Betriebsrat: Bis zum 1. März soll ein Konzept für Hoesch Schwerter Profile stehen

dzVorläufiges Insolvenzverfahren

Es war voll bei der ersten Informationsveranstaltung mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter von Hoesch. Selbst Krankgeschriebene kamen zur Rohrmeisterei. Sie hörten eine wichtige Botschaft.

Schwerte

, 13.01.2020, 18:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Unternehmen soll fortgeführt werden. Das war die wichtigste Botschaft, die Betriebsrats-Vize Ralf Behler und seine rund 400 Kollegen von Hoesch Schwerter Profile bei der Informationsversammlung hörten, zu der die Geschäftsführung und der vorläufige Insolvenzverwalter am Montag in die Rohrmeisterei eingeladen hatten. Nach Prüfung der Bücher suche der Insolvenzverwalter jetzt nach einem Konzept, dass es weitergehe im Betrieb. Inhaltlich sei dazu aber noch nichts gesagt worden.

Arbeitsagentur bezahlt erst einmal Löhne und Gehälter

„Laut Insolvenzverwalter sieht es aus, als ob das Insolvenzverfahren am 1. März eröffnet wird“, berichtete Behler. Bis dahin - und das war die zweitwichtigste Nachricht - solle es keine Entlassungen geben. Auch Kurzarbeit sei zumindest für diesen Zeitraum nicht in Sicht. Das Unternehmen hat eine finanzielle Verschnaufpause, weil bis zum 1. März die Arbeitsagentur alle Löhne und Gehälter mittels Insolvenzausfallgeld zahlt. Am Montag gingen laut Behler die ersten Zahlungen der Arbeitsverwaltung auf den Konten der Hoeschianer ein. Wegen der Feiertage hatte sich die Berechnung und Überweisung verzögert: „Die nächsten Gelder sollen pünktlich kommen.“

Betriebsrat: Bis zum 1. März soll ein Konzept für Hoesch Schwerter Profile stehen

Der vorläufige Insolvenzverwalter sucht nach einem Konzept für Hoesch Schwerter Profile. © Reinhard Schmitz

Es sehe so aus, dass die Großkunden bei der Stange bleiben, sagte Behler weiter. Auch Vormaterial sei geliefert worden, sodass wieder im Zwei-Schicht-Betrieb gewalzt werde. Auch der andere Betriebsteil, das Ziehwerk, werde zweischichtig gefahren. Der Beschäftigungslage kam der etwas längere Feiertags-Stillstand zugute, der statt am üblichen 2. Januar diesmal erst mit dem 7. Januar endete. „Kurzarbeit ist zumindest im Zeitraum der vorläufigen Insolvenz nicht in Sicht“, betont Behler.

Jetzt lesen

Wie es danach weitergeht, hoffen die Hoeschianer bei einer weiteren Informationsveranstaltung zu hören, die kurz vor dem 1. März anberaumt werden soll. Seit der weltweiten Finanzkrise von 2008/2009 hatten sie immer wieder schwierige Jahre meistern müssen. Weil das Geschäftsjahr bei Hoesch - anders als bei anderen Großfirmen, die als Aktiengesellschaften firmieren - gleich ist mit dem Kalenderjahr, kamen es oft kurz vor Weihnachten zur Hängepartie der Gefühle, wenn die Zahlen auf den Tisch kamen.

Versammlung war so gut besucht wie selten zuvor

Im Dezember 2019 war die Betriebsversammlung, die Sache des Betriebsrats ist, zweimal abgesagt worden. Stattdessen gab es am Montag die Informationsveranstaltung, die so gut besucht war wie selten. Bis auf die wenigen Mitarbeiter, die im Werk auf den Ofen aufpassen mussten, seien so ziemlich alle gekommen - selbst Krankgeschriebene wurden gesehen. „Die Stimmung war okay“, zog Behler Bilanz: „Wir sitzen alle im gleichen Boot.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt