Baustellenchaos am Nordwall: Warum trennt die Stadt nicht Autoverkehr und Fußgänger?

dzStraßensperrung in Schwerte

Alle Autos können wegen der Großbaustelle am C&A-Haus nur noch rechtsherum die Stadt verlassen. Die Grünphase der Ampel müssen sie sich dabei mit Fußgängern teilen. Es gäbe andere Lösungen.

Schwerte

, 22.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Verkehrschaos am Postplatz ohne Ende. Nur noch rechtsherum durch die Friedensstraße können die Autos in Richtung B236 die Stadt verlassen, seit die Großbaustelle auf dem Nordwall den kurzen Weg per Linksabbiegen unmöglich macht. Die ganzen sechswöchigen Sommerferien lang soll das so bleiben, weil die Stadtwerke eine Fernwärmeleitung verlegen.

Dass die Umleitung zum Ostentor einer Stadtrundfahrt durch die Altstadt gleicht, ist noch das kleinere Übel. Auf weitaus größeres Unverständnis stößt bei vielen, dass Fußgänger zwischen dem künftigen Café Extrablatt und der Fußgängerzone den Verkehr immer wieder ausbremsen.

Baustellenchaos am Nordwall: Warum trennt die Stadt nicht Autoverkehr und Fußgänger?

So sieht es fast täglich auf der Kreuzung Hüsingstraße/Friedensstraße aus, wenn Fußgänger und Autofahrer gleichzeitig grün haben. © Reinhard Schmitz

Während der Grünphase überqueren oft Passanten im Fünf-Meter-Abstand hintereinander die Fahrbahn auf dieser südlichen Seite der Hüsingstraße - dann kommen nur wenige Rechtsabbieger weg. Vor allem, wenn - wie in Schwerte üblich - die Linienbusse gleichzeitig auf die Kreuzung zurollen, geht dann kaum noch etwas.

Fußgänger können bei C&A ungestört die Fahrbahn überqueren

Viele Autofahrer fragen sich deshalb, warum man während der Baustellenzeit nicht auf die Ampel am zukünftigen Café Extrablatt verzichtet, damit der Verkehr ungestört rechtsherum abfließen kann. Für Fußgänger stände dann ja immer noch der parallele nördliche Übergang zwischen C&A und dem DM-Markt zur Verfügung. Sogar ununterbrochen, seit dort die Ampel zugehängt ist, weil wegen der Baustelle hier kein Linksabbiegen möglich ist.

Für die Stadt - so erklärt Pressesprecher Ingo Rous - sei dieser Vorschlag jedoch keine Option: „Weil wir nicht glauben, dass wirklich alle Fußgänger und Fußgängerinnen auch wirklich die Hüsingstraße auf der Nordseite queren, sondern weiterhin die Südseite als Querung benutzen, auch wenn die Fußgängerampel zugehängt ist.“ Diese Menschen seien dann durch den Rechtsabbiegeverkehr besonders gefährdet.

Baustellenchaos am Nordwall: Warum trennt die Stadt nicht Autoverkehr und Fußgänger?

Grund für die Baustelle am Nordwall: Die Stadtwerke verlegen eine Fernwärmeleitung. © Reinhard Schmitz

Um kein Risiko einzugehen, habe man sich ganz bewusst für die sichere Variante entschieden. Und die heißt: Dass sich rechtsabbiegende Autofahrer mit den Fußgängern die Grünphase teilen müssen.

Stadt hält auch nichts von Freigabe der Hagener Straße

Auch einer anderen Idee erteilt die Stadtverwaltung eine Absage. Warum wird nicht die Hagener Straße vor dem City-Centrum zumindest während der sechswöchigen Baustellenzeit wieder in beide Richtungen freigegeben, damit der nach Westhofen fließende Verkehr sich nicht fast komplett durch die Karl-Gerharts-Straße quälen muss?

Das komme aus Sicherheitsgründen nicht in Betracht, erklärt Ingo Rous: „Auf der Hagener Straße befindet sich ein geschützter Bereich für Radfahrer und Radfahrerinnen, der im Begegnungsverkehr aufgehoben werden müsste. Das ist unserer Auffassung nach gefährlich.“

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