt unter der Lupe eine neue Lebendigkeit erfährt.

von Von Hilke Schwidder

, 18.07.2008, 16:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Karin Apprecht schaut kurz auf. Sie schmunzelt mit einem Blick auf ihre Kollegen, die so vertieft in ihr Hobby um den Tisch sitzen. „Wenn man einmal mit dem Briefmarkensammeln angefangen hat, wird man süchtig. Wenn man einmal viele Marken hat, will man immer mehr davon“, stellt sie fest. Die Schwerterin holt mit Schwung die gesammelten Marken aus der Dose. Mit der Spitze ihres Zeigefingers ordnet sie die bunten Bildchen auf der Tischplatte. Spanien, Kenia, Österreich. „Die will ich alle noch ablösen.“ Karin Apprecht dreht den orangenen Kopf von König Juan Carlos in der Hand. – Ein Klassiker aus Spanien.

Die Mitglieder des Vereins für Briefmarkenkunde feilschen, tauschen, begutachten ihre bunten Schätze. Und sie stellen jemanden vor, über den sie sich ganz besonders freuen: Marco Gosewinkel, ihr jüngstes Mitglied. „Ich sammle schon, seitdem ich sechs Jahre alt bin,“ sagt der 19-Jährige. Beiläufig schlägt einen dicken Katalog auf. Mindestens 1000 Seiten. Märchenfiguren, Vögel, Blumen, alte Burgen rascheln vorbei. Hier steht, was es gibt und was wie viel kostet.

  „Manche Marken sind ungeheur viel Wert“, wirft Karin Apprecht ein. Sie rollt mit den Augen. Streift kurz das Thema blaue Mauritius. – Um schließlich mit einem fröhlichen Strahlen im Gesicht festzustellen: „Ich bin eine Hobby-Sammlerin.“ Für sie müssen Marken nicht zwingend teuer sein. Aber schön. Sie nickt und deutet vielsagend auf das farbenprächtige Mosaik vor ihrer Brust.

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