Benefiz-Aktion von Dirk Hanné scheiterte an Auflagen

dzCorona

Ein Benefiz-Aktion für notleidende Veranstaltungstechniker in der Innenstadt? Das ist auch ohne Corona ein Genehmigungsmarathon, in diesen Zeiten aber kaum möglich, wie Dirk Hanné erlebte.

Schwerte

, 04.09.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn die Corona-Krise überstanden sei, müsse es doch weiter Veranstaltungstechniker geben. „Ich will doch ein Technikunternehmen haben, mit dem ich zusammenarbeite, wenn ich wieder das Westhofener Maifest veranstalten kann“, sagt Dirk Hanné. Ob die betreffenden Firmen allerdings die mittlerweile sechs Monate dauernden Veranstaltungsverbote finanziell überleben, sei fraglich. Deshalb wollte Hanné für seinen Veranstaltungstechniker gern eine Benefiz-Aktion auf die Beine stellen. Doch das ist in diesen Zeiten gar nicht so einfach, wie er erfahren musste.

Im Urlaub in Norddeutschland habe er einen Musik-Truck gesehen. Die Veranstaltung wurde sogar vom NDR gesponsert. „Das ging offensichtlich auch in Coronazeiten“, so Hanné. So etwas wollte er auch für Schwerte umsetzen.

Doch erste Gespräche mit dem Ordnungsamt der Stadt zeigten ihm schnell die Grenzen auf. „Im Kern stand immer die Frage, wie viele Menschen kommen denn da, und werden das nicht zu viele?“, erzählt er.

Auch ein kleineres Konzept war nicht genehmigungsfähig

Danach habe er ein kleine Variante vorgeschlagen, zur Not mit einem Pick-up-Truck, der zu immer festen Standorten fährt. Da hätte man dann ja auch Hula-Hoop-Reifen auslegen können, damit die Menschen wissen, wo die Grenzen für den Mindestabstand sind. Aber auch dieses Konzept sei im Ordnungsamt gescheitert. Selbst, als er vorgeschlagen habe, die Veranstaltung auf festen Grundstücken durchzuführen wie dem der Gaststätte Zur Waage oder am Eiscafé Mattiuzzi. Auch dieser Vorstoß blieb erfolglos.

Stadt: Keine generelle Absage

Das sei nicht eine generelle Absage für die Veranstaltung, betonte Stadtsprecher Ingo Rous am Freitag auf Anfrage. Allerdings liege die Tücke im Detail. Für so eine Veranstaltung müsse man einige Konzepte vorlegen und einige Behörde beteiligen. So müssten unabhängig vom Hygiene-Konzept und von Corona-Auflagen auch die Bauordnung, die Feuerwehr und die Polizei zustimmen. Das sei kurzfristig nicht zu machen. Man stehe einer Veranstaltung dieser Art grundsätzlich positiv gegenüber. „Das geht aber nur in einem realistischen Zeitrahmen“, so der Stadtsprecher. Schließlich müssten natürlich alle geltenden Auflagen erfüllt werden.

Selbst mit der Sammelbüchse durch die City

So lange wollte Dirk Hanné nicht warten. Er zog am vergangenen Samstag mit einigen Mitstreitern durch die Schwerter Innenstadt, sang selbst zur Gitarre und sammelte auf diese Art Geld für die Veranstaltungstechniker. Am Ende waren über 200 Euro in der gläsernen Spardose, die Hanné den Tontechnikern des Maifestes überreichen will. Wer noch etwas dazugeben möchte, kann das in Hannés Geschäft „Glas und Rahmen“, Kreisstraße 41 in Dortmund Holzen.

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