Bekommt Schwerte eine richtige Hundewiese?

Pläne von SPD und CDU

Eine eingezäunte Hundewiese, auf der die Vierbeiner frei laufen dürfen, gibt es in Schwerte nicht. Das soll sich jetzt ändern. Denn sowohl SPD als auch CDU haben die Stadtverwaltung gebeten, eine geeignete Fläche zu finden und die Kosten zu berechnen. Die Vereine der Hundebesitzer stehen der Idee zum Teil skeptisch gegenüber.

SCHWERTE

, 08.09.2017, 13:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bekommt Schwerte eine richtige Hundewiese?

In Dortmund gibt es rund ein Dutzend Hundewiesen, wie diese im Westpark.

Die SPD-Fraktion will diese Idee prüfen lassen und hat die Verwaltung gebeten, geeignete Flächen zu ermitteln und die Kosten für die Stadt zu berechnen.

Wie Fraktionsvorsitzende Angelika Schröder auf Anfrage berichtet, haben sich immer wieder Hundebesitzer an verschiedene Ortsvereine gewandt und den Wunsch nach einer solchen Hundewiese geäußert. „Wir haben in diesen Gesprächen erfahren, dass Schwerter Hundebesitzer bis nach Dortmund oder Unna fahren, um ihre Hunde mal frei laufen zu lassen.“

Die CDU stellte einen eigenen Antrag an den Ausschuss für Infrastruktur, Stadtentwicklung und Umwelt. Im Stadtgebiet herrsche Leinenzwang und es gebe derzeit keinen Bereich, der Hunden die Möglichkeit des eingezäunten Auslaufes und Spielens ermögliche. Eignungskriterien wie ein Hundekottütenspender und Sitzbänke sollen neben der Größe und guten Erreichbarkeit der Hundewiese berücksichtigt werden.

"Selbstverständlich werden nicht alle Schwerter Hundehalter diese eingezäunte Freilauffläche für ihren Hund nutzen, aber sie stellt ein attraktives Angebot für viele Hundebesitzer dar", sagt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU, Bianca Dausend.

Vereine haben gemischte Gefühle bei Hundewiese

Ute Schmidt vom Vorstand des Vereins für Deutsche Schäferhunde hält die Idee einer Hundewiese für generell nicht schlecht. „Allerdings müssten da viele Dinge im Vorfeld geklärt werden, zum Beispiel Versicherungsfragen.“ Auf dem Hundeplatz am Reiche des Wassers dürfen nur Hunde herumtoben oder Kurse besuchen, für die die Halter eine Versicherung abgeschlossen haben.

Claudia Weigel vom Verein „High Five – Hunde für Menschen“ sieht eine Hundewiese eher skeptisch. „Ich finde, es gibt hier in Schwerte viele gute und abwechslungsreiche Möglichkeiten, um Hunden Auslauf zu verschaffen.“ Eine eingezäunte Wiese sei dagegen doch eher langweilig, die Kontakte zu anderen Hunden erzwungen.

Was für Außenstehende wie fröhliches Spiel aussehe, könne für den Vierbeiner durchaus Mobbing und Pöbelei unter Artgenossen bedeuten. Praktisch sei die Hundewiese vielleicht für Halter, die dem Bewegungsdrang ihres Hundes körperlich nicht mehr folgen können. Hundetrainerin Claudia Weigel sorgt sich außerdem darum, dass Hundehalter letztlich unter Druck gesetzt werden, die Wiese zu besuchen und anderswo weggeschickt werden.

"Hundewiese in Mülheim ist ein Traum"

Manuela Schwerte ist Hundehalterin und hat mit ihrem Galgo-Münsterländer-Mix Pelle die Hundewiesen der Nachbarstädte abgeklappert, als ihr Hund noch klein war. Pelle habe dort gelernt, sich mit anderen Hunden zu vertragen und sie als Spielkameraden zu sehen.

Die RN-Fotografin würde die Einrichtung einer Hundewiese begrüßen. „Aber die darf nicht zu klein sein.“ Ein Traum sei die fünf Hektar große Hundewiese in Mülheim an der Ruhr – die größte eingezäunte Hundewiese in Nordrhein-Westfalen. Noch lieber als eine Wiese wäre der Hundebesitzerin ein ganzer Wald mit Zaun drumherum.

In Lünen wird über einen Hundewald diskutiert 

Ein solches Projekt wird gerade aktuell in Lünen für den Stadtteil Brambauer diskutiert. Ein Trägerverein steht Gewehr bei Fuß. Der will im Wald einen Rundweg anlegen, Kotbeutel-Spender aufstellen und die Besucher auf die Nutzungs-Regeln im Wald hinweisen.

In Unna betreibt die Stadt die Hundewiese, die kostenlos genutzt werden darf, inklusive der Beutel für Hundekot. Dortmund hat sogar ein gutes Dutzend Hundewiesen. Auf manchen davon herrscht allerdings Leinenzwang.

Die Schwerter SPD hat Stadtplaner Adrian Mork gebeten, nach Flächen zu schauen, die nicht für Wohnbebauung oder Gewerbe vorgesehen sind. Angelika Schröder: „Erst in einem zweiten Schritt würden wir uns Gedanken über mögliche Partner für dieses Projekt machen.“

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