Bilanz: 60 Corona-Knöllchen und ein sichergestellter Bier-Pong-Tisch

dzOrdnungsdienst in Schwerte

Ein Bier-Pong-Tisch und das zugehörige Bier sind als Überbleibsel der Corona-Kontrollen im Rathaus 2 eingelagert: Das Schwerter Ordnungsamt zieht eine erste Bilanz der Corona-Kontrollen.

Schwerte

, 07.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mitte März begannen die ersten Maßnahmen zur Eindämmung von Corona. Damals mit drastischen Schritten. Geschlossene Geschäfte und ein Kontaktverbot in der Öffentlichkeit. Kontrolliert wurde das alles vom Ordnungsamt. Dessen Chefin Jenny Golombek und die für diesen Bereich zuständige Beigeordnete Bettina Brennenstuhl ziehen eine erste Bilanz.

? Wie viele Corona-Knöllchen wurden in Schwerte verteilt?

„Es gab 60 Verfahren, davon 58 gegen Kontaktverbote“, so Jenny Golombek. Das sind die Ordnungswidrigkeiten, die normalerweise mit 200 Euro (plus Gebühren) belegt sind. Einmal gab es ein Knöllchen, weil jemand in der Öffentlichkeit gegrillt hatte. Auch das war in der ersten Zeit verboten. Und dann gab das bekannte Verfahren gegen einen Schwerter Gastwirt.

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Corona-Bilanz des Ordnungsamtes Schwerte

? Wie viele Menschen waren für den Ordnungsdienst tätig?

Der Kommunale Ordnungsdienst wurde in den Spitzenzeiten deutlich aufgestockt. Vier Bedienstete gingen in der Frühschicht (8 bis 16 Uhr) und vier in der Spätschicht (14 bis 22 Uhr) Streife. Am Wochenende jeweils zwei pro Schicht. Normalerweise hat der Kommunale Ordnungsdienst nur zwei Mitarbeiter. Seit dem 1. Juni ist das auch wieder so.

? Woher kamen die neuen Ordnungsdienstmitarbeiter plötzlich?

Die wurden bei der Verwaltung rekrutiert. Unter anderem waren Erzieherinnen dabei, deren Kindergtageseinrichtungen nicht öffnen konnten. Aber auch aus anderen Bereichen der Verwaltung zog man Personal zusammen. „Das wurde von uns aber zuvor ordnungsrechtlich geschult“, betont Bettina Brennenstuhl. Außerdem schickte die Polizei im Rahmen der Ordnungspartnerschaft Kollegen, wenn man mal eine Streife nicht besetzen konnte..

Jenny Golombek, Leiterin des Ordnungsamtes, und Bettina Brennenstuhl, Beigeordnete für den Bereich Ordnung, ziehen eine erste Bilanz der Corona-Maßnahmen des Ordnungsamtes.

Jenny Golombek, Leiterin des Ordnungsamtes, und Bettina Brennenstuhl, Beigeordnete für den Bereich Ordnung, ziehen eine erste Bilanz der Corona-Maßnahmen des Ordnungsamtes. © Heiko Mühlbauer

? Wo wurde hauptsächlich kontrolliert?

Der Stadtpark war natürlich ein Hotspot, aber auch viele in Parks und Spielplätzen, in denen sich auch vor Corona auffällig viele und große Gruppen aufgehalten hatten, wurden kontrolliert. Als die ganz strenge Kontaktsperre galt, wurde auch auf dem Ruhrtalradweg Streife gegangen.

? Wie viele Kontrollen wurden bis heute gemacht?

Das kann man nicht genau sagen, denn die Mitarbeiter haben die Kontrollen nicht protokolliert. Fest steht, dass alle Mitarbeiter während ihrer Arbeitszeit in diesen Wochen nichts anderes gemacht haben.

? Gab es besondere Einsätze?

Ja, an einen Einsatz unter einer Autobahnbrücke in Westhofen erinnern sich die Mitarbeiter sicher heute noch. Das Ordnungsamt hatte gehört, dass unter der Brücke eine Feier geplant sei. Als der Wagen des Ordnungsamtes eintraf, liefen die Gäste in alle Richtungen davon. Zurück blieb ein Tisch für das Trinkspiel „Bier Pong“ und das zugehörige Bier. „Das können sich die Besitzer jetzt hier im Ordnungsamt abholen“, so Bettina Brennenstuhl. Aber nur, wenn sie im Gegenzug das Ordnungsgeld bezahlen.

? Wie haben sich die Schwerter in der Coronazeit benommen?

Im Großen und Ganzen waren sie recht diszipliniert, angesichts der langen Zeit und der großen Einschränkungen. So hatte man im Vorfeld von einer größeren Geburtstagsfeier, zu der auch ein Band anreisen wollte, gehört und mit dem Ausrichter ein Gespräch geführt. Der zeigte sich einsichtig und blies die Party ab.
Aber natürlich gab es auch Menschen, die sich über die recht teuren Knöllchen aufregten.

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